Champions League
Real Madrid: Vinicius Jr. hat die Provokationen nicht nötig - ein Kommentar
Aktualisiert:
von Kai Esserran Fußball
Champions League - Fans rösten Vinicius Jr. nach Jubel: "Er ist das Problem"
Videoclip • 02:12 Min
Die Glanzleistung von Real Madrid im Achtelfinale der Champions League wurde - mal wieder - überschattet. Vinicius Junior legte sich mit den Fans der Citizens an. Aber warum? Vini, das hast du gar nicht nötig!
Von Kai Esser
Es gibt im Weltfußball wahrscheinlich keinen Spieler, der mehr polarisiert als der Brasilianer Vinicius Jr..
Das bewies der Angreifer erneut beim 2:1-Erfolg von Real Madrid bei Manchester City im Achtelfinale der Champions League. Nach jedem seiner beiden Tore, das er vor den Fans der Citizens schoss, starrte er ins Publikum und provozierte, anstatt sich ehrlich über seine Treffer zu freuen.
Dieses Verhalten ist nicht nur kindisch, man sitzt teilweise vor dem Fernsehendgerät und ist regelrecht genervt vom Verhalten, welches dieser begnadete Fußballer absolut nicht nötig hat.
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Real Madrid: Vinicius Junior provoziert beinahe in jedem Spiel
Wäre es das erste Mal - okay. Ein Beispiel aus der Bundesliga: Fabio Vieira vom Hamburger SV bejubelte sein Zaubertor gegen den 1. FC Köln am vergangenen Spieltag in der Nähe der Kölner Fans mit einem Schulterzucken. Frei nach dem Motto: "Naja so schwer war's nicht."
Klar, nett ist das nicht. Und die "Effzeh"-Fans quittierten das auch mit etlichen Stinkefingern und sicher nicht so nett gemeinten Worten. Aber das ist bereits jetzt schon längst wieder vergessen, weil es kein notorisches Muster beim Portugiesen ist.
Anders als bei Vini. Schauspieleinlagen da, Elfmeterschinderei hier, Theatralik dort. Man könnte so viel Spaß haben, ihm bei seiner Arbeit zuzusehen. Hat man aber nur bedingt, weil er bei jedem Eindringen in den Strafraum regelrecht um Kontakt bettelt.
Vinicius Junior: Wut ja, Anfeindungen und Rassismus nein!
Die Gefühle, die diese Spielweise und diese Art generell beim gemeinen Zuschauer auslöst, sind offenkundig. Abneigung, Genervtheit - und noch mehr.
Leider, denn Vini Jr. wurde schon oft Opfer von rassistischen Angriffen. Erst in den Playoffs wurde Gianluca Prestianni von Benfica Lissabon wegen des Verdachts auf rassistische Beleidigungen gesperrt.
Nicht falsch verstehen: Rassismus wird durch nichts und niemanden gerechtfertigt. Durch keine Schwalbe, keinen Jubel, nichts.
Vini tut aber, das sollte er selbst am besten wissen, auf dem Platz herzlich wenig dafür, dass er von anderen Partizipierenden des Sports gemocht wird. Das hat ein Spieler seiner Klasse nicht nötig.
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Ein Gegenbeispiel spielt in seiner eigenen Mannschaft. Federico Valverde traf im Hinspiel gegen City drei Mal, zeigte eine absolute Weltklasse-Leistung und wird in den Stadien und Kommentarspalten dafür nur respektiert. Keine Allüren, keine Theatralik, nur pure Klasse.
Oder ein Beispiel aus seinem eigenen Land: Ronaldinho erhielt in Diensten des FC Barcelona einst Standing Ovations im Estadio Santiago Bernabeu. Sicher nicht, weil er mit exzessivem Zeitspiel gegnerische Fans oder Spieler provozierte.
Dass sich der 25-Jährige nochmal auf absehbare Zeit nachhaltig in seiner Spielweise ändert, ist zweifelhaft.
Aber es wäre wünschenswert, bevor sich Provokation und Reaktion ins Unermessliche hochstacheln.
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