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Formel 1: Die Gewinner und Verlierer der Zwangspause - Verstappen darf hoffen

Veröffentlicht:

von Anne Malin

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Formel 1: Fans unzufrieden bei Antonelli-Sieg in Suzuka

Videoclip • 02:01 Min


Aufgrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten fallen beide Grands Prix der Formel 1 im April ersatzlos aus. Für manche Rennställe kommt diese Zwangspause wie ein Segen, während andere sich ordentlich ärgern werden.

Seit Mitte März ist es bekannt: Die Rennen in Bahrain und in Saudi-Arabien werden von der FIA ersatzlos gestrichen. Zwar blieben die Verantwortlichen in dem Statement vage und schließen einen Nachholtermin in der laufenden Saison nicht aus, doch dies ist sehr unwahrscheinlich.

Theoretisch, sollte sich die Lage im Nahen Osten ausreichend beruhigt haben, könnten die Rennen in der Sommerpause nachgeholt werden. Doch aufgrund der extremen Hitze in der Golfregion und der benötigten Logistik, die von den Teams lange im Voraus geplant wird, ist anzunehmen, dass es dieses Jahr nur 22 Rennen geben wird.

Weiter geht es in der Königsklasse des Motorsports also erst wieder Anfang Mai in Miami. ran zeigt, wer in der Zwischenzeit am meisten von der Pause profitiert und wer sich wohl eher ärgert.

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Formel 1: Die großen Gewinner der Rennausfälle

Der Start der Saison 2026 verlief für viele Teams eher durchwachsen. Für eben jene Rennställe ist die Zwangspause eine Möglichkeit, nochmal an den Autos zu schrauben und Fehler zu beheben.

Vor allem Williams Racing wird sich über die gestrichenen Rennen freuen. Das Team rund um James Vowles hatte im vergangenen Jahr eine gute Saison, doch nachdem der FW48 die ersten Crashtests 2026 nicht bestanden hatte, musste das Rennauto hektisch vor Saisonstart umgebaut werden.

Ende Januar bestanden die Boliden des Traditionsteams dann endlich die verpflichtenden Tests, doch die Umbauten führten zu circa 25 Kilogramm Übergewicht, welches die Fahrer bis zu einer halben Sekunde pro Runde kostet.

Jetzt hat Williams die nötige Zeit, um die grundlegenden Probleme des FW48 zu beheben. Mit Carlos Sainz und Alex Albon hat der Rennstall zwei gute und erfahrene Piloten, die das Racing in einem Monat sicherlich nicht verlernen werden. Sollte das Team in Miami also ein Auto an den Start bringen, das näher an dem Minimum von 770 Kilo dran ist, könnte Williams wieder an die Leistungen des vergangenen Jahres anknüpfen.

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Aston Martin: Das Sorgenkind der Formel 1

Den wohl katastrophalsten Start in die neue Ära der Formel 1 muss sich Aston Martin zuschreiben. In Melbourne und Shanghai konnten beide Fahrer die Rennen nicht einmal beenden. Das Hauptproblem ist der neue Honda-Motor, der zu starken Vibrationen im Auto führt. Diese seien so stark, dass Teamchef Adrian Newey befürchtet, dass die Fahrer "permanente Nervenschäden" erleiden könnten.

Beim Großen Preis von Japan überquerte Fernando Alonso zwar zum ersten Mal erfolgreich die Ziellinie, doch für Platz 18 gibt es eben genauso viele Punkte wie für einen Ausfall. Zudem trat Design-Genie Newey nach nur zwei Rennen als Teamchef zurück, und noch ist die Position nicht neu vergeben.

Die fünfwöchige Pause gibt dem englischen Team die Chance, weiter an den Autos zu arbeiten. Doch im Vergleich zu den Verantwortlichen von Williams, die vermutlich ganz genau wissen, wo sie das Übergewicht an die Rennwagen geschraubt haben, probierte Aston Martin in Japan noch unterschiedliche Lösungsansätze aus.

Offenbar gibt es also noch nicht ausreichend Daten, um das Problem genau zu definieren, und seit 2014 sind freie Tests während einer Saison verboten. Das heißt, dass die Sim-Autos in Gaydon heißlaufen werden, um die Umstände der Rennen zu simulieren.

Doch der Aston Martin Trackside Chief Mike Krack zeigte sich positiv gestimmt: "Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass wir in Miami einen Schritt machen können, der dazu führt, dass wir nicht mehr darüber [die Vibrationen] sprechen müssen."

Zudem könnte die Pause helfen, intern Ordnung in das Team zu bringen. Jonathan Wheatley, der vor Kurzem als Audi-Teamchef zurückgetreten ist, wird als heißester Kandidat für die Rolle des Teamchefs gehandelt. Doch in der Formel 1 gibt es einen sogenannten "Gardening Leave", eine Klausel in Verträgen, die wichtigen Akteuren das sofortige Einsteigen in ein anderes Team verbietet. Wie lange diese Zeitspanne bei Wheatley ist, ist nicht bekannt, doch alle Beteiligten haben nun mehr als genug Zeit, um solche Details zu klären.

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Beschwichtigung bei Max Verstappen?

Den persönlich schlechtesten Start in eine Saison mit Red Bull erlebt gegenwärtig Max Verstappen. Der Abwärtstrend des vergangenen Jahres setzt sich fort, und der Niederländer betonte bereits mehrere Male, dass die Formel 1 unter den neuen Regularien "keinen Spaß" mache. Der viermalige Weltmeister deutete nach dem Großen Preis von Japan sogar ein Karriereende an.

Das Junior-Team Racing Bulls hat nach drei Rennen nur zwei Punkte weniger als Red Bull selbst, und in der Fahrerwertung stehen beide Piloten des Schwesterteams vor Isack Hadjar. Dem RB22 fehlt schlichtweg die Geschwindigkeit.

Die Pause wird Red Bull, wie jedes Team, nutzen, um das Auto zu verbessern. Aber vielleicht führt die kleine Auszeit auch dazu, dass sich die Gemüter im Team, besonders bei Verstappen, beruhigen können. Zwar wird sich das Regelwerk nicht verändern, aber der Niederländer wird in der Zwischenzeit wieder am Nürburgring starten und sich mit etwas Abstand vielleicht besänftigen.

Für Red Bull fallen zwei Rennen aus, in denen das Team realistisch keine große Chance gehabt hätte, um einen Sieg oder überhaupt ein Podium mitzufahren. Andere Teams können ihren Vorsprung nicht weiter ausbauen, und bis Miami werden die Karten sicherlich noch einmal neu gemischt. Wie stark Red Bull davon am Ende profitiert, wird sich zeigen müssen, aber immerhin wird der gegenwärtige Abwärtstrend erst einmal unterbrochen.

Grand Prix in Miami: Wer sich bis dahin ärgern wird

Mercedes ist mit Abstand der "Biggest Loser" dieser Pause. Der Mercedes-AMG F1 W15 E Performance ist eindeutig das beste Auto auf der Strecke. George Russell und Kimi Antonelli dominieren vor allem im Qualifying und erinnern an den Saisonstart von McLaren im vergangenen Jahr.

Nun verliert das Team zwei Grands Prix, in denen es allen anderen Teams davonfahren und den Punktevorsprung weiter vergrößern könnte. Am Hauptsitz in Brackley müssen die Verantwortlichen wohl einen Monat dabei zuschauen, wie die anderen Teams aufrüsten.

Darüber hinaus profitiert der deutsche Autohersteller bisher von einer Lücke im neuen Regelwerk. Bereits vor der Saison gab es zahlreiche Diskussionen, ob Mercedes dieses Schlupfloch überhaupt nutzen darf. Zum 1. Juni muss der Rennstall nun den Trick beim Verdichtungsverhältnis einstellen. Somit kann dieser Vorteil nur noch in Miami und in Kanada genutzt werden.

Mercedes verliert also zwei Rennen, in denen es seinen Vorsprung hätte ausbauen können, und auch das Momentum des 19-Jährigen Antonelli, der nach seinem ersten Sieg wie beflügelt erscheint, könnte verloren gehen.

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Formel 1: Unordnung im Mittelfeld

Inmitten des Chaos im zuvor etablierten Tabellenmittelfeld konnte besonders ein Team glänzen: Alpine hat nach nur drei Rennen schon 16 Punkte ergattert. Nur zur Erinnerung: Die vergangene Saison beendete das französische Team auf dem letzten Platz mit nur 22 Zählern. Vor allem Pierre Gasly, der in Japan sogar vor Verstappen die Ziellinie erreichte, zeigte bisher großartige Leistungen.

Obwohl auch Alpine sicherlich die Zeit nutzen wird, um weitere Updates zu entwickeln, werden sich viele Teams aus dem Mittelfeld verbessern können und um Platz fünf in der Konstrukteurswertung kämpfen wollen.

Sollten sich die Rennwagen von Alpine und den direkten Konkurrenten im Leistungsbereich angleichen, gibt es eben Teams, die bessere Fahrerpaarungen haben. Franco Colapinto schaffte es im selben Auto bisher nur zu einem Punkt. Damit zwar ein Punkt mehr als in der vergangenen Saison, aber das Paradebeispiel Red Bull hat oft genug bewiesen, dass ein Team mit nur einem Fahrer in den Punkten nicht weit kommt.

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McLaren im Aufwärtstrend ausgebremst

Zwar würde wohl niemand behaupten, dass McLaren einen guten Start in die Saison hingelegt hat, aber in Suzuka bewies Oscar Piastri durchaus, dass das Papaya-Auto an sich mit den Top-Teams mithalten kann. Nach dem Doppel-DNS in China schien McLaren in Japan endlich in Schwung zu kommen.

Ohne das Safety-Car hätte Piastri in Suzuka durchaus um den obersten Platz auf dem Podest mitfahren können. Und im Kampf von Lando Norris und Lewis Hamilton drei Runden vor Schluss schien der MCL39 sogar etwas überlegen, und Norris konnte sich im Duell der Weltmeister durchsetzen.

Dieses Momentum hätte McLaren im April vermutlich gerne weiter ausgebaut. Nun werden die Karten noch einmal neu gemischt, und das Team von Zak Brown wird sich umschauen müssen, wie die Autos im Vergleich mithalten können. Immerhin gibt es gleich zwei gute Omen für Miami: 2024 gewann Norris dort sein erstes F1-Rennen und 2025 schaffte Piastri eine Aufholjagd von Startplatz vier zum Sieg.

Auch interessant: Max Verstappen denkt an Rücktritt - Red-Bull-Teamchef Mekies reagiert

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