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NFL: So schlugen sich die Nummer-1-Picks seit 2000 - zwischen Starspielern und Busts

Veröffentlicht:

von Chris Lugert

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Videoclip • 01:11 Min


Der NFL Draft 2026 steht vor der Tür, Fernando Mendoza gilt als sicherer Nummer-1-Pick. Doch wie schlugen sich seine Vorgänger später in der NFL? ran blickt in die Historie.

Nur noch wenige Tage, dann steigt der NFL Draft 2026. Vom 23. bis 25. April werden in Pittsburgh wieder die besten College-Talente auf die 32 NFL-Teams verteilt. Besondere Aufmerksamkeit erhält dabei - wie in jedem Jahr - der Nummer-1-Pick.

Wirklich spannend ist die Frage, welcher Spieler als erstes vom Board geht, allerdings nicht. Denn Quarterback Fernando Mendoza ist nicht nur der große Favorit. Es wäre schlicht ein riesiger Schocker, wenn die Las Vegas Raiders nicht den 22-Jährigen picken würden.

Doch die Ehre des ersten Picks ist noch lange keine Garantie für eine erfolgreiche NFL-Karriere. Allein in diesem Jahrtausend gab es einige Spieler, die den Erwartungen nicht gerecht werden konnten. Schlechtes Omen? Eine der größten Enttäuschungen war ein Quarterback der Raiders ...

ran schaut auf die Bilanzen und Karrieren der Nummer-1-Picks seit 2000.

2000: Courtney Brown (Defensive End, Cleveland Browns)

Ein Brown zu den Browns? Das konnte doch eigentlich nur gut werden, sollte man meinen. Doch der Pass Rusher kämpfte seine gesamte Karriere über mit Verletzungen. Seine Rookiesaison war die einzige Spielzeit seiner Laufbahn, in der er alle Spiele absolvieren konnte.

Nach fünf Jahren bei den Browns spielte er noch eine Saison bei den Denver Broncos und erreichte mit dem Team das AFC Championship Game, wo Brown und die Broncos gegen den späteren Super-Bowl-Champion Pittsburgh Steelers verloren. Danach beendete er seine Karriere.

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2001: Michael Vick (Quarterback, Atlanta Falcons)

Eigentlich hielten die San Diego Chargers den Nummer-1-Pick im Draft 2001, doch die Vorgespräche mit dem klaren Top-Prospect Michael Vick führten nicht zum Erfolg. Weshalb die Chargers den Pick zu den Atlanta Falcons tradeten, die wiederum Vick auswählten.

In seiner Karriere machte sich Vick vor allem als einer der gefährlichsten Rushing Quarterbacks der NFL-Geschichte einen Namen. Doch leider sorgte er auch abseits des Feldes für jede Menge Schlagzeilen, allerdings nicht positiver Art.

Wegen einer Verwicklung in illegale Hundekämpfe verbrachte er 21 Monate im Gefängnis, 2009 trennten sich die Falcons schließlich von ihm. Doch Vick bekam bei den Philadelphia Eagles eine weitere Chance und blieb bis Ende der Saison 2013 bei der Franchise. 2010 wurde er als Comeback Player of the Year ausgezeichnet.

Nach Stationen bei den New York Jets und den Pittsburgh Steelers beendete er schließlich 2017 seine Karriere.

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2002: David Carr (Quarterback, Houston Texans)

David Carr war 2002 nicht nur der erste Pick im NFL Draft, sondern auch der allererste Spieler überhaupt, den die Houston Texans in ihrer Geschichte im Draft auswählten. Denn die Saison 2002 war die erste der Franchise. Und Carr sollte dafür sorgen, dass der Einstieg in die NFL gelingt.

Doch der ältere Bruder des späteren NFL-Quarterbacks Derek Carr konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Carr sammelte Sacks wie andere Quarterbacks Touchdowns, eine 7-9-Bilanz in der Saison 2004 war das höchste der Gefühle für Carr bei den Texans.

In den Jahren danach tingelte er als Backup durch die Liga, feierte in dieser Rolle aber den Super-Bowl-Sieg mit den New York Giants in der Saison 2011. Doch als nomineller Vertreter von Eli Manning spielte er in jener Saison keinen einzigen Snap.

2003: Carson Palmer (Quarterback, Cincinnati Bengals)

Die Cincinnati Bengals brauchten einen neuen Quarterback, Carson Palmer sollte die Antwort sein. Entgegen dem gewöhnlichen Treiben in der NFL durfte Palmer ein Jahr komplett lernen und blieb ohne einen einzigen Snap, ehe er 2004 zum Starter erklärt wurde.

Immerhin zweimal führte er die Bengals in den Jahren danach in die Playoffs. Nach zwei Jahren bei den Oakland Raiders erlebte Palmer bei den Arizona Cardinals noch einmal einen späten Frühling, 2015 spielte er die mit Abstand beste Saison seiner Karriere.

Palmer führte Arizona zu einer 13-3-Bilanz und spielte auch individuell auf dem höchsten Level seiner Laufbahn. Der Lohn: Palmer wurde in jenem Jahr zum Second-team All-Pro gewählt. Es folgte der einzige Playoff-Sieg seiner Karriere. 2018 beendete er seine Karriere als dreimaliger Pro Bowler.

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2004: Eli Manning (Quarterback, San Diego Chargers)

Nur für wenige Augenblicke war Eli Manning ein Spieler der San Diego Chargers, die den Quarterback 2004 an erster Stelle zogen. Doch Manning hatte keinerlei Interesse, für die Franchise aus Kalifornien zu spielen und tat das auch im Vorfeld mehrfach kund. Schließlich einigten sich die Chargers mit den New York Giants auf einen Trade, der auch den von den Giants gepickten Philip Rivers umfasste.

Manning spielte fortan im Big Apple und führte die Franchise zu ihrer erfolgreichsten Phase der jüngeren Historie. Zweimal gewannen die Giants mit Manning den Super Bowl, beide Male gegen die New England Patriots um Tom Brady.

Der heute 45-Jährige verbrachte seine gesamte Laufbahn bei den Giants und wurde dort zu einer Legende. 16 Saisons in Folge stand er im Kader, eine solche Serie ist in der Historie des Teams unerreicht. 2020 beendete er seine Karriere und wurde sofort mit großen Ehren überhäuft, unter anderem wird seine Rückennummer 10 bei den Giants nicht mehr vergeben.

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2005: Alex Smith (Quarterback, San Francisco 49ers)

Es war jener Draft, der vor allem Aaron Rodgers nachhaltig kränkte. Denn die San Francisco 49ers hätten 2005 auch den späteren Topstar der Green Bay Packers holen können, entschieden sich aber für Alex Smith. Bis heute nimmt es Rodgers den Niners übel, ihn damals nicht genommen zu haben.

Smith kämpfte während seiner Zeit in der Bay Area immer wieder mit Verletzungen, nachhaltiger Erfolg war so nicht möglich. Die Saison 2008 verpasste er sogar komplett. Positiver Ausreißer war die Spielzeit 2011, als mit Smith am Ende eine 13-3-Bilanz zu Buche stand und San Francisco sogar ein Playoff-Spiel gewann.

Von 2013 bis einschließlich der Saison 2017 spielte Smith bei den Kansas City Chiefs und fungierte in seinem letzten Jahr als Mentor für Patrick Mahomes. Es folgten drei Jahre in der Hauptstadt bei den Washington Redskins. Nach einer fürchterlichen Verletzung kehrte er 2020 stark zurück und wurde als Comeback Player of the Year ausgezeichnet. Anschließend beendete er seine Karriere.

2006: Mario Williams (Defensive End, Houston Texans)

Erstmals seit sechs Jahren wurde im NFL Draft 2006 kein Quarterback an erster Stelle gewählt. Stattdessen fiel die Wahl der Houston Texans auf Pass Rusher Mario Williams. Und anders als beim Pick von David Carr im Jahr 2002 zahlte sich das Vertrauen in Williams nachhaltig aus.

Williams wurde in den Folgejahren zu einem der dominanten Pass Rusher der Liga, 2007 und 2008 erhielt er All-Pro-Ehrungen. Die Saison 2011 endete aufgrund einer schweren Verletzung frühzeitig, zudem wurde er Free Agent. Es folgte der Wechsel zu den Buffalo Bills, wo er den seinerzeit bestdotierten Vertrag eines Defensivspielers in der NFL-Geschichte unterschrieb.

Bei den Bills trumpfte er noch einmal auf und wurde zwei weitere Male All-Pro, nach einer schwächeren Saison 2015 wurde er schließlich entlassen. Es folgte eine finale Spielzeit bei den Miami Dolphins, wo er aber nicht mehr an alte Tage anknüpfen konnte.

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2007: JaMarcus Russell (Quarterback, Oakland Raiders)

Geht es um die größten Draft Busts der Geschichte, dann fällt zwangsläufig der Name JaMarcus Russell. An seinem Talent und den körperlichen Voraussetzungen gab es keinerlei Zweifel, doch charakterlich waberten schon früh erste Bedenken durch die Liga.

Die Raiders ließen sich davon letztlich nicht abschrecken und wählten den Quarterback dennoch an Position eins. Die anschließenden Vertragsverhandlungen gaben bereits einen Vorgeschmack auf die kommenden Jahre, erst nach Saisonbeginn unterschrieb Russell seinen Vertrag in Oakland.

Die erste Saison verbrachte er bis kurz vor dem Ende als Backup, 2008 wurde er schließlich zum Starter ernannt. Doch die Spielzeit verlief enttäuschend, nur 13 Touchdowns und fünf Siege in 15 Spielen entsprachen nicht den Erwartungen.

2009 verlief hingegen noch verheerender, mit diversen Negativrekorden auf Russells Konto. In der Offseason 2010 hatte er Medienberichten zufolge zudem mit massivem Übergewicht zu kämpfen. Im Mai 2010 wurde er von den Raiders schließlich entlassen.

Es folgte noch ein Rechtsstreit zwischen beiden Seiten, ehe dieses wohl größte Missverständnis in der NFL-Geschichte endgültig endete.

JaMarcus Russell gilt als einer der größten Draft Busts der Geschichte.

Bild: Icon Sportswire


2008: Jake Long (Offensive Tackle, Miami Dolphins)

Ein Offensive Tackle an erster Stelle im Draft? Selten, aber nicht unmöglich, wie Jake Long 2008 bewies. Die Miami Dolphins wollten mit Long ihre Offensive Line verbessern - und wurden nicht enttäuscht. Seine ersten vier Saisons beendete er allesamt als Pro Bowler, 2009 und 2010 erhielt er sogar All-Pro-Ehrungen.

2013 wechselte er zu den St. Louis Rams, zwei Kreuzbandrisse binnen eines Jahres warfen ihn jedoch weit zurück. 2016 folgte bei den Minnesota Vikings schließlich ein Achillessehnenriss, der seine Karriere faktisch beendete.

2009: Matthew Stafford (Quarterback, Detroit Lions)

Nach einer historischen 0-16-Saison brauchten die Detroit Lions 2009 dringend so etwas wie einen Hoffnungsträger, diese Rolle sollte Matthew Stafford ausfüllen. Der Quarterback kam als großes Versprechen und half den Lions tatsächlich auch aus den Untiefen des NFL-Kellers heraus. Immerhin dreimal führte er Detroit in die Playoffs, wo aber stets sofort Schluss war.

Seine erfolgreichste Phase erlebte Stafford hingegen im schon gesetzten Alter bei den Los Angeles Rams. 2021 wechselte er im Rahmen eines Mega-Trades aus Detroit nach Kalifornien und gewann gleich im ersten Jahr den Super Bowl. Nach einer starken Saison 2025 wurde er zudem erstmals in seiner Karriere zum MVP gewählt.

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2010: Sam Bradford (Quarterback, St. Louis Rams)

Dass die Rams einen Quarterback in der ersten Runde wählen, hatte zum Zeitpunkt des NFL Drafts 2010 extremen Seltenheitswert. Bill Munson war im Jahr 1964 der bis dato letzte Spielmacher, den die Franchise in Runde eins wählte. Sam Bradford beendete diese Wartezeit.

Doch nach fünf eher enttäuschenden Jahren dürften die Rams den Pick im Nachgang eher bereut haben. Verletzungen und inkonstante Leistungen prägten seine Zeit in Missouri, unter anderem riss er sich zweimal binnen eines Jahres dasselbe Kreuzband.

Es folgten zwei finale Saisons als Starter bei den Philadelphia Eagles und den Minnesota Vikings, in denen er aber ebenfalls durch Inkonstanz auffiel. Seine letzte Saison verbrachte er 2018 bei den Arizona Cardinals.

2011: Cam Newton (Quarterback, Carolina Panthers)

Die Prime von Cam Newton war nicht sonderlich lang, dafür aber spektakulär. Vor allem als Rusher sorgte er bei den Carolina Panthers, die den Quarterback 2011 als Nummer-1-Pick drafteten, für Furore.

Seine beste Saison hatte Newton 2015, als er die Panthers mit einer 15-1-Bilanz bis in den Super Bowl führte und er selbst zum MVP gewählt wurde. Im großen Finale war dann aber die Defense der Denver Broncos um Von Miller zu stark und verstand es, Newton fast komplett zu neutralisieren.

An diese herausragende Saison konnte er anschließend nur noch punktuell anknüpfen. Aufgrund zunehmender Verletzungsprobleme wurde er nach der Saison 2019 von den Panthers entlassen. Nach einem durchwachsenen Jahr bei den New England Patriots kehrte er 2021 zu den Panthers zurück, wo er aber nur noch ein Schatten vergangener Tage war.

Cam Newton erlebte 2015 seine beste NFL-Saison.

Bild: Newscom World


2012: Andrew Luck (Quarterback, Indianapolis Colts)

Andrew Luck ist der Hauptdarsteller einer der wohl größten "Was-wäre-gewesen-wenn"-Geschichten der NFL. Der Quarterback war ein begnadetes Talent und gesegnet mit allen Tools, um die Indianapolis Colts zu großen Erfolgen zu führen. Doch sein Körper streikte allzu oft.

Die Fußstapfen, die er 2012 ausfüllen sollte, waren gewaltig. Schließlich hatte Peyton Manning die Colts über Jahre geprägt. Doch Luck weckte schnell die Hoffnung auf eine neue, eigene Ära. In seiner Premierensaison stellte er einen Rookierekord für die meisten Passing Yards auf, 2014 führte er die NFL mit 40 Passing Touchdowns an und die Colts anschließend ins AFC Championship Game.

Doch dann begann die Verletzungsmisere. Vor allem seine Schulter machte immer mehr Probleme, 2017 musste er die gesamte Saison zuschauen. 2018 kehrte er noch einmal stark zurück, führte die Colts in die Playoffs und wurde als Comeback Player of the Year ausgezeichnet.

Gerade, als die Fans dachten, die Probleme seien überwunden, verkündete Luck wenige Wochen vor dem Saisonstart 2019 völlig überraschend im Alter von 29 Jahren sein Karriereende.

2013: Eric Fisher (Offensive Tackle, Kansas City Chiefs)

Die Kansas City Chiefs hatten vor dem Draft 2013 vor allem in der Offensive Line massiven Bedarf und adressierten diesen mit Eric Fisher. Der Absolvent von Central Michigan wurde sofort zu einer tragenden Säule als Quarterback-Beschützer. Zweimal wurde er in den Pro Bowl gewählt, in der Saison 2019 gewann er mit den Chiefs den Super Bowl.

Im AFC Championship Game der Folgesaison riss sich Fisher die Achillessehne und verpasste den Super Bowl, den die Chiefs vor allem aufgrund ihrer geschwächten Offensive Line gegen die Tampa Bay Buccaneers verloren. Wenige Wochen später wurde er entlassen. Nach einem Jahr bei den Indianapolis Colts verbrachte er rund um den Jahreswechsel 2022/23 noch einmal wenige Wochen bei den Miami Dolphins, kam aber nicht zum Einsatz.

2014: Jadeveon Clowney (Defensive End, Houston Texans)

Die Lobeshymnen Richtung Jadeveon Clowney vor dem Draft 2014 waren gigantisch. Sein Talent wurde mit jenem von Andrew Luck auf Quarterback verglichen, beim Combine legte er herausragende Zahlen auf. Sein Status als Top-3-Pick stand frühzeitig fest, schließlich zogen ihn die Houston Texans gleich an erster Stelle.

Nach einer verletzungsbedingt sehr kurzen Rookiesaison erarbeitete er sich in den Folgejahren seinen Platz in der Texans-Defense und legte starke Zahlen auf, wenngleich er nicht unbedingt die Production lieferte, die man von einem Nummer-1-Pick erwarten würde.

2019 tradeten die Texans Clowney zu den Seattle Seahawks, seither wechselte er beinahe jährlich das Team, hatte aber überall Einfluss. Mit inzwischen 33 Jahren kann er für Teams immer noch eine solide Verstärkung für die Defense sein.

2015: Jameis Winston (Quarterback, Tampa Bay Buccaneers)

Jameis Winston liefert eigentlich das Gegenteil all dessen, was man sich von einem Quarterback erhofft. Er spielt wild, teilweise unüberlegt und in alle Richtungen spektakulär - auch in die falsche. Doch eines ist sicher: Wenn Winston auf dem Feld steht, wird es nicht langweilig.

Die Tampa Bay Buccaneers investierten ihren Nummer-1-Pick 2015 in den Spielmacher, zu einem Contender oder wenigstens regelmäßigen Playoff-Teilnehmer machte Winston die Franchise aber nicht. Die Saison 2016 war die einzige mit einem positiven Record.

2019 zeigte Winston schließlich alle Ausprägungen zwischen Genie und Wahnsinn. 5109 Passing Yards, 33 Touchdowns, 30 (!) Interception - eine völlig skurrile Statistik. Und am Ende eine 7-9-Bilanz. Es war Winstons letztes Jahr in Tampa, in der folgenden Offseason kam Tom Brady.

Es war zugleich auch die letzte Saison, die Winston in der NFL als unumstrittener Starter absolvierte. Seither stehen vier Jahre bei den New Orleans Saints, eine Saison bei den Cleveland Browns und eine Saison bei den New York Giants zu Buche, meist als Backup.

Mit Jameis Winston auf dem Platz wurde es selten langweilig.

Bild: Icon Sportswire


2016: Jared Goff (Quarterback, Los Angeles Rams)

Im ersten Jahr der Rückkehr nach Los Angeles wollten die Rams ihren Fans etwas bieten und tradeten dafür im Draft ganz nach oben. Mit dem ersten Pick, der zuvor eigentlich den Tennessee Titans gehört hatte, wurde Quarterback Jared Goff ausgewählt.

Nach neun Spielen als Backup von Case Keenum übernahm Goff schließlich als Starter, verlor aber alle sieben verbleibenden Partien. Mit der Ankunft von Head Coach Sean McVay in der folgenden Offseason kam der Erfolg zu Goff und den Rams. 2018 ging es bis in den Super Bowl.

Doch die Rams wollten mehr und erkannten bei Goff klare Defizite, weshalb sie ihren Quarterback 2021 zu den Detroit Lions schickten, um im Gegenzug Matthew Stafford zu bekommen. Nach einem erfolglosen ersten Jahr bei den Lions lief es für Goff ab 2022 deutlich besser.

2024 beendete Detroit mit dem Quarterback die reguläre Saison mit einer 15-2-Bilanz, die Lions galten als Super-Bowl-Favorit. Doch schon nach dem ersten Playoff-Spiel war Schluss. 2025 ging es für die Lions einen deutlichen Schritt zurück, was aber nicht zwingend an Goff lag.

2017: Myles Garrett (Defensive End, Cleveland Browns)

Dieser Pick war ein einziger Volltreffer. Wenn man sich den individuellen Einfluss eines First Overall Picks malen könnte, dann wäre Myles Garrett das Ergebnis. Der Pass Rusher ist einer der besten Spieler auf seiner Position, nicht nur der vergangenen Jahre, sondern in der NFL-Historie.

Zweimal Defensive Player of the Year, siebenmal All-Pro, siebenmal Pro Bowler - es ist schon jetzt eine herausragende Karriere. 2025 knackte er dann auch noch mit 23 Sacks in einer Saison den All-time-Rekord. Besser kann man den ersten Pick nicht investieren - dass die Cleveland Browns dennoch seit Jahren chronisch erfolglos sind, liegt sicher nicht an Garrett.

2018: Baker Mayfield (Quarterback, Cleveland Browns)

Auch ein Jahr später waren die Browns wieder an erster Stelle an der Reihe, dieses Mal fiel die Wahl auf einen Quarterback. Doch den Einfluss von Garrett konnte Baker Mayfield nie erreichen. Zu viel Inkonstanz prägte sein Spiel, die Saison 2020 bildete dabei eine positive Ausnahme.

In jenem Jahr gelang den Browns mit Mayfield under Center ein 11-5-Record und der Einzug in die Playoffs, ein Spiel in der Postseason konnte sogar gewonnen werden. 2021 ging es aber wieder bergab, im Sommer 2022 wurde er zu den Carolina Panthers getradet. Dort lief es aber gar nicht nach Wunsch, weshalb er um seine Entlassung bat.

Nach einem kurzen Intermezzo bei den Los Angeles Rams ging es 2023 zu den Tampa Bay Buccaneers, wo seine Karriere neuen Schwung bekam. 2024 gelang ihm seine individuell beste NFL-Saison, mit 4500 Passing Yards und 41 Touchdowns führte er die Bucs zu einem 10-7-Record und in die Playoffs. 2025 folgte dann ein deutlicher Rückschritt.

2019: Kyler Murray (Quarterback, Arizona Cardinals)

Große Hoffnungen setzten die Arizona Cardinals in Kyler Murray, ihren Nummer-1-Pick 2019. Letztlich jedoch erfüllten sich die Erwartungen auf beiden Seiten nicht. 2020 und 2021 waren gute Ansätze zu sehen, doch auch nicht genug, um für langfristige Euphorie zu sorgen.

In den Jahren danach wurde Murray immer wieder von teils schweren Verletzungen heimgesucht, wenn er dann doch mal fit war, spielte er mit zu vielen Schwankungen. In der laufenden Offseason wurde der Quarterback schließlich entlassen und will bei den Minnesota Vikings neu angreifen.

Kyler Murray konnte die Erwartungen bei den Arizona Cardinals nicht erfüllen.

Bild: Icon Sportswire


2020: Joe Burrow (Quarterback, Cincinnati Bengals)

Im aus Corona-Gründen ins Homeoffice verlegten NFL Draft 2020 setzten die Cincinnati Bengals auf Quarterback Joe Burrow, der als eines der größten Talente seit langer Zeit auf dieser Position galt. Seither durchlebt der begabte Passer eine skurrile Karriere.

Wenn er fit ist, gehört er zu den besten Quarterbacks der NFL. Doch zu oft ist er eben nicht fit - oder seine Leistungen werden von der schwachen Defense der Bengals überschattet. 2021 ging es für Burrow und die Bengals in den Super Bowl, wo nur wenige Minuten zum Sieg fehlten.

Doch statt mit Burrow eine Ära zu prägen, dümpeln die Bengals seither rum. 2022 ging es zuletzt in die Playoffs, drei Jahre ohne Postseason mit solch einem Quarterback sind eigentlich nicht möglich. Doch auch Burrow selbst muss schauen, ob er seine Verletzungsanfälligkeit irgendwie in den Griff bekommen kann.

Sonst könnte Burrow als einer der Quarterbacks in die Geschichte eingehen, die die größte Diskrepanz zwischen Talent und letztendlichem Erfolg aufweisen.

2021: Trevor Lawrence (Quarterback, Jacksonville Jaguars)

Als "Generational Talent" wurde Trevor Lawrence vor dem Draft 2021 betitelt, bereits zu Highschool-Zeiten wurde ihm eine große NFL-Karriere prophezeit. Und die Jacksonville Jaguars wollten, dass er diese Karriere bei ihnen verlebt.

Doch die ganz großen Erwartungen konnte Lawrence nicht erfüllen - zumindest noch nicht. Wobei auch festzuhalten ist, dass die Umstände in Jacksonville alles andere als einfach waren. Mehrere verschiedene Head Coaches und Playcaller sowie wenige gute Playmaker prägten seine ersten Jahre.

Unter Liam Coen ging es dann 2025 deutlich vorwärts, diese Entwicklung soll auch in den kommenden Jahren anhalten. Es bleibt abzuwarten, ob Lawrence noch zu dem Spieler werden kann, den man 2021 in der Glaskugel gesehen hat.

2022: Travon Walker (Defensive End, Jacksonville Jaguars)

Dass vor allem das erste Jahr mit Lawrence enttäuschend verlief, zeigt der Fakt, dass die Jaguars ein Jahr später schon wieder an Nummer 1 wählen durften. Dieses Mal floss der Pick in die Defense. Travon Walker galt eigentlich als Kandidat für Platz zehn bis 15 im Draft, doch starke Leistungen beim Combine ließen seinen Wert in die Höhe schnellen.

Anders als Myles Garrett fünf Jahre zuvor konnte Walker seinen First Overall Pick aber nicht in Gänze rechtfertigen. Er entwickelte sich bei den Jaguars zu einem guten Pass Rusher, der gemeinsam mit Josh Hines-Allen ein gefährliches Duo bildet. Von absoluter Dominanz ist er aber weit entfernt.

2023: Bryce Young (Quarterback, Carolina Panthers)

Wozu Bryce Young in der NFL noch fähig ist, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Die Meinungen jedenfalls gehen weit auseinander. Nach drei Saisons hat der Quarterback nahezu die gesamte Bandbreite gezeigt - von horrend schlecht bis herausragend gut. Die Frage ist: Kann Young Konstanz?

2025 war seine bislang mit Abstand beste Saison, doch fast genau 3000 Passing Yards waren kein herausragender Wert. 2026 dürften die Panthers eine klarere Antwort erhalten, ob Young der Mann für die Zukunft ist.

Kann Bryce Young seine positive Entwicklung fortsetzen?

Bild: Icon Sportswire


2024: Caleb Williams (Quarterback, Chicago Bears)

Diese Frage könnten die Chicago Bears womöglich bereits zu den Akten legen, denn Caleb Williams und Ben Johnson - das scheint zu passen. Im ersten gemeinsamen Jahr mit seinem neuen Head Coach steigerte sich Williams im Vergleich zu seiner Rookiesaison erheblich.

Mit einer 11-6-Bilanz gelang den Bears der Einzug in die Playoffs, maßgeblichen Anteil daran hatte Williams. Fast 4.000 Passing Yards, 27 Passing Touchdowns und nur sieben Interceptions sprechen eine klare Sprache. Und noch ist die Entwicklung nicht vorbei.

2025: Cam Ward (Quarterback, Tennessee Titans)

Cam Ward ist der bislang letzte Spieler, der im NFL Draft an erster Stelle ausgewählt wurde. In schwierigen Umständen bei den Tennessee Titans erlebte er ein wechselhaftes Rookiejahr. Mit Brian Daboll als Offensive Coordinator soll jetzt der nächste Schritt erfolgen.

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