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DFB-Pokal

Bayer Leverkusen vs. FC Bayern München: So Triple-reif ist der FCB

Aktualisiert:

von Andreas Reiners

ran Fußball

FC Bayern: Herr Eberl, kommt jetzt das Triple?

Videoclip • 04:36 Min


Der FC Bayern steht im DFB-Pokalfinale, in der Champions League wartet jetzt PSG. Das Triple ist möglich, doch ist es auch tatsächlich drin?

Aus Leverkusen berichtet Andreas Reiners

Herbert Hainer ließ sich nicht hinreißen. Max Eberl auch nicht. Dabei war die Gelegenheit eine goldene.

Am Sonntag hatte der FC Bayern die Meisterschaft offiziell eingetütet, am Mittwoch das DFB-Pokalfinale. Zum ersten Mal seit 2020. Zeit also für eine Triple-Ansage?

Nein.

"Wir denken wirklich Schritt für Schritt. Die Aufgabe gegen Paris wird nicht einfach. Aber die Mannschaft ist unheimlich konzentriert", sagte Bayerns Präsident Hainer. Immerhin stellte er noch fest, es sei alles möglich in diesem Jahr.

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FC Bayern: Eberl vermeidet Triple-Ansage

Und auch Eberl vermied Kampfansagen, die nach dem nächsten Erfolgserlebnis nur gerechtfertigt wären. "Den ersten Titel haben wir geholt. Wir haben immer noch die Chance auf zwei andere", fasste der FCB-Sportvorstand nach dem 2:0 bei Bayer Leverkusen treffend zusammen.

"Es lebt alles noch", fügte er hinzu.

Was mehr eine sanfte Liebkosung der aktuellen Situation als ein aggressiv-offensiver Umgang mit den sich dem Klub bietenden Chancen ist.

Denn das Triple ist möglich. Doch ist es auch tatsächlich drin? Oder anders gefragt: Wie Triple-reif sind die Bayern?

FC Bayern: Gegen Bayer fehlte lange der Killerinstinkt

Die Bayern ziehen seit Wochen unbeirrt ihr Spiel auf und ihren Plan durch. Am Mittwochabend ließen sie den Leverkusenern in der ersten Hälfte kaum Zeit zum Atmen, geschweige denn den Platz für eigene Offensiv-Aktionen. Die Münchner sind wie eine gut geölte Maschine, die verlässlich liefert.

Ohne groß zu stottern.

Aber: Dass ein wenig gezittert werden musste, ist ein Warnsignal. Denn was fehlte, war mit zunehmender Spielzeit der letzte Punch, der entscheidende K.o.-Schlag. In einem Halbfinal-Duell auf Augenhöhe mit PSG kann sich mangelnde Konsequenz rächen. Gegen Bayer fehlte lange der Killerinstinkt vor dem Tor. Den braucht es international deutlich nachhaltiger als national.

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FC Bayern: Langweilig - aber das richtige Mindest

Jonathan Tah war es fast schon ein wenig unangenehm. Der Innenverteidiger merkte selbst, dass er ein bisschen herumfloskelte. Aber es war schon ein Stück weit bewundernswert, wie wenig auch er sich in Sachen mögliches Triple aus der Reserve locken ließ.

Stattdessen verwies der Nationalspieler immer wieder darauf, dass man sich auf das nächste Spiel konzentrieren solle. "Das nächste Spiel, das vor uns steht, ist das wichtigste Spiel", gab Tah zum Besten.

Philosophische Feinkost.

Deshalb war es schon eine vergleichsweise "gewagte" Prognose, die er nach einigen Nachfragen abgab. "Wenn wir alles gewinnen, haben wir am Ende das Triple", sagte der 30-Jährige. Und schob hinterher, was bei den Bayern das Mantra ist: "Das funktioniert nur, wenn man sich auf das Hier und Jetzt konzentriert."

Was sich nach einstudiertem PR-Blabla anhört, ist ein Teil des Erfolgsgeheimnisses. Der Fokus liegt auf der nächsten Aufgabe, schweift nicht auf das ab, was irgendwann sein könnte.

Wer die von Ehrenpräsident Uli Hoeneß geprägte "Abteilung Attacke" des FC Bayern mit markigen Sprüchen und farbenfrohen Kampfansagen noch kennt, mag das langweilig finden. Funktioniert aber offensichtlich auch. Die Mannschaft hat es verinnerlicht. Es hilft ihr mehr als jeden Tag zu hören, was sie für Trophäen zu holen hat.

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FC Bayern: Komplett im Flow

Und wenn es läuft, dann läuft es. Immer wieder wird darüber spekuliert, ob in manchen Spielen ein paar Prozentpunkte fehlen könnten, weil die Spannung abfällt. Wie zum Beispiel am Samstag in Mainz. Ein Spiel, in dem ein Schongang nur menschlich wäre.

Vor allem so kurz vor dem Halbfinal-Hinspiel in der "Königsklasse" in Paris.

Doch Eberl macht sich da "keine Gedanken. Wir wollen die 91 Punkte noch machen, dafür müssen wir die nächsten vier Spiele gewinnen. Die Mannschaft wird zeigen, dass wir immer gierig sind, die Spiele zu gewinnen, dass wir Tore machen wollen. Und deswegen mache ich mir keine Sorgen."

FC Bayern: Einer macht immer den Unterschied

Es ist ja recht simpel: Unterschiedsspieler heißen so, weil sie den Unterschied machen können. Und sollen. Die Bayern haben offensiv einige davon. Harry Kane. Michael Olise. Luis Diaz. Und auch wieder Jamal Musiala.

Kane stach gegen Bayer zum wichtigen 1:0, ließ aber auch viel liegen. Olise begann stark, ließ später aber nach. Diaz schoss lange Fahrkarten, war dann aber in der Nachspielzeit zur Stelle. Er mausert sich immer mehr zum Mann für die wichtigen Tore, zuletzt auch gegen Real Madrid.

Der Kolumbianer ist ein Transfer, für den es schon länger viel Lob gibt. "Mit all seinen Fähigkeiten, die wir in Liverpool gesehen haben – ja, für einen stolzen Preis. Aber der Preis ist auch gerechtfertigt", sagte Eberl. Und wenn Unterschiedsspieler dann auch noch in der Crunch Time der Saison zuschlagen, ist das gleich doppelt so viel wert.

Musiala bekam nach der Verletzung von Serge Gnabry sein Spiel von Anfang an. Die Erkenntnis: Er benötigt noch Spielpraxis, hat angesichts der anstehenden Duelle mit PSG aber kaum noch Zeit, um noch mehr der Alte zu werden. Gegen Bayer ließ er Genialität aufblitzen, tauchte aber auch oft ab. Für die "Königsklasse" ist das noch zu wenig.

Trotzdem: "Es ist eine ansteigende Form bei ihm. Er fängt wieder an, ins Dribbling zu gehen. Da merkt man, dass der alte Jamal schon wieder kommt", ist Hainer optimistisch.

Und: Nicht erst das Pokal-Halbfinale hat gezeigt, dass am Ende immer einer den Unterschied macht. Ein verlässlicher Erfolgsfaktor.

FC Bayern: Essenzieller Faktor ist Trainer Kompany

Trainer Vincent Kompany hatte alle Hände voll zu tun, wurde nach dem Finaleinzug von Interview zu Interview geschoben. Die Pressekonferenz wartete auch noch auf ihn, als er durch die Mixed Zone musste. Sollte er genervt gewesen sein – man dürfte es ihm nicht verdenken - man hat es ihm nicht angemerkt.

"ZDF"-Experte Christoph Kramer brachte es auf den Punkt. "Er gibt jedes Interview immer respektvoll, immer mit dem nötigen Witz. Es ist nicht einfach, das alle drei Tage zu tun. Und darüber hinaus eine Mannschaft zu leiten", sagte der Weltmeister von 2014.

Ein Trainer sei immer die wichtigste Personalie in einem Verein, er lenke die Stimmung für einen ganzen Klub, so Kramer. "Deshalb: Es ist herausragend, was er auf allen Ebenen für den FC Bayern leistet."

Der Belgier ist für die vorangegangenen Punkte mitverantwortlich, teilweise auch essenziell. Bislang geht alles auf. Dass es am Ende für das Triple reicht, wird immer wahrscheinlicher. Dafür braucht es längst keine verbalen Ankündigungen mehr.

Die Ansagen auf dem Platz reichen.

Auch interessant: Noten der FCB-Stars: Kane eiskalt, Musiala mit wenigen Momenten

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