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NFL - Deutsche Hoffnung Felix Lepper vor Pro Day: "Fühle mich bereit, habe keinen Zweifel mehr"

Veröffentlicht:

von Andreas Reiners

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Videoclip • 01:03 Min


Felix Lepper kämpft im IPP-Programm um eine Zukunft in der NFL. Im ran-Interview spricht er über das Trainingscamp, den Pro Day, seine Stärken und einen wichtigen Starmoment.

Das Interview führte Andreas Reiners

Felix Lepper lächelt kurz, dann spricht das gewachsene Selbstvertrauen aus der deutschen NFL-Hoffnung.

"Keine Frage: Ich fühle mich bereit für die NFL", betont er im ran-Interview. Und schiebt hinterher: "Ich habe keinen Zweifel mehr daran, dass ich es schaffen kann."

Zehn Wochen Trainingscamp im Rahmen des International Pathway Program (IPP) haben dafür gesorgt. Sie finden ihr Ende am Montag im Pro Day - und Lepper will es wissen.

Denn am Montag kann der O-Liner den Scouts der Teams zeigen, was er draufhat. Womit er punkten will: "Mit meiner Work Ethic, meinem Game IQ und meiner Technik." Druck macht er sich keinen, denn im Camp war alles bis ins letzte Detail geplant. Geholfen hat ihm auch ein früherer Super-Bowl-Sieger.

Wir haben mit Lepper über den wichtigen Starmoment gesprochen, aber auch über das Camp, Kontakte zu den Teams, seinen Agenten, den Draft und Plan B.

NFL im Blick: Vom Camp zum Pro Day

ran: Zehn Wochen Trainingscamp steuern auf ihr Ende zu. Wie intensiv war es in Florida?

Felix Lepper: In der letzten Woche fährt man das Pensum ein bisschen runter, damit der Körper sich erholen kann. Aber insgesamt muss ich sagen: Das ist wahrscheinlich die anstrengendste Phase meiner Karriere überhaupt, körperlich und mental. Du hast nicht nur die körperliche Belastung, sondern auch einen enormen Performance-Druck. Und dazu kommt, dass du permanent dazulernst, technisch, taktisch, vom gesamten Football-Verständnis her. Keine Frage: Der Unterschied zum Football in Europa ist deutlich spürbar.

ran: Was haben Sie konkret gelernt in dieser Zeit, was diesen Unterschied zeigt?

Lepper: Vor allem extrem viel im taktischen Bereich. Wir haben uns intensiv mit Fronts und Spielzügen beschäftigt, viel im Classroom gearbeitet, auch mit Unterstützung unseres Coaches. Dazu kommen neue Bezeichnungen, neue Abläufe. Es geht alles deutlich tiefer, detaillierter und strukturierter als das, was ich bisher kannte.

ran: Wenn Sie ELF und NFL vergleichen: Wie groß ist der Unterschied?

Lepper: Schwer final zu sagen, weil ich noch kein NFL-Spiel gemacht habe. Aber wenn man sich mit Scouts unterhält, wird die ELF oft mit Division-II-College-Football verglichen. Das ist so die gängige Einordnung. In der ELF spielen auch Jungs, die NFL-Erfahrung haben oder von Division-I-Colleges kommen. Das Niveau ist also definitiv ordentlich. Trotzdem: Das, was ich hier erlebe, ist nochmal ein anderes Level.

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NFL im Blick: So sieht ein Tag im Camp aus

ran: Wie nah ist das am echten NFL-Alltag?

Lepper: Ziemlich nah. Zum Beispiel war Jordan Mailata hier, das war natürlich eine starke Erfahrung. Er hat uns Einblicke gegeben, wie der Alltag in der NFL wirklich aussieht. Dazu kommt unser Coach, der versucht, das Ganze so realitätsnah wie möglich zu gestalten. Du bist von morgens bis abends in der Facility, genau wie später im Profi-Alltag. Es geht nicht nur um Training, sondern darum, sich komplett an das Niveau und den Alltag der NFL anzupassen.

ran: Wie hart ist so ein typischer Tag im Camp im Detail?

Lepper: Der Tag beginnt früh, meistens zwischen 6:30 und 6:45 Uhr. Direkt danach steht Cardio an, dann kurz fertigmachen und gegen 8:15 Uhr geht’s los zur Facility. Dort bist du dann von etwa 8:30 bis 18:30 Uhr durchgetaktet. Der Ablauf ist ziemlich klar strukturiert. Morgens gibt es Team-Meetings und Frühstück, danach Positionsarbeit mit dem O-Line-Coach. Anschließend haben wir Change of Direction oder Speed-Drills, dazu unseren Lift. Nach dem Essen und einer kurzen Mittagspause gibt es dann die zweite Einheit. Mit Pads und Helm, also auch mit Kontakt. Dann ist Recovery angesagt oder auch ein Walkthrough. Den Abschluss bildet ein großes Team-Meeting, bei dem wir den Tag noch einmal Revue passieren lassen. Dann bekommen wir Feedback oder es gibt einen Gastvortrag.

ran: Hat Sie in der Zeit irgendetwas überrascht?

Lepper: So richtig überrascht hat mich ehrlich gesagt wenig, weil ich gut vorbereitet war, vor allem körperlich. Aber als ich die anderen Jungs zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich schon: Das sind echte Maschinen.

ran: Wie ist der Konkurrenzkampf untereinander: Eher kumpelhaft oder mit harten Ellenbogen?

Lepper: Sehr teamorientiert. Hier hilft wirklich jeder jedem. Alle haben dasselbe Ziel und jeder weiß, wie hart die anderen dafür arbeiten. Deshalb entsteht schnell so ein Teamgefühl, fast wie eine Familie. Man pusht sich gegenseitig bis ans Limit, oder sogar darüber hinaus. Das ist sehr familiär.

ran: In welchem Bereich müssen Sie auf jeden Fall noch zulegen?

Lepper: Der größte Punkt ist wahrscheinlich der Game Speed. Den kannst du im Training nur bedingt simulieren, denn das echte Tempo und die Intensität im Spiel erlebst du erst, wenn du wirklich auf dem Feld stehst. Das kann ich erst final einschätzen, wenn ich das einmal live erlebt habe.

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Felix Lepper: Bereit für den Druck der NFL

ran: Sind Sie bereit für den Druck, den das NFL-Geschäft mit sich bringt?

Lepper: Ja, das auf jeden Fall. Wir werden hier sehr realitätsnah vorbereitet. Der Tagesablauf, die Struktur, die Intensität – das ist alles schon sehr nah an dem, was dich später erwartet. Dazu kommt, dass wir mit vielen College-Spielern trainieren, die gerade durch Combine oder Pro Day gegangen sind. Das hilft enorm: Du bekommst ein ziemlich realistisches Bild davon, was dich erwartet, nicht nur sportlich, sondern auch vom Kopf her.

ran: Ihr Pro Day wartet am Montag. Das ist der eine Moment, in dem alles passen muss. Wie gehen Sie damit um?

Lepper: Ich mache mir da nicht zu viel Druck. Ich fühle mich sehr gut vorbereitet, weil hier wirklich jedes Workout bis ins Detail geplant ist, vom ersten Tag bis zum letzten. Da habe ich volles Vertrauen in die Coaches. Am Ende geht es darum, am Tag X alles rauszuhauen, und ich fühle mich bereit dafür.

ran: Womit können Sie die Scouts am meisten überzeugen?

Lepper: Mit meiner Work Ethic, meinem Game IQ und meiner Technik.

ran: Welche Rolle spielt das Mentale am Pro Day?

Lepper: Am Pro Day selbst geht es vor allem um die Skills, das ist ein klar physischer Tag. Der mentale Part kommt eher davor. Gerade in den Tagen vorher, bei den Interviews mit den Teams, ist der Kopf extrem gefragt: Da geht es um Football IQ, Persönlichkeit und das Auftreten.

ran: Wie bereitet man sich auf diese Interviews vor?

Lepper: Da gibt es schon gezielte Vorbereitung. Wir haben zum Beispiel Mock-Interviews gemacht, um typische Situationen zu trainieren. Dazu kommt viel Boardwork: Spielzüge aufzeichnen, Coverages erklären, Entscheidungen begründen. Da fühle ich mich sehr gut vorbereitet.

ran: Gibt es da auch Fangfragen?

Lepper: Bisher gar nicht so sehr. Im ersten Schritt geht es vor allem darum, dich als Person kennenzulernen. Die Scouts wissen meist schon viel über dich, es ist eher ein Background-Check, ein Charaktertest. Danach geht es stärker ins Fachliche: Du musst zeigen, wie du Football verstehst.

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Felix Lepper: Mit diesen NFL-Teams gab es Kontakt

ran: Gab es im Rahmen des Camps schon Kontakt zu NFL-Teams?

Lepper: Ja, in den letzten Wochen waren einige Teams vor Ort. Unter anderem waren die Denver Broncos, Dallas Cowboys, Cleveland Browns und Los Angeles Chargers da. Es wurden schon mal erste Gespräche geführt.

ran: Sie hatten im ran-Interview im Dezember erklärt, Sie hätten noch kein Lieblingsteam. Hat sich durch die Gespräche ein Lieblingsteam herauskristallisiert?

Lepper: (lacht) Nein, da bleibe ich dabei: Allein in dieser Position zu sein, ist schon ein riesiges Privileg. Deshalb ist es mir ehrlich gesagt egal, welches Team es am Ende wird. Ich würde jedes Team mit Kusshand nehmen.

ran: Sie leben den NFL-Traum. Fühlt sich das immer noch unwirklich an?

Lepper: Das ist mittlerweile komplett real. Spätestens nach den ersten Trainingstagen war klar: Hier geht es jetzt um alles. Da ist dieses "Traum-Gefühl" schnell weg und es wird ernst.

ran: Da es ernst wird: Haben Sie einen Agenten?

Lepper: Ich habe einen Agenten. In meiner speziellen Situation ist ein Agent aber kein Muss. Durch das IPP-Programm sind wir ziemlich gut eingebunden. Coaches und Scouts kümmern sich auch darum, den Kontakt zu den Teams herzustellen. Man ist also nicht komplett auf sich allein gestellt, wie es bei vielen College-Spielern der Fall ist.

ran: Wie wichtig ist der Agent dann für Sie?

Lepper: Mir wurde klar gesagt, dass ein Agent Vorteile bringt. Der zusätzlich mit den Teams in Kontakt treten kann und bessere oder engere Beziehungen zu bestimmten Leuten hat. Der Austausch mit meinem Agenten ging schon los, bevor ich überhaupt hier angekommen bin. Und es geht dabei nicht nur ums Business. Wichtig ist auch die menschliche Ebene, dass es einfach passt.

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Wichtigste Erfahrung? Austausch mit SB-Champion

ran: Gibt es auch einen Austausch mit Spielern, die den Weg schon gegangen sind, wie Jakob Johnson?

Lepper: Eine der wichtigsten Erfahrungen war der Austausch mit Jordan Mailata. Er war ein paar Tage vor Ort, hat uns Einblicke gegeben, wie es für ihn damals war und wie der Alltag in der NFL wirklich aussieht. Er hat uns auch im Training unterstützt, Tipps gegeben und war in Meetings dabei. Das war extrem wertvoll. Und klar, auch ein Stück weit ein "Starmoment". Auf deutscher Seite ist Jakob Johnson natürlich ein großes Vorbild. Mit Leander Wiegand bin ich regelmäßig im Austausch. Und auch Max Pircher. Da gibt es viele, die den Weg schon gegangen sind, und die sind extrem hilfsbereit und geben ihre Erfahrungen weiter.

ran: Was war der wertvollste Rat, den Sie bekommen haben?

Lepper: Vor allem die Arbeit mit Jordan Mailata war extrem hilfreich. Wir haben viel an meinem Stance gearbeitet, und das hat sich im Training ziemlich schnell ausgezahlt.

ran: Der Draft steht an, Sie können ausgewählt werden. Was erwarten Sie?

Lepper: Natürlich hoffe ich, gedraftet zu werden, wahrscheinlich eher am letzten Tag. Aber ganz ehrlich: Am Ende ist mir das egal. Hauptsache, ich bekomme die Chance und darf bei einem Team unterschreiben. Der erste Schritt ist sowieso erstmal klar: Trainingscamp, Rookie Minicamp und Preseason, da bist du im 90-Mann-Kader. Und dann geht es darum, dich zu beweisen. Mein Ziel ist ganz klar, den Sprung in den festen Kader zu schaffen. Wie realistisch das am Ende ist, sieht man erst, wenn ich wirklich im Team bin. Ansonsten bleibt der internationale Platz im Practice Squad als Möglichkeit.

ran: Fühlen Sie sich bereit für die NFL?

Lepper: Ja, keine Frage: Ich fühle mich bereit für die NFL. Ich habe keinen Zweifel mehr daran, dass ich es schaffen kann.

ran: Woher kommt dieses Selbstvertrauen?

Lepper: Das ist eine Mischung aus zwei Dingen. Auf der einen Seite das eigene Gefühl und das Wissen, wie viel Arbeit und Disziplin ich reinstecke. Und auf der anderen Seite das Feedback von außen. Wenn du Woche für Woche positives Feedback bekommst, gibt dir das natürlich zusätzliches Selbstvertrauen.

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Keine NFL: Wie sieht der Plan B aus?

ran: Gibt es einen Plan B, falls es nicht klappt?

Lepper: Ja, der wäre relativ klar: zurück nach Deutschland und das Lehramtsstudium beenden. Das ist aktuell aber kein Thema. Der Fokus liegt komplett auf Plan A.

ran: Wie geht es nach dem Camp konkret weiter?

Lepper: Das Camp endet im Prinzip mit dem Pro Day. Danach geht es zunächst zurück nach Florida. Dort bleiben wir noch etwa zwei Wochen. In dieser Zeit haben die NFL-Teams die Möglichkeit, weitere Workouts mit uns zu vereinbaren. Am 15. April geht es dann erstmal zurück nach Deutschland. Und dann hoffe ich auf einen Anruf von einem Team.

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