Acht Mann auf dem Spielfeld
Handball: Skandal-Ende nach unerlaubter Überzahl und spätem Ausgleich: Droht ein Wiederholungsspiel?
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von ran.de
Bild: Screenshot/DYN
Gewaltiger Ärger in der 2. Handball-Bundesliga! Beim Spiel zwischen Lübeck-Schwartau und Dresden stehen im letzten Angriff der Partie acht Lübecker auf dem Spielfeld - mit drastischen Folgen für die Gäste. Nach dem Eklat droht nun ein Nachspiel.
Selbst Handball-Laien dürfte es bekannt sein, dass die Sportart mit sieben Spielern pro Team auf dem Feld bestritten wird. Umso kurioser gestaltet sich die Szenerie, wenn kurz vor dem Spielende plötzlich acht Akteure das gegnerische Tor angreifen.
In der 2. Handball-Bundesliga hat sich beim Duell zwischen dem VfL Lübeck-Schwartau und dem HC Elbflorenz Dresden ein absoluter Skandal abgespielt.
Beim Stande von 33:32 für Dresden nahm Lübeck eine Auszeit, um 13 Sekunden vor dem Ziel den letzten Angriff zu besprechen. Der Plan der Lübecker sah natürlich vor, den Torhüter vom Feld zu nehmen, weshalb sich Niko Blaauw ein Leibchen überzog, um notfalls eingreifen zu können.
Dabei fiel aber zunächst niemanden auf, dass die Leipziger nicht sieben, sondern acht Feldspieler auf dem Spielfeld hatten. Lediglich Nadav Cohen bekam mit, dass irgendwas nicht stimmt, zählte kurz durch und merkte dann, dass sein Team zu acht ist. Folgerichtig rannte er am Kampfgericht vorbei zur Bank.
Unfassbar! Leipzig-Coach schickt achten Mann zurück aufs Feld
Coach David Röhrig hatte jedoch offenbar derart den Überblick verloren, dass er Cohen einfach wieder zurück auf die Platte schickte. US-Nationalspieler Paul Skorupa konnte die unerlaubte Überzahl-Situation nutzen und den 33:33-Ausgleich erzielen.
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Die Dresdener protestierten lautstark, weil neben der Überzahl auch noch ein Lübecker den Anwurf der Dresdener verhindert hat. Dies hätte eigentlich einen Siebenmeter zur Folge haben müssen. So aber lief die Zeit ab und Dresden musste sich nach einer 25:17-Führung mit einem Remis begnügen.
Da es in der 2. Bundesliga noch keinen Videobeweis gibt, besprach sich das Schiedsrichter-Duo Marvin Völkening/Jonas Zollitsch zunächst selbst, ehe sie das Kampfgericht in die Diskussionen einschlossen. Letztlich traf das Gespann die Entscheidung, dass der Treffer zum Ausgleich zählt und die Partie vorbei sei.
Skandal mit Auswirkungen auf Auf- und Abstiegskampf: Dresden erwägt Einspruch
Ein bitterer Schlag für die Dresdner, die als Tabellen-Fünfte zumindest noch kleine Chancen auf den Aufstieg haben. Ganz so einfach möchte der Klub das Ergebnis aber auch nicht hinnehmen.
"Wir werden uns über einen Einspruch beraten. Alles Weitere wird am Montag besprochen," erklärte Dresdens Sportchef Rico Göde gegenüber der "Bild". Mit einem Einspruch im Nachgang dürfte es aber knifflig werden, sollte Dresden im offiziellen Spielbericht keinen Protest vermerkt haben.
Besonders schwerwiegend ist die Fehlentscheidung auch deshalb, weil sich Lübeck als Tabellen-17. mitten im Abstiegskampf befindet. Der eine Zähler könnte am Ende durchaus den Unterschied machen.
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