2. Bundesliga
1.FC Köln und Friedhelm Funkel: Eine Trennung wäre das Beste für beide Seiten - ein Kommentar
Aktualisiert:
von Tim Althoff2. Bundesliga
1. FC Köln: Fußballromantiker Funkel schwärmt von Uths letztem Auftritt
Videoclip • 01:48 Min
Der 1. FC Köln hat den Aufstieg mit Friedhelm Funkel geschafft. Jetzt wird es Zeit für einen Neuanfang mit fußballerischer Identität. Ein Kommentar.
Am 34. Spieltag ist der Aufstieg des 1. FC Köln dann doch geglückt. Durch die zwei Siege gegen Nürnberg und Kaiserslautern hat Interimstrainer Friedhelm Funkel seine Pflicht erfüllt.
Obwohl die Mannschaft sich sichtbar an seinen neuen Coach gewöhnt hat, ist jetzt die richtige Zeit, sich wieder zu verabschieden. Für alle Parteien.
Funkel hat mit den zwei Spielen nochmal ein ordentliches Gehalt kassiert, durfte seinen siebten Aufstieg in die Bundesliga feiern und beendet seine dritte Amtszeit beim FC auf einem absoluten Hoch. Besser wird es nicht - auch wenn er jetzt mit einem Verbleib liebäugelt.
Die Kölner sind ihrerseits großes Risiko gegangen, als sie sich nach dem verpatzten Spiel gegen Regensburg von Trainer Gerhard Struber und Sport-Geschäftsführer Christian Keller getrennt haben.
1. FC Köln: Friedhelm Funkel hat seinen Job erledigt
Funkel hat es geschafft, der Mannschaft neues Selbstvertrauen einzuhauchen. Er ließ keinerlei Zweifel am Aufstieg zu und schaffte es nebenbei auch noch, die Prügel-Posse um Tim Lemperle vor dem Zweitliga-Finale gegen Kaiserslautern möglichst kleinzureden.
Funkel hat seinen Job erledigt und der FC den "Betriebsunfall Abstieg" samt Transfersperre überstanden. Jetzt wird es Zeit für einen Neuanfang.
Köln muss sich klarwerden, welche Art von Fußball in der Bundesliga gespielt werden soll. Der Kader wird zum Großteil gleichbleiben, hat aber nach den Trainerwechseln rund um Steffen Baumgart, Timo Schultz und Gerhard Struber keinerlei fußballerische Identität mehr.
Funkel hat die Mannschaft laut Dominique Heintz "einfach machen lassen". Gegen Nürnberg und Kaiserslautern waren keine taktischen Meisterleistungen notwendig, die Mannschaft hat ihre Vorteile in der individuellen Qualität abgerufen.
1. FC Köln zurück in der Bundesliga: Die besten Bilder der Aufstiegs-Party

Meister-Party in Köln: FC kehrt in die Bundesliga zurück
Der 1. FC Köln hat am 34. Spieltag durch einen 4:0-Kantersieg gegen Kaiserslautern nicht nur den direkten Wiederaufstieg fixiert, sondern sich auch noch zum Meister gekürt. ran zeigt die Party-Bilder aus dem RheinEnergieSTADION.2025 Getty Images

Martel bringt Köln früh auf Kurs
Beim letztlich souveränen 4:0-Erfolg sorgte Eric Martel schon in der 14. Minute für die Führung und erstmals Ekstase in Köln. Danach ließen die Rheinländer nichts mehr anbrennen.IMAGO/DeFodi Images

Doppelter Meister-Jubel
Für den 1. FC Köln war der 18. Mai 2025 ein ganz besonderer Tag in der Vereinshistorie. Bereits Stunden vor dem Aufstieg der Profis konnte sich die U19 den deutschen Meistertitel sichern. Die FC-Jungstars feierten während des Kaiserslautern-Spiels der Profis ausgelassen im RheinEnergieSTADION.IMAGO/DeFodi Images

Kainz sorgt für die Entscheidung
Spätestens nach 75 Minuten konnten die Feierlichkeiten in Köln beginnen, nachdem Florian Kainz das zwischenzeitliche 3:0 für die Gastgeber erzielt hatte und damit für die Entscheidung sorgte.2025 Getty Images

Platzsturm nach dem Schlusspfiff
Natürlich ließen es sich die Fans in Köln nicht nehmen, pünktlich zum Abpfiff am Sonntagnachmittag den Rasen zu stürmen und den Aufstieg bzw. Meistertitel zu feiern.2025 Getty Images

Meister-Macher Friedhelm Funkel
Als Feuerwehrmann sprang Friedhelm Funkel nach dem 32. Spieltag ein, um die Kölner in seiner dritten Amtszeit zurück in die Bundesliga zu führen - und der 71-Jährige lieferte. Auf Platz 2 übernahm Funkel den FC, als Zweitliga-Meister beendet er mit dem Team die Saison. Für ihn ist es bereits der siebte Bundesliga-Aufstieg seiner langen Trainer-Karriere.2025 Getty Images

Bierdusche für Funkel
Fast schon obligatorisch gab es nach Schlusspfiff natürlich auch die Bierdusche der Spieler für Coach Friedhelm Funkel und dessen Assistenten Matthias Lust.IMAGO/osnapix

Traumhafter Abschied für Uth
Erst kürzlich gab Mark Uth (Mi.) bekannt, seine aktive Laufbahn nach der Saison 2024/25 zu beenden. Nun verabschiedete sich der Stürmer in Köln mit dem Wiederaufstieg, dem Meistertitel und einem Tor zum 4:0-Endstand gegen den FCK. Zudem bestätigte Köln am Sonntag auch die Vertragsverlängerung von Linton Maina (li.).2025 Getty Images
Welcher Fußball soll jetzt gespielt werden?
Das wird in der Bundesliga nicht funktionieren. Der FC wird eine klare Spielidee brauchen, wie er im Oberhaus bestehen will. Ohne es Funkel absprechen zu wollen, einen entsprechenden Weg mit der Mannschaft zu finden, sollte sich Köln lieber zukunftsorientierter aufstellen.
Funkel ist immerhin 71 Jahre alt, wollte schon mehrfach in Rente gehen und wird wohl trotz seines herausragenden Fitnesszustands nicht mehr ewig an der Seitenlinie stehen.
Köln braucht jetzt einen Trainer, der sein System - im Idealfall - über Jahre hinweg etablieren kann. Nur so wird sich der FC längerfristig in der Bundesliga halten können.
So bliebe auch Funkels Status als zweifacher Retter in der Domstadt unangetastet. Eine mögliche Trennung im Kampf gegen den Abstieg würde der Liebschaft zwischen Funkel und seinem Herzensverein nicht gerecht werden.
Auch wenn es schwerfällt: Einen besseren Zeitpunkt für die Trennung wird es nicht mehr geben.
Alle Relegationsspiele zwischen Bundes- und 2. Liga sowie zwischen dem deutschen Unterhaus und der 3. Liga gibt es vom 22. bis 27. Mai LIVE in Sat.1, und im Livestream auf ran.de und Joyn
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