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Hertha BSC: Fan-Boykott nach "Gewaltexzess" vor Schalke-Spiel - jetzt reagiert der Klub
Aktualisiert:
von ran.de/SID2. Bundesliga
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Videoclip • 01:01 Min
Wegen angeblicher Polizeigewalt vor der Zweitliga-Partie von Hertha BSC gegen Schalke boykottierte die aktive Fanszene die Begegnung im Olympiastadion. Die Polizeigewerkschaft äüßerte sich zu den Anschuldigungen.
Die Zweitliga-Begegnung am Samstagabend zwischen Hertha BSC und Tabellenführer FC Schalke 04 wurde vom Vorwurf der Polizeigewalt gegen Fans der Berliner überschattet.
Mittlerweile hat sich Stephan Weh, der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, in einem Statement zu den Vorfällen geäußert: "Es ist abscheulich, wie der eigentlich erfreuliche Anlass eines Fußball-Topspiels in der Hauptstadt zu einem derartigen Gewaltexzess ausartet, unsere Einsatzkräfte diffamiert und massiv angegriffen werden. Wir wünschen unseren mehr als 20 verletzten Kollegen alles Gute und hoffen, dass der Einsatz keine bleibenden Spuren hinterlässt."
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Und weiter: "Hertha BSC hat in den letzten Jahren viele Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit im Stadion zu erhöen. Der gestrige Abend zeigt, dass man sich darauf nicht ausruhen darf und wir in unserer Stadt zu Recht darüber diskutieren, Vereine mehr in die Verantwortung zu nehmen, um Gewaltsuchende von Stadien fernzuhalten", betonte Weh.
Stellungnahme: Hertha kritisiert die Polizei
Nach den Auseinandersetzungen rund um das Zweitliga-Topspiel hat Hertha BSC die Berliner Polizei kritisiert und zum Dialog aufgerufen. Der Klub nehme "die Vorkommnisse und das Verhalten der Polizei" beim Heimspiel gegen Schalke 04 "mit großer Sorge zur Kenntnis", hieß es in einer Stellungnahme des Präsidiums und der Geschäftsführung am Sonntag. "Die aktuellen Entwicklungen unterstreichen die Notwendigkeit, den Dialog nun auf eine neue, verbindlichere Ebene zu heben."
Laut Hertha sollen die Beschreibungen der Polizei "wie alle anderen Ausführungen sorgfältig geprüft und in die weitere Einordnung einbezogen" werden. Generell sei zuletzt "aus unterschiedlichen Perspektiven wiederholt der Eindruck entstanden, dass Einsatzkonzepte und polizeiliche Präsenz von Fans als zunehmend konfrontativ und in der Gesamtheit an Spieltagen, insbesondere am gestrigen Spieltag, nicht mehr durchgängig deeskalierend wahrgenommen worden sind", hieß es: "Diese Wahrnehmung teilt auch Hertha BSC und hat entsprechende Beobachtungen wiederholt gegenüber der Polizei adressiert."
Hertha BSC: Fanhilfe spricht von massiver Polizeigewalt gegen Fans
Wie die Fanhilfe der Hertha über die sozialen Medien berichtete, kam es beim Einlass zum Olympiastadion zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Anhängern.
"Die Polizei greift die Fans am Eingang der Kurve an. Massive Polizeigewalt gegen Fans. Zahlreiche, teilweise sogar schwerst verletzte Fans. Diese brutale Eskalation der Polizei ist der nächste Tiefpunkt im Umgang mit Fans", hieß es in einem Statement der Hertha-Fanhilfe.
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Wegen dieser Vorkommnisse rund um das Schalke-Spiel entschied sich die aktive Fanszene der Berliner, die Begegnung zu boykottieren und das Olympiastadion geschlossen kurz nach dem Anstoß zu verlassen.
Hertha BSC vs. Schalke 04: Fünf Personen festgenommen
Die Polizei sprach in einer Stellungnahme am späten Samstagabend auf X "von gewalttätigen Angriffen einzelner Fangruppen auf unsere Einsatzkräfte". Demnach sei "zum Schutz der Einsatzkräfte und unbeteiligter Zuschauender" der Einsatz von Pfefferspray notwendig gewesen. Es seien nach aktuellem Stand 21 Einsatzkräfte und 31 Fans verletzt worden.
Am Sonntagmittag gab die Polizei Berlin eine weiteres Pressestatement heraus. Demnach hätten die Einsatzkräfte um 19 Uhr - anderthalb Stunden vor Spielbeginn - einen Hinweis bekommen, "dass sich rund 100 Personen der Fanszene von Hertha BSC im Blockzugang zur Ostkurve versammelt haben sollen und Schutzbewaffnung in Form von Handschuhen sowie Vermummung angelegt hätten".
Und weiter: "Zeitgleich wurde bekannt, dass ein Schalke-Fan in diesem Bereich körperlich angegriffen worden sein soll. Im weiteren Verlauf wurden unsere Kräfte aus der Menschenmenge heraus mit Glas- und Plastikflaschen beworfen, wobei es zu Treffern kam. Darüber hinaus wurden unsere Einsatzkräfte mit Fahnen- und Holzstangen sowie mit Stuhlverankerungen angegriffen und geschlagen. Zudem erfolgten Würfe von Absperrgittern und Metallmülleimern auf unsere Kräfte. In folge dessen setzten unsere Kolleginnen und Kollegen Pfefferspray und körperlichen Zwang ein. Fünf Personen wurden wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs festgenommen, die Lage beruhigte sich anschließend."
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Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich bestätigte ebenfalls, dass es "beim Einlass an der Ostkurve zu Gewalt auf beiden Seiten" kam. "Wir tragen aktuell alle Fakten zusammen. Wir möchten keine Spekulationen."
Beim Spiel sei auch Innensenatorin Iris Spranger vor Ort gewesen. Man habe "vereinbart, dass wir sprechen, möchten aber eben auch mit der Polizei sprechen, weil wir seit der Innenministerkonferenz an der einen oder anderen Stelle in den Diskussionen mit der Polizei sind und wir da glauben, an der einen oder anderen Stelle sinnhaft einwirken zu können", sagte Görlich.
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