Fußball
Regionalliga: Beendet die Farce! Die Reform muss endlich kommen - ein Kommentar
Veröffentlicht:
von Christoph Gailerran Fußball
Fußball-WM: Kapitän Joshua Kimmich über Startelfdebütant Karl.
Videoclip • 05:23 Min
Regionalliga-Meister, die nicht direkt aufsteigen dürfen und noch in die Relegation müssen. Eine ungeklärte Zukunfts-Perspektive für alle. Jetzt muss die Reform dringend her. Ein Kommentar.
Wohin zeigt der Kompass künftig in Deutschlands Fußball-Regionalligen?
Diese Frage muss nun endlich geklärt werden, die DFB-Reform für die vierthöchsten Spielklasse ist schlichtweg überfällig.
Rund um die Relegationsspiele der Würzburger Kickers gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig ist dies erneut deutlich geworden.
Gerade die unterschiedlichen Voraussetzungen rund um die beiden Relegations-Teilnehmer aus Würzburg und Leipzig sind fast schon sinnbildlich dafür, wie sehr es eine Reform braucht. Das sollte allen Beteiligten eigentlich schon längst klar sein.
Eine Fortführung irgendwelcher sinnlosen Diskussionen oder Blockade-Spielchen sorgt nicht nur für eine nicht nachvollziehbare Ignoranz der sportlichen Ungerechtigkeit, sondern auch für Unverständnis und Unglaubwürdigkeit. Und für Wut und Frust.
Der Regionalliga-Meister muss direkt aufsteigen!
Der zentrale Punkt der angestrebten Reform muss sein, dass die Regionalliga-Meister künftig aufsteigen - und zwar alle! Bislang war es so, dass aus den fünf Regionalliga-Staffeln nur drei Meister direkt aufstiegen, die beiden anderen in der Relegation den vierten Aufsteiger ermittelten.
Im Jahr 2026 kämpften die Würzburger Kickers aus der Regionalliga Bayern und der 1. FC Lokomotive Leipzig aus der Regionalliga Nordost in der Relegation um den Aufstieg.
Während die Leipziger bis zum allerletzten Spieltag um den Titel in ihrer Staffel kämpfen mussten, sind die Würzburger in Bayern nicht mal Meister geworden. Die Kickers profitierten vom Aufstiegs- bzw. Relegations-Verzicht der zweiten Mannschaft des 1. FC Nürnberg und der SpVgg Unterhaching.
Da der Verzicht aus Nürnberg und Unterhaching schon Wochen vor dem Saisonende bestätigt wurde, hatte Würzburg schon viel länger Planungssicherheit als der Relegations-Konkurrent aus Leipzig. Und jetzt setzte sich in der Relegation auch noch der Nicht-Meister aus Bayern gegen den Meister aus der Staffel Nordost durch.
Allein dieses Kapitel zeigt schon die Farce rund um die Regionalliga-Relegation bzw. den Nicht-Aufstieg eines Regionalliga-Meisters. Dass Lok Leipzig im zweiten Jahr hintereinander als Meister in der Aufstiegs-Relegation scheitert, passt da ins Bild.
Bayerns Alleingang gefährdet das "Kompassmodell"
Während es bislang so aussah, dass sich das sogenannte "Kompassmodell" durchsetzen würde bei der geplanten Regionalliga-Reform, droht nun möglicherweise ein Alleingang aus Bayern.
Das "Kompassmodell" sieht vor, dass aus den bisherigen fünf Staffeln künftig vier werden, sodass tatsächlich alle Meister direkt in die 3. Liga aufsteigen. Zudem werden die Staffeln mithilfe von KI vor jeder Saison neu zusammengestellt, um für die Teams die jeweiligen Fahrstrecken so kurz wie möglich zu halten.
Es könnte also alles so vermeintlich einfach sein, wären da nicht die Bayern. Der dortige Landesverband will nämlich seine Regionalliga nicht so einfach aufgeben und wirbt daher laut "Bild" mit einem Alternativ-Modell für die Reform.
Der Vorschlag: Die fünf Staffeln bleiben in der Hinrunde wie gehabt bestehen, die Top 8 der jeweiligen Staffel qualifizieren sich für die Rückrunde, die dann mit vier Staffeln zu je zehn Teams gespielt wird.
Kurios: Bei einem Video-Call wollte der bayerische Fußball-Verband (BFV) die Vereine des Bundeslandes für ihren Vorschlag gewinnen. Nicht dabei waren allerdings die Würzburger, die zu dieser Zeit das Relegations-Hinspiel in Leipzig bestritten.
Abgestimmt werden soll nun im Juni 2026, in Kraft treten würde die Regionalliga-Reform ab der Saison 2028/29 - besser spät als nie. Dafür müssen jetzt aber endlich alle Beteiligten an einem Strang ziehen - bevor es noch peinlicher wird, dass eine auf der Hand liegende Veränderung aus fadenscheinigen Gründen nicht vorgenommen werden kann.
Es bleibt daher zu hoffen, dass bald klar ist, wohin der Kompass künftig in den den deutschen Regionalligen zeigen wird. Denn diese Farce muss endlich ein Ende haben.
Mehr News zur Regionalliga

Aufstiegsspiele zur 3. Liga
Scheitern als Reform-Boost? Lok droht bitterer Hattrick

Fußball
Erfurt verzichtet auf Auswärts-Kontingent in Jena

Regionalliga
"Das ist peinlich": Nichtangriffspakt sorgt für Wirbel

Fußball
Regionalliga: Rassismus-Skandal sorgt für Entsetzen

Fußball
Regionalliga Nordost: Eilenburg-Stadionsprecher stirbt nach Zusammenbruch

Fußball
Wegen Reform-Plänen: "Warnstreik" zwischen Lok Leipzig und Halle