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NFL: 49ers chancenlos? Ob und wie jedes Team den Super Bowl gewinnen kann

Veröffentlicht:

von Mattis Oberbach

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Videoclip • 01:11 Min


Auch in diesem Jahr gehen wieder 32 Teams voller Ambitionen in die neue NFL-Saison, am Ende wird aber nur eins die begehrte Vince Lombardi Trophy in die Höhe strecken. Wer das sein kann – und wer auf keinen Fall den Super Bowl gewinnen wird, schauen wir uns ganz genau an.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag startet die NFL mit der Partie zwischen den Seattle Seahawks und New England Patriots in die neue Saison.

Im Vorfeld beleuchtet ran die Chancen aller 32 Teams auf den Sieg im Super Bowl.

Seattle Seahawks

Der Champion von Super Bowl 60 gehört naturgemäß dem engen Favoritenkreis für die kommende Spielzeit an. Aber eine Titelverteidigung wird schwierig: Nachdem Offensive Coordinator Klint Kubiak den Posten als Head Coach bei den Las Vegas Raiders annahm, wurde Brian Fleury (ehemaliger Tight-End-Coach bei den San Francisco 49ers) als dessen Ersatz geholt. Fleury hat noch nie als Playcaller fungiert, war noch nicht einmal Coordinator und bis 2019 sogar defensiver Coach. Das alles sind noch keine definitiven K.-o.-Kriterien – doch Head Coach Mike Macdonald ist primär für die Defensive zuständig, kann in der Offense also nichts schnell reparieren, falls Neuling Fleury überfordert sein sollte oder der Angriff nicht angreift. Dazu kommt mieses Karma: Mit Jadarian Price holten sich die Seahawks in der 1. Runde im Draft einen Running Back. Ein solcher Luxuspick wird nur selten belohnt, zumal auf dieser Position, wo nur Rotation sinnvoll ist.

Fazit: Die Seattle Seahawks können den Super Bowl gewinnen.

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San Francisco 49ers

Die Niners müssen für einen Sieg im Super Bowl gesund bleiben, bla bla. Das gilt für alle Teams, auch solche, die nicht neben einer (offenbar gefährlichen!?) Stromverteileranlage trainieren. San Francisco versucht sich in diesem Jahr an der Strategie: "Wir probieren es noch ein letztes Mal, bevor wir schon im Dezember anfangen, alles für den Abriss vorzubereiten." Auf den Skill-Positionen (Running Back, Wide Receiver, Tight End) – so benannt wegen der benötigten athletischen Fähigkeiten – spielen Christian McCaffrey (30 Jahre alt), Kyle Juszczyk (35), Mike Evans (33), Deebo Samuel (30) und George Kittle (32). Viel Spaß an die örtlichen Orthopäden, hoffentlich habt ihr keine Urlaubstage mehr übrig!

Fazit: Die San Francisco 49ers können den Super Bowl nicht gewinnen.

Arizona Cardinals

Dieser Kader ist wild. Gibt es neben Safety Budda Baker und Tight End Trey McBride noch einen einzigen anderen bekannten Spieler? Kein brauchbarer Quarterback, Running Back Jeremiah Love an dritter Stelle im Draft, ein Head Coach, dessen Jets-Teams die fünft- bzw. zweitwenigsten Punkte erzielten. In der knallharten NFC West werden die Cardinals mit weitem Abstand das schlechteste Team sein und sind der klare Favorit auf den ersten Pick im Draft 2027.

Fazit: Die Arizona Cardinals können den Super Bowl nicht gewinnen.

Los Angeles Rams

Dass Quarterback Matthew Stafford vergangenes Jahr zum ersten Mal überhaupt ein First-Team All-Pro wurde, ist irgendwo verdient, nicht zuletzt als Auszeichnung für sein Lebenswerk. Seinem zweifellos nahenden Laufbahnende wirken die Rams durch die bewährte Formel entgegen, Picks gegen etablierte Stars zu tauschen: Pass Rusher Myles Garrett und Cornerback Trent McDuffie bringen defensive Star Power, die es in Hollywood seit Aaron Donald nicht mehr gab. Und der beste Verteidiger dieser Generation wird noch ein Jahr dran hängen, weil dieser Bizeps am Rentendasein verschwendet ist. So sind die Rams der Top-Favorit für die kommende Spielzeit.

Fazit: Die Los Angeles Rams können den Super Bowl gewinnen.

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Green Bay Packers

Secondary, Offensive Line, Defensive Line – so hat ein Draft auszusehen! Die Packers bleiben das Gegenteil von flashy, sie lassen sich zu wenig Wildem hinreißen – einzig der Kicker in der sechsten Runde ist etwas wild, aber er heißt "Smack" mit Nachnamen, damit ist dieser Akt entschuldigt. (Stichwort Kicker: Mit Lenny Krieg haben die Käseköpfe einen deutschen Kicker im Practice Squad! Go Lenny!!) Eine perfekte Prognose ist in dieser Division nicht möglich: Von Playoffs bis Liga-Mittelfeld ist alles drin. Vieles mag davon abhängen, ob Pass Rusher Micah Parsons nach seinem Kreuzbandriss wieder fit genug wird, um ein Faktor zu sein, sobald er nach frühestens vier Spieltagen aufs Feld zurückkehrt.

Fazit: Die Green Bay Packers können, glaube ich, den Super Bowl gewinnen.

Detroit Lions

Auf den Schlüsselpositionen gehen die Lions unverändert in die neue Spielzeit. Nach einer phänomenalen Bruchlandung in der zweiten Saisonhälfte ist das überraschend, zumal schon die Jahre davor nicht besonders brachial umstrukturiert wurden – das war immerhin verständlich, wähnte man sich in der Autostadt doch auf der Überholspur. Nun sind es wieder Gibbs, St. Brown, LaPorta, Sewell, Hutchinson und Co., dazu Jared Goff als Quarterback, der zwar weiterhin auf recht hohem Niveau spielt, nur teils dann nicht, wenn’s wirklich wichtig wird. Es fällt schwer, hier die zu drehenden Stellschrauben zu finden. Vielleicht reicht es ja, mit Juice Scruggs einen Wild-West-Namen auf der Center-Position spielen zu lassen. Aber… vielleicht auch nicht?

Fazit: Die Detroit Lions können, glaube ich, den Super Bowl gewinnen.

Minnesota Vikings

Wir konzentrieren uns jetzt und geben uns Mühe, nicht den seltsamsten Quarterback-Room der Liga zu besprechen – das haben alle anderen schon getan. Bei Third Downs sind die Vikings – nein, wir sprechen doch über die Quarterbacks. Kyler Murray als Starter vor Carson Wentz und irgendwo im Keller, gefesselt und geknebelt, JJ McCarthy? Das liest sich wie ein seltsamer Comedy-Sketch, aber einer, bei dem die Punchline nur aus Galgenhumor bestehen kann. Justin Jefferson wird von diesem Trio eine absurde Anzahl an Bällen zugeworfen bekommen, aber nur etwa jeden vierten überhaupt berühren, geschweige denn fangen können. Dass Draft Picks nicht immer aufgehen, ist kein Geheimnis, aber dem scheinbaren Erstrunden-Fail zwei ziemlich offensichtliche Erstrunden-Fails hinzuzufügen? Statt die kaputte Glühbirne zu reparieren oder auszutauschen, werden auch noch der Lampenschirm und der Lichtschalter zertrümmert. Man könnte ja wenigstens mit, was weiß ich, Andy Dalton oder Tyrod Taylor oder Marcus Mariota oder Case Keenum einen respektierten, fähigen Mann engagieren, der den Worst Case abwenden kann. Der Kader sieht gar nicht mal schlecht aus, aber mit dieser hanebüchenen "Quarterback-Strategie", die den Namen kaum verdient hat, in eine Saison zu gehen, muss mit einer verlorenen Wette auf höchster Franchise-Ebene zu tun haben.

Fazit: Die Minnesota Vikings können, glaube ich, nicht den Super Bowl gewinnen.

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Chicago Bears

Wir sind uns einig, dass Caleb Williams und die Bears 2025 einen Schritt vorwärts gemacht haben, ja? Wir stimmen außerdem überein, dass sieben ihrer elf Siege in der Regular Season und der eine in den Playoffs – so emotional wichtig und Trauma-bezwingend er auch gewesen sein mag – One-Score-Erfolge waren und man deshalb davon ausgehen muss, dass es 2026 eher einen Rückwärts-Schritt geben wird, richtig? Gut. Unter diesem Gesichtspunkt darf die Kaderplanung der Bären weiter auf einen einzigen Faktor runtergebrochen werden: Hat Williams es in sich, die Magie seiner College-Zeit weiterzuentwickeln? Ist seine Spielweise (Mahomesartig, nur weniger souverän, oft annähernd arrogant) ein valides Mittel gegen NFL-Defensiven? Sie muss es sein, um in Chicago nicht von den neuerdings hohen Erwartungen davongepustet zu werden, denn nach dem Trade von DJ Moore stehen dem 24-Jährigen noch weniger bekannte Größen oder verlässlich hochklassige Teamkollegen zur Verfügung als ohnehin schon. Eigentlich darf und kann das nicht klappen. Aaaber das wurde 2025 auch immer wieder gesagt, als es mehrere knappe, dramatische, schwindelerregende Momente gab. Mit einem Caleb Williams, der den irren Erwartungen gerecht wird, ist vieles möglich.

Fazit: Die Chicago Bears können, glaube ich, den Super Bowl gewinnen.

Philadelphia Eagles

Seit die USA 1776 in Philadelphia ihre Eigenständigkeit zu Pergament brachten, fliegen die Bewohner der Stadt und die Fans der Sportteams gegen den Wind. Ein Großteil der NFL würde Quarterback Jalen Hurts mit Kusshand nehmen, in Philadelphia wird derweil an jedem Touchdown-Wurf ein Makel gesucht, um den Star vom Himmel zu holen. Gut für das Team, dass das alles an Hurts so spurlos vorbeigeht wie ein Rushing Touchdown: Er kommt nicht mal aus der Puste, sondern atmet weiter entspannt durch die Nase (im Ernst, achtet mal drauf). Mit ihm als Piloten können sich Breite und Tiefe des Kaders im besten Fall komplett entfalten und sicher Richtung Postseason gesteuert werden.

Fazit: Die Philadelphia Eagles können den Super Bowl gewinnen.

Dallas Cowboys

Als die Cowboys zuletzt etwas von Substanz gewonnen haben, wusste noch niemand, was "Reality-TV" bedeutet. Da sie sich aber in den letzten drei Jahrzehnten zur Dauer-Soap-Opera gemacht haben, liegt der Fokus verständlicherweise nicht mehr so auf dem Sportlichen, wie es wohl der Fall sein sollte. Und da mit Jerry Jones immer noch der gleiche Regisseur das Sagen hat, wird sich das auch 2026 nicht ändern.

Fazit: Die Dallas Cowboys können den Super Bowl nicht gewinnen.

Washington Commanders

Verletzungen verdammten 2025 zu einem Seuchenjahr für die Commanders. Verletzungen drohen, 2026 das Gleiche zu tun. Der gerissene Trizeps von Left Tackle Laremy Tunsil hat nicht nur auf seiner, sondern auch auf weiteren Positionen für den Verlust von dringend benötigter Tiefe gesorgt. Jayden Daniels, der in Bestform die Fehler anderer kaschieren vermag, weiß diese Saison von Beginn an, wo er diese Fehler zu suchen hat. Aber irgendwann kann auch er nix mehr machen.

Fazit: Die Washington Commanders können den Super Bowl nicht gewinnen.

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New York Giants

Die Giants haben 2026 genau eine Möglichkeit, Spiele zu gewinnen: früh in Führung gehen, irgendwie. Dann nämlich kann der eigene Pass Rush so richtig in Aktion treten und eventuell die eine oder andere Führung verteidigen. Leider wirkt die Offensive, als hätten ein Vater und sein Sohn gemeinsam bei einem Fantasy Draft teilgenommen (der eine draftet Winston, Harris, Beckham, also Stars von gestern; der andere Dart, Skattebo und Nabers, also "Stars" von heute).

Fazit: Die New York Giants können den Super Bowl nicht gewinnen. (Aber unter dem neuen Head Coach John Harbaugh darf man den Giants eine mittelfristig freudige Prognose geben: Sie dürften in näherer Zukunft in den Kreis der Teams vorstoßen, die den Super Bowl gewinnen können. Hurra!)

Tampa Bay Buccaneers

Was eine NFL-Franchise mehr als alles andere braucht, ist ein fähiger Quarterback, der von sich in ungesundem Maße überzeugt ist und sich bei jedem Play für unsterblich hält. Bei einem Typen wie Baker Mayfield gehört dieses Setting zu den Werkseinstellungen, man muss sich schon Mühe geben, ihm den Antrieb zu stehlen, etwa, indem man ihn unnötig in ein letzten Vertragsjahr gehen lässt, ohne das Arbeitspapier zu verlängern. Das ist gefährlich, zumal Mayfield das auch nicht für sich behält und so ständig eine Ablenkung sein wird. Die Buccaneers verhalten sich in dieser Causa wie die Piraten bei Asterix, die ihr Schiff selbst versenken, damit es niemand anderes für sie tun muss.

Fazit: Die Tampa Bay Buccaneers können den Super Bowl nicht gewinnen.

Update: Die Bucs und Mayfield haben sich kurz vor Saisonstart auf einen neuen Dreijahresvertrag geeinigt. Damit haben sie sich quasi selber den Wind in die Segel geblasen.

Fazit: Die Tampa Bay Buccaneers können den Super Bowl gewinnen.

Carolina Panthers

Die Panthers machen Spaß, weil sie unter freiem Himmel und in einem Stadion spielen, das noch eine eigene DNA hat und nicht langweilig-steril wirkt. Außerdem ist Steph Curry manchmal zu Besuch. Prächtig! Dazu werden sie mit einer Bilanz von 4-0 in die Bye Week gehen und manchen Fan auf der Tribüne haben, der sich euphorischen Illusionen hingibt. Aber für eine ganze Saison ist dieser Kader weiterhin viel zu dünn besetzt. Trotz der Verlängerung des Vertrages von Quarterback Bryce Young (bis inklusive der 2027er-Saison) wird im Herbst feststehen, dass die Panthers keinen wahren Franchise-Quarterback im Team haben.

Fazit: Die Carolina Panthers können den Super Bowl nicht gewinnen.

New Orleans Saints

Seit Drew Brees nicht mehr spielt (und Taysom Hill, mit Abstrichen), gibt es an den Saints nichts mehr, was Spaß macht, wenn man nicht eingefleischter Fan ist (und womöglich tun selbst die sich schwer). Das Stadion und der Rasen sind zum Rest der NFL wie Vanille zum Rest der Eistheke, das Team ebenso farblos, die Ansprüche minimal. Immerhin: Ab 2027 fällt der monumentale Dead Cap weg, also der Anteil des Gehaltsspielraums, den die Saints für Akteure ausgeben, die gar nicht mehr für sie spielen. Vielleicht kann sich ja dann etwas ändern.

Fazit: Die New Orleans Saints können den Super Bowl nicht gewinnen.

Atlanta Falcons

Die Falcons ziehen mit den Saints mit in Sachen Farblosigkeit, zumindest in Bezug auf ihr Stadion. (Wieso genau sieht deren Rasen immer so grau aus?) Dafür haben sie mehr Fantasie in der Kaderplanung, auch wenn nicht jeder Handgriff sitzen wird. Die Möglichkeit einer leibhaftigen Zwei-Quarterback-Offense, mit Tua Tagovailoa für die kurzen Pässe und Michael Penix für die langen, wirkt ansprechend. Es wird nicht funktionieren, aber zumindest uns neutralen Zuschauern Spaß bereiten. Und: Clever, mit Running Backs Bijan und Brian sowie Cornerback Jammie drei "Robinsons" im Team zu haben. Das verwirrt den Gegner! Geheimtipp: Sechstrundenpick Harold Perkins könnte zu einem Star werden.

Fazit: Die Atlanta Falcons können den Super Bowl nicht gewinnen.

Kansas City Chiefs

Hier erübrigt sich eine allzu umfängliche Analyse: Ein Team mit Patrick Mahomes als Quarterback ist in jedem Jahr fähig, den Super Bowl zu erreichen und zu gewinnen. Solange sein Kreuzband hält. Sonst nicht. Kaum ein Team hat einen wie Nick Foles auf der Bank, also einen Backup, der den Super Bowl gewinnen kann. Kansas City versucht auch gar nicht erst, diese Magie zu reproduzieren: Ihr Ersatz-Spielmacher ist Justin Fields.

Fazit: Die Kansas City Chiefs können den Super Bowl gewinnen.

Las Vegas Raiders

In einer Stadt voller Kasinos und Glücksspieler versuchen die Raiders, mit einer 8 im Blackjack zu gewinnen oder einem 4er-Paar beim Poker, indem sie Kirk Cousins als Starting Quarterback die Saison eröffnen lassen. Wer nichts wagt, der nichts gewinnt!

Fazit: Die Las Vegas Raiders können den Super Bowl nicht gewinnen. (Das würden sie, damit wir uns nicht falsch verstehen, natürlich auch mit Fernando Mendoza, dem ersten Pick des diesjährigen Drafts, nicht schaffen. Dafür ist das Team zu schlecht. So gesehen ist es sogar clever, Mendoza noch mehr Zeit zu geben, auf diesem Niveau zumindest Trainingserfahrung zu sammeln, bevor er dann ab Ende November nach sieben Pleiten aus acht Spielen (gegen die Chiefs, Patriots, Bills und Rams sowie 49ers, Seahawks und Broncos, (herrjemine, was ein Spielplan)) doch noch aufs Feld darf. So betrachtet ist die Cousins-Strategie sogar die richtige… Die Las Vegas Raiders haben durchdacht, was sie tun, bevor sie es tun!

Denver Broncos

Sport im Allgemeinen und die Leidensfähigkeit von Sportfans im Speziellen beruhen auf der ewigen Hoffnung, dass bald alles besser wird. Wenn dann das Schicksal dem Star-Quarterback den Knöchel bricht, kurz bevor er über die Schwelle des Super Bowls schreitet, tut das nicht nur ihm, sondern auch der Fan-Seele weh. Aber die Hoffnung, dass der magische Lauf wiederholt werden kann, die kehrt direkt wieder. Das ist die Macht des Sports! Das ist die Wirkung eines fähigen Preseason-Auftritts von Bo Nix!

Fazit: Die Denver Broncos können den Super Bowl gewinnen.

Los Angeles Chargers

Ich würde wirklich gerne mal ein privates Gespräch mit Jim Harbaugh führen. Wie ist er wirklich drauf? Kann er auch normal kommunizieren? Oder schnackt er tatsächlich immer so einen Stuss, wie wenn er bei der Pressekonferenz über seine Liebe zum Rasenmähen philosophiert? Wichtiger (aber nicht viel wichtiger) als mein Eindruck von Harbaugh ist der des Chargers-Kaders. Quarterback Justin Herbert etwa passt vom Charakter so gut zu Harbaugh wie dessen so geliebter Rasenmäher auf einen NFL-Kunstrasen. Dazu kommt in diesem Jahr nun auch noch Mike McDonald als Offensive Coordinator, diese aufpeitschende Schlaftablette, was nicht nur ein Widerspruch in sich ist, sondern ebenfalls mit der Art des Head Coaches unvereinbar sein sollte. Die Chargers leben halt die Phrase der sich anziehenden Gegensätze. Aber ich möchte von keinem der dreien eine Woche lang im Vorlauf zu einem Super Bowl Pressekonferenzen und Interviews hören. Tut mir leid, aber ich mache hier die Regeln.

Fazit: Die Los Angeles Chargers sollen bitte nicht den Super Bowl erreichen.

Baltimore Ravens

Wisst ihr noch, als in manchen Kreisen gefordert wurde, Lamar Jackson müsse mit dem Schritt in die NFL auch seine Position wechseln? Ist jemandem bekannt, ob diese Trottel irgendwelche Konsequenzen erleiden mussten? Ich weiß, dass ich hier eine sehr alte Story ausgrabe, aber es reicht nicht, nur die Brillanz des 29-Jährigen hervorzuheben: Sie wird noch brillanter, wenn man bedenkt, was seinerzeit von ihm gehalten wurde. Gut möglich, dass der werfende und laufende Jackson heute ein besserer Quarterback ist als der "nur" werfende Patrick Mahomes – mindestens gleichauf mit Josh Allen ist er allemal. Und wie bei einigen anderen Teams in dieser Liste gilt: Wie der QB, so die ganze Franchise.

Fazit: Die Baltimore Ravens können auf jeden Fall den Super Bowl gewinnen (selbst unter Neu-Head-Coach Jesse Minter).

Cincinnati Bengals

Schwierig. Die Bengals haben einen auf vielen Positionen sehr gut besetzten Kader: Star-Quarterback, Star-Receiver, Star-Pass-Rusher. Dem gegenüber steht Joe Flacco als einziger (!?) Backup-Quarterback, was auf mehreren Ebenen Quatsch ist, sowie eine Franchise-DNA, die Dagobert Duck den Spitzenplatz im Pfennig-Horten streitig macht. Das kann nicht gut gehen, eigentlich, aber würde es überraschen, wenn sie Mitte Oktober mit fünf Siegen aus fünf Spielen in die Bye Week gehen (gegen Tampa, Houston, Pittsburgh, Jacksonville und Miami)? Selbst danach geht es zwar gegen die Ravens, Chiefs und nochmal Ravens, aber zwischendurch gibt es viel Potential für Fliegenklatsche-trifft-Fliege. Titans? Saints? Panthers? Das müssen Siege werden. Knifflig wird es dann erst im Januar, wenn in der stahlharten AFC ein Schwergewicht nach dem anderen wartet. Wenn die Bengals sich bis dahin in einen Rausch gespielt haben, ist durchaus etwas drin.

Fazit: Die Cincinnati Bengals können den Super Bowl gewinnen.

Pittsburgh Steelers

*tief durchatmen* Auf dem Papier gibt es Dinge, die die Steelers getan haben, die man mögen kann: In der Free Agency und im Draft die Secondary und die Offensive und Defensive Lines verstärken, erst in der siebten Runde den Sohn von Autorin Elke Heidenreich draften (braucht ihr nicht googeln), Receiver Michael Pittman für quasi gratis aus Indianapolis holen... Aber dann wurde Quarterback Aaron Rodgers behalten, kein Backup mit wirklich Potenzial geholt und vor allem Mike McCarthy als Head Coach verpflichtet. Die Rooney-Familie, die ewigen Chefs der Franchise, werden diese nicht kaputtwirtschaften wollen. Aber trotzdem tun sie es gerade.

Fazit: Die Pittsburgh Steelers können den Super Bowl nicht gewinnen.

Cleveland Browns

Die Cleveland Browns haben jahrelang den Keller der NFL bewohnt und ihn mittlerweile sogar noch weiter ausgebaut. Das schändliche Verhalten rund um Deshaun Watson, der nun als Starter in die Saison geht, berechtigt die Football-Götter, der Franchise weitere drei Jahrzehnte allen Misserfolg der Welt beizufügen. Und siehe da: Tight End Dae’Quan Wright geht wieder ans College, statt bei den Browns um einen Kaderplatz zu kämpfen. Es ist so schlimm in Cleveland, dass junge Spieler ihren Traum von der NFL aufs Spiel setzen und in Kauf nehmen, nochmal ein Jahr einen Kurs in Darstellende Künste nehmen zu müssen.

Fazit: Die Cleveland Browns können selbstverständlich nicht den Super Bowl gewinnen.

New England Patriots

Irgendwie haben die Patriots in der vergangenen Saison den Super Bowl erreicht. Ganz sicher kann man sich heute, knapp acht Monate nach der Postseason, nicht mehr sein, wie das geschah. So ist zu erwarten, dass nach dem Überflug eine eher unsanfte Landung folgt. Drake Maye ist nicht Tom Brady und Mike Vrabel ist nicht Bill Belichick – wobei die beiden letztgenannten jüngst doch gewisse Parallelen aufweisen, mit zweifelhaften Beziehungen zu (jüngeren) Frauen. Das schadet nicht nur dem eigenen Image, es leidet früher oder später auch das Team darunter. Und dann ist auch noch AJ Brown dazugekommen, der für seine umgängliche Art bekannt ist.

Fazit: Die New England Patriots können den Super Bowl nicht gewinnen.

Miami Dolphins

Die Delfine landen tragischerweise 2026 als Opfer des NFL-Spielplan-Systems in einem halsbrecherisch eng gestrickten Netz aus tückischen Gegnern. Sie spielen zweimal gegen die Patriots und die Bills aus der eigenen Division, aber auch gegen die Lions und Packers sowie gegen die Bengals, Chargers, Chiefs und Broncos. Gut möglich, dass es bei drei Siegen (zwei Mal gegen die Jets sowie zum Auftakt gegen Las Vegas) bleibt.

Fazit: Die Miami Dolphins können den Super Bowl nicht gewinnen.

Buffalo Bills

Quarterback Josh Allen bekommt in letzter Zeit viel zu viel Gegenwind von Fans, die sich seine schlechten Momente wie Rosinen aus dem Kuchen suchen. Dabei überwiegen seine heroischen Akte: Die Bills sind von Allen abhängig wie wenige andere Franchises von einem einzigen Spieler, unter ihm haben sie nie mehr als sechs Spiele in einer Saison verloren und schon seit 2020 immer mindestens auch ein Playoff-Spiel absolvieren dürfen. Allen ist f*cking außerirdisch gut. Das kann nicht mal durch diese architektonische Blutgrätsche des neuen, charakterlosen Stadions getrübt werden.

Fazit: Die Buffalo Bills können den Super Bowl gewinnen.

Wie weit kann er die Bills tragen?

Bild: ZUMA Press Wire


New York Jets

Die Jets gewinnen den Super Bowl, wenn die Sonne im Westen aufgeht und im Osten versinkt, wenn die Meere austrocknen und die Berge wie Blätter im Wind verwehen und George RR Martin endlich den sechsten Band von "A Song of Ice and Fire" rausbringt. Laut ran-Glaskugel passiert das noch nicht während der kommenden NFL-Saison.

Fazit: Die New York Jets können den Super Bowl nicht gewinnen.

Tennessee Titans

2027 werden die Titans in ein neues Stadion umziehen, das von außen wie ein neumodischer Wohnblock aussieht, richtig mit Balkons und Glasfronten und Pflanzen, die an der Fassade runterhängen. Gibt es ein besseres Symbolbild für "Wir wollen niemanden stören und bloß nicht auffallen, wir sind nur froh, mitmachen zu dürfen"?

Fazit: Die Tennessee Titans können den Super Bowl nicht gewinnen.

Jacksonville Jaguars

Es wäre schon blöd, wenn die Frisur von Trevor Lawrence nicht doch mal eine Rolle spielen würde. Stellt’s euch vor: In der Woche vorm Super Bowl gibt es Papp-Masken mit seinem Haar zu erstehen, die Shampoo-Branche erlebt einen Boom, im folgenden Herbst kämen ganz viele kleine Trevors auf die Welt. Leider scheint ein wirklich großes Jahr für Jacksonville, wie in den glorreichen Zeiten von Blake Bortles, eher an den Haaren herbeigezogen. Spiele innerhalb der eigenen Division dürften runtergehen wie eine sanfte Spülung, aber dem Kader wurden nicht nur die Spitzen gestutzt, sondern mit einem Epilierer die Wurzeln entfernt, ohne dass mit Alpecin nachgelegt wurde: Lächerliche sieben Neuzugänge (weniger als ein Fünftel des Liga-Spitzenwertes) für atemberaubende 22 Millionen US-Dollar (weniger als ein Fünfzehntel) lassen die Haarwachstumkurve rapide ins Negative schnellen. Die Offensive, die schon 2025 oft mit haarigen "Leistungen" aufwartete, wird unter gleicher Leitung, aber mit weniger Talent, viel Styling brauchen, um endlich mal wieder in der Postseason für Aufsehen zu sorgen.

Fazit: Die Jacksonville Jaguars können den Super Bowl nicht gewinnen.

Houston Texans

JJ Watt hat mal für Houston gespielt. Aber vermutlich war die Texans-Defense nie so gut wie heute. Breit und tief besetzt, mit wiederkehrenden Startern auf fast allen Spots, dazu oft mit Talent sogar auf den Backup-Posten. Jadeveon Clowney ist zurück, Odyssey-artig nach sieben Jahren Abwesenheit wieder dort, wo alles begann! Wie bei keinem anderen Team kann die Offensive hier womöglich auf dem Beifahrersitz Platz nehmen, wo Quarterback CJ Stroud und vor allem Wide Receiver Nico Collins aber hervorragend navigieren und den DJ geben können. Hier schlummert ganz viel Potential für ein großes Jahr!

Fazit: Die Houston Texans können den Super Bowl gewinnen.

Indianapolis Colts

Seit 2014 haben die Colts die AFC South nicht mehr gewonnen. Damals war Andrew Luck auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn und unsere Fernseher hatten noch Knöpfe und Rädchen, die man bedienen musste, um den Sender zu wechseln (meine ich). In vielerlei Hinsicht scheint der 26er-Kader bereit, die Vergangenheit zur Gegenwart werden zu lassen, aber die gerissene Achillessehne von Quarterback Daniel Jones bleibt ein riesiges Fragezeichen. Im Training Camp auf dem Feld stehen ist eine Sache, in der regulären Saison eine ganz andere. Bevor er nicht bewiesen hat, dass die vergangene Spielzeit die wahrscheinliche Eintagsfliege war, haben die Colts (besonders mit Riley Leonard und Anthony Richardson, der schon gar nicht mehr da sein wollte) keine Chance.

Fazit: Die Indianapolis Colts können den Super Bowl nicht gewinnen.

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