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Formel 1 - Max Verstappen und Gianpiero Lambiase: So bitter wird die Trennung des alten Ehepaares

Veröffentlicht:

von Andreas Reiners

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Videoclip • 01:01 Min


Gianpiero Lambiase wird Red Bull und Max Verstappen 2028 verlassen. Welche Folgen die Personalie hat, ist noch nicht absehbar.

Von Andreas Reiners

Helmut Marko lieferte ein eindrückliches Beispiel.

Es brachte das Verhältnis von Max Verstappen und Gianpiero Lambiase ziemlich gut auf den Punkt. Beide seien "wie ein altes Ehepaar", sagte der frühere Motorsport-Berater von Red Bull Racing einmal.

Dabei geht es um die Tonalität, die zwischen dem viermaligen Formel-1-Weltmeister und seinem Renningenieur sehr ruppig werden kann. Dann blaffen sich beide an. Drücken sich Sprüche. Verteilen Seitenhiebe.

Gerne mal irgendwo zwischen Scherz und schonungslos.

Marko meinte damit aber eben auch das Vertrauen, das die Beziehung auszeichnet. Dass es direkt zugeht, ist meist von Vorteil. Es wird nicht herumgedruckst, der Konflikt vermieden, sondern schnellstmöglich nach Lösungen gesucht.

Oft verstehen sie sich blind.

Verstappen und Lambiase: Ein Umgangston auf Gegenseitigkeit

Genauso oft pampen sie sich aber auch an, dabei beruht der Umgangston auf Gegenseitigkeit, was am Funk für Außenstehende auch für Unterhaltung sorgt. Nicht wenige halten Lambiase für einen elementaren Erfolgsfaktor.

Verstappen ist anspruchsvoll – das muss man aushalten und bedienen können. Das Grundehrliche sorgt für Emotionen, ist aber ein Faustpfand, wenn es auf der Strecke mal nicht so läuft. Denn der Druck ist enorm, sportlich und zwischenmenschlich.

Denn ein Renningenieur ist die wichtigste Bezugsperson für einen Fahrer. Er ist der Mann im Ohr. Derjenige, der seinen Piloten versteht, lenkt, tröstet, aufbaut oder ihm in den Hintern tritt. Die Wellenlänge muss dabei passen, er muss wissen, was der Fahrer braucht.

Bei Verstappen und Lambiase passte sie schnell und wuchs über die Jahre.

Seit 2016 arbeiten beide bei Red Bull Racing zusammen, was übrigens auch an Sebastian Vettel liegt. Denn der Deutsche entschied mit, dass Lambiase als Ersatz für Vettels früheren Renningenieur Guillaume Rocquelin zu Red Bull kam, wie Ex-Teamchef Christian Horner einmal verriet.

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Vettel hat Lambiase zu Red Bull geholt

Zu einem zermürbenden Auswahlprozess gehörte, dass Lambiase von Vettel ausführlich interviewt wurde. Lambiase und Vettel arbeiteten aber nie zusammen, weil der Deutsche damals zu Ferrari ging. Lambiase bekam zunächst Daniil Kvyat, der dann 2016 von Verstappen ersetzt wurde.

Das Duo baute "sehr schnell eine Bindung auf", wie Horner erklärte. Und natürlich gibt es gewisse Schlüsselfaktoren für die erfolgreiche Zusammenarbeit auf und neben der Strecke.

"Ich glaube nicht, dass es ein wirkliches Geheimnis ist, aber man muss einfach gut miteinander auskommen, man muss verstehen, was man vom anderen will", erklärte Verstappen einmal.

Verstappen ohne Lambiase: Großer Wertverlust

Und er erklärte, als er gefragt wurde, was denn passiere, wenn Lambiase eines Tages nicht mehr da sei: "Dann wäre das definitiv nicht ideal.“ Vor ein paar Jahren betonte er zudem, dass es schwer vorstellbar sei, ohne Lambiase zu arbeiten.

Aus diversen Gründen.

"GP ist ein ganz wesentlicher Faktor in der Fahrzeugentwicklung und Abstimmung, der seine eigenen Wege gegangen ist - nicht immer im Einvernehmen mit der restlichen Technik-Crew", sagte Marko am Donnerstag bei einer Veranstaltung ein Wien. Die Personalie befeuert natürlich Gerüchte um Verstappen, der mit dem aktuellen Formel-1-Reglement extrem unzufrieden ist.

Zum Abschied wird es zwar erst 2028 kommen, solange wird Lambiase weiter als Head of Racing und Renningenieur von Verstappen fungieren. Auch wenn das noch ein wenig hin ist: "Das ist schon ein großer Wertverlust", sagte Marko. Eine Trennung, die tiefe Spuren hinterlassen wird.

Wie bei einem alten Ehepaar eben.

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