- Anzeige -

2.Bundesliga

Zweitliga-Saisonstart Hertha BSC vs. VfL Bochum - Berlins Boss Peter Görlich widerspricht "Untergangsszenarien": "Steht alles andere als schlecht"

Aktualisiert:

von Dominik Kaiser

2. Bundesliga

2. Liga: VfL Bochum auf Relegationsplatz - Dabrowski legt sich fest

Videoclip • 01:50 Min


Hertha-Geschäftsführer Dr. Peter Görlich spricht im ran-Interview über den Umbruch im Kader, die Bedeutung interner Transfers und seine Bilanz nach einem Jahr.

Endlich geht es wieder los: Hertha BSC eröffnet am Freitag beim VfL Bochum (19:50 Uhr live in SAT.1 und auf Joyn) die neue Saison der 2. Bundesliga.

Nach einem großen Umbruch im Kader stehen die Berliner vor einer ungewissen Spielzeit.

Im ran-Interview spricht Herthas Geschäftsführer Dr. Peter Görlich, der seit einem Jahr beium Hauptstadtklub tätig ist, über die Herausforderungen in Berlin, warum von Untergangsstimmung keine Rede sein kann und warum der Verein an Trainer Stefan Leitl festhielt.

Die nächsten Fußball-Livestreams auf Joyn

  • Bald verfügbar

    Freitag, 07.08. 19:50 • Fussball

    2. Bundesliga, Eröffnungsspiel: VfL Bochum-Hertha BSC im Livestream

    Verfügbar auf Joyn

    190 Min

    Bald verfügbar

    Freitag, 07.08. 19:50 • Fussball

    2. Bundesliga, Eröffnungsspiel: VfL Bochum-Hertha BSC im Livestream

    Verfügbar auf Joyn

    190 Min

  • Bald verfügbar

    Samstag, 08.08. 14:00 • Fussball

    3. Liga live: MSV Duisburg - SV Meppen

    Verfügbar auf Joyn

    120 Min

    Bald verfügbar

    Samstag, 08.08. 14:00 • Fussball

    3. Liga live: MSV Duisburg - SV Meppen

    Verfügbar auf Joyn

    120 Min

  • Bald verfügbar

    Samstag, 08.08. 14:00 • Fussball

    3. Liga live: FC Ingolstadt - Würzburger Kickers

    Verfügbar auf Joyn

    120 Min

    Bald verfügbar

    Samstag, 08.08. 14:00 • Fussball

    3. Liga live: FC Ingolstadt - Würzburger Kickers

    Verfügbar auf Joyn

    120 Min


- Anzeige -
- Anzeige -

Dr. Peter Görlich: Hertha braucht Geduld

ran: Auf dem Fan-Fest im Trainingslager in Kitzbühel haben Sie ihrem Unmut kundgetan, dass bei Hertha vom "Untergang" geschrieben wird. Wie sehen Sie den aktuellen Zustand des Vereins?

Dr. Peter Görlich: Wir brauchen ja gar keinen Hehl daraus zu machen, dass Hertha BSC eine Herausforderung für alle Akteure ist. Aber wir haben eine gute Strategie und wissen, was zu tun ist. Deshalb liegen uns solche Untergangsszenarien einfach fern, weil wir es im Tagesgeschäft komplett anders erleben. Wir haben eine unglaubliche Energie in der Mannschaft! Aber wir transformieren nicht nur den sportlichen Bereich, sondern eine gesamte Organisation. Und da braucht man Geduld, Mut und Glaube an viele Dinge. Um Hertha steht es alles andere als schlecht, wir wissen aber auch, dass Sehnsüchte und Träume ab und an der Realität weichen müssen. Hertha ist ein Verein, der sich konsolidieren muss.

ran: Auf welchem Niveau sehen Sie die Mannschaft kurz vor Saisonstart?

Görlich: Das ist immer eine sehr gern genommene Frage. Wir haben uns in der letzten Saison eher mit der Frage auseinandergesetzt: "Was wollen wir nicht mehr?" Und da stellen wir fest, dass die Prinzipien, die Spielidee, die wir für uns als passend definiert haben, in sehr vielen Teilen bereits umgesetzt wird. Natürlich ist es zu Saisonbeginn normal, dass sich der Rhythmus und das Zusammenspiel verfestigen müssen. Ich glaube, wir sind für das, was wir uns auf die Fahne geschrieben haben, auf einem sehr guten Weg. Und deshalb freuen wir uns alle, dass wir am Freitag die 2. Liga eröffnen dürfen.

Externer Inhalt

Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie Facebook, Instagram oder Youtube.

Aktiviere bitte Personalisierte Anzeigen und Inhalte sowie Anbieter außerhalb des CMP Standards, um diese Inhalte anzuzeigen.

Dr. Peter Görlich: Darum ist Leitl auch Trainer in der kommenden Saison

ran: Trainer Stefan Leitl stand zum Ende der vergangenen Saison in der Kritik. Sie selbst haben sich frühzeitig festgelegt, mit dem Coach in die neue Saison zu gehen. Was haben Sie ihm in das "Hausaufgabenheft" für die Sommerpause geschrieben?

Görlich: Aus meiner Sicht stand er nie in der Kritik, das mag die mediale Wahrnehmung gewesen sein. Wir haben frühzeitig gesagt, dass wir an der einen oder anderen Stelle etwas verändern müssen. Das machen wir aber nicht aufgrund des Drucks der Öffentlichkeit, sondern nach einer klaren Saison-Analyse. Das ist für alle nicht immer das Schönste. Wenn man nämlich nicht mehr auf der Emotionalitätsebene spricht, sondern sich Zahlen, Daten und Fakten anschaut.

ran: Mit welchem Ergebnis?

Görlich: Dass im "Hausaufgabenheft" grundlegende Dinge drinstanden. Wir können uns offensiv, defensiv, bei Standards und ganz besonders defensiv nach zweiten Bällen verbessern. Es muss eine Klarheit von der Spielidee herrschen, um tatsächlich erfolgreich zu sein. Wir wollen schneller in die Box kommen. Komme ich in die Box, habe ich Pässe in der Box, dann komme ich zum Torerfolg. Wir haben uns mit dem Trainerteam zusammengesetzt, um Trainingsprozesse zu ändern. Wir streben eine höhere Spielerverfügbarkeit an, damit wir eine eingespielte Mannschaft und kürzere Ausfallzeiten haben. Das ist uns sehr gut gelungen. Der Trainer ist diesen Weg mitgegangen. Er hätte auch sagen können: "Da habe ich keine Lust drauf."

ran: Wie hat Stefan Leitl die Ergebnisse der Saison-Analyse aufgenommen?

Görlich: Er selbst ist mit einer eigenen, sehr reflektierten Analyse in diese Gespräche gegangen. Das ist ein sehr positiver Aspekt in der Zusammenarbeit. Beide Seiten verstehen: Sie dürfen sich ändern und dürfen sich anpassen.

Die aktuellsten Fußball-Videos


- Anzeige -
- Anzeige -

Dr. Peter Görlich: Hertha will mit hoher Intensität zum Erfolg

ran: Wofür will Hertha BSC in der kommenden Saison sportlich stehen?

Görlich: Das Olympiastadion ist unsere Heimat und da wollen wir wieder positive Ergebnisse liefern. Wir möchten durch hohe Intensität unseres Spiels wahrgenommen werden. Nicht nur eine Intensität in den Umschaltmomenten, sondern tatsächlich über das gesamte Spiel. Das heißt: höheres Pressing, klare Abläufe und eine höhere Verteidigungslinie. Da verrate ich keine taktischen Insights, sondern das wurde bereits in den Vorbereitungsspielen umgesetzt. Wir wissen, dass eine solche Spielweise auch ein gewisses Risiko birgt. Wir glauben, dass das eine attraktive, aber auch eine erfolgsversprechende Möglichkeit ist, relativ schnell Räume zu überbrücken und in gefährliche Räume zu kommen.

ran: Sind Intensität und Pressing die Erfolgsfaktoren in so einer unberechenbaren Liga wie der 2. Bundesliga?

Görlich: Die 2. Liga zeichnet sich ja immer noch durch eine gewisse Körperlichkeit aus. Das muss man annehmen. Und wenn die Intensität in jeder einzelnen Position hoch ist, steigen auch Erfolgswahrscheinlichkeiten. Am Ende des Tages geht es auch darum, dass man eine Klarheit in seinen Aktionen hat, dass man saubere Abläufe hat und trotzdem Überraschungsmomente einbeziehen kann. Das Schöne, bei dem das gesamte Stadion raunt, ist das, was das Individuum den Platz bringt. Und diese Freiheit möchten wir geben.

Dir gefallen ran-News?

Dr. Peter Görlich: "Berliner Weg" wird weiter gegangen

ran: Spieler wie Fabian Reese oder Michael Cuisance, die solche Momente kreieren können, haben den Verein verlassen. Sie selbst sprachen davon, dass "interne Transfers die besten Transfers sind." Wie bewerten Sie die Spieler, die aus der Akademie nun in die Profimannschaft kommen?

Görlich: Wir kennen die Spieler schon lange und sehen, dass die Entwicklung noch nicht zu Ende ist. Diese Jungs können alle fußballerisch auf dem Niveau in der 2. Liga mithalten. Es ist auch eine strategische Frage: Machen wir die Tür für einen jungen Spieler zu und finden wir jemanden, der auf dieser Position 30 Prozent besser ist und in unseren finanziellen Möglichkeiten liegt? Da zeigt sich genau, dass der interne Transfer zum besseren Transfer für uns werden kann. Es sind keine Notlösungen, sondern es sind bewusste Lösungen.

ran: Aber unterliegen die möglichen Leistungsschwankungen von Jugendspielern nicht auch einem gewissen Risiko?

Görlich: Natürlich fallen diese Akteure mal ein bisschen ab, aber das muss man solchen jungen Spielern auch zugestehen. Wir tun alles dafür, dass sie dann aus so einem Tal schnell wieder rauskommen. Wir geben ihnen aber auch jeden Tag den Weg vor und warnen: Wenn ihr nicht dranbleibt und nicht trainiert, kann so etwas auch zu Ende sein. Wir erwarten mehr von euch, weil wir auch sehen, dass das Potenzial da ist. Aber Potenzial ist immer ein Versprechen in die Zukunft. Für uns ist es ein Zeichen, dass wir auch nach außen transportieren wollen.  Dass dieser vielleicht inflationär benutzte "Berliner Weg" von uns auch gegangen wird.

ran: Dennoch die Nachfrage - soll ein Teil der Transfereinnahmen auch wieder in den Kader fließen?

Görlich: Wir haben das ganz klar auf der Mitgliederversammlung kommuniziert, dass wir auf diese Transfer-Einnahmen angewiesen sind. Aber wir haben uns natürlich auch durch die Reduzierung der Kaderkosten Spielraum erarbeitet. Hertha wird nicht der Verein sein, der auf dem Transfermarkt hohe Summen auf den Tisch legt. Diese Zeiten sind vorbei. Das haben wir uns erarbeitet - negativ erarbeitet. Aber wir sind handlungsfähig und wissen, wo sind unsere Prioritäten liegen. Der Markt springt jetzt erst richtig an. Die Bundesligisten kommen aus den Trainingslagern. Da wissen wir jetzt schon, wer interessant sein könnte. Vor allem Spieler, die wir schon im Frühjahr beobachtet haben. Wenn es die Möglichkeiten gibt, werden wir diese auch sehr intensiv prüfen und mit unseren erstellten Profilen abgleichen, die wir für unsere Spielweise benötigen. Wir sind auf jeden Fall handlungsfähig im Rahmen unserer Möglichkeiten.

Hertha-Geschäftsführer Görlich zieht Bilanz

ran: Sie selbst sind jetzt fast genau ein Jahr als Geschäftsführer im Amt. Wie lautet ihr Fazit?

Görlich: Ich habe es noch keine Sekunde bereut, auch wenn ich mich über einige Dinge wundere. Ich werde mich nie mit anonymen Beschimpfungen anfreunden. Das ist nicht die richtige Art, wie man miteinander umgeht. Ich habe diesen Verein tatsächlich schnell zu schätzen gelernt. Wir haben eine unglaubliche Offenheit, auch wenn wir Beharrungskräfte im Verein haben. Ich habe gelernt, dass wir uns an der einen oder anderen Stelle verändern und auch radikal neu denken müssen. Ansonsten werden wir dieses erhaltenswerte Konstrukt nicht in die Zukunft führen. Dieses Wankelmütige aus der Vergangenheit muss ein Ende haben. Ich glaube, das ist notwendig für Hertha.

ran: Wie sieht ihr Arbeitsalltag bei all diesen Themen aus?

Görlich: Es ist unglaublich vielschichtig. Es ist ab und an auf der Tonspur groß und monströs. Und wenn man dann die Ebene tiefer geht, stellt man fest, dass da vielleicht manchmal mehr Worthülsen sind als tatsächlicher Inhalt. Unser Ziel ist es, gemeinsam in den nächsten Monaten noch mehr Inhalt in die Organisation zu bekommen.

- Anzeige -
- Anzeige -

Hertha noch immer Nummer eins in der Stadt?

ran: Wie wollen Sie Hertha im Vergleich zum großen Stadtrivalen Union in Berlin platzieren?

Görlich: Wir wollen den Verein tatsächlich noch fester in der Stadtgesellschaft verankern. Weil ich glaube, Hertha gehört zu Berlin und Berlin gehört zu Hertha. Da sind wir auch in sehr engem Austausch mit der Fanszene. Sind wir ehrlich, diese Stimmung und die Energie in der Ostkurve, das gemeinsame Erleben: Es setzt auch etwas frei. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Stadion. Dieses Gut müssen wir schützen. Dass wir da dranbleiben, nicht nur schwarz und weiß sehen, sondern die Ränder diskutieren. Weil nur wenn ich die Ränder rund um Hertha diskutiere, finde ich eine Mitte, in der wir uns alle wiederfinden. Da stehe ich gern dafür.

ran: Welche Headline würden Sie am Ende der Saison 2026/2027 gerne über Hertha lesen?

Görlich: Vom Untergang zur Überraschung!

Auch interessantWegen Bundesliga-Regeln: Muss Schalke Top-Talente verkaufen?

Mehr News zur 2. Bundesliga