- Anzeige -

WM 2026

DFB-Team: WM-Kader fliegt Julian Nagelsmann schon vor Bekanntgabe um die Ohren - Kommentar

Aktualisiert:

von Justin Kraft

17:30 SAT.1 Bayern

Comeback im DFB-Tor? Neuer wohl wieder Deutschlands Nummer 1

Videoclip • 25 Sek • Ab 12


Täglich neue Gerüchte und Durchstechereien machen Julian Nagelsmanns Geheimniskrämerei um sein WM-Aufgebot noch absurder. Ein Kommentar.

Die letzten Tage verliefen kommunikativ alles andere als gut für den DFB. Mit Julian Nagelsmann war ausgerechnet der Bundestrainer einer der Protagonisten.

Man mag von der bevorstehenden Rückkehr von Manuel Neuer in die Nationalmannschaft halten, was man will, aber allein schon der Ablauf war fragwürdig.

Fragwürdig den Fans gegenüber, fragwürdig den Torhütern gegenüber, die seit 2024 darum gekämpft haben, sich den Platz im deutschen Tor zu sichern.

Vor allem aber fragwürdig im Umgang mit Oliver Baumann. Zumindest was die Wirkung nach außen anbelangt.

Die nächsten Livestreams auf Joyn


- Anzeige -
- Anzeige -

DFB-Team: Baumann als großer Verlierer

Was intern besprochen wurde, so fair muss man bleiben, ist vollkommen unklar. Ebenso wie die Frage danach, wie es Baumann selbst aufgenommen hat.

Aber gerade weil diese Entscheidung bisher so unglaublich transparenzlos und plötzlich abgelaufen ist, steht der Hoffenheimer von einem Tag auf den anderen als großer Verlierer da.

Nach all den Monaten, in denen man betont hatte, wie zufrieden sie mit ihm seien und dass eine Rückkehr von Neuer wirklich kein Thema sei, wird Baumann nun wenige Wochen vor der WM doch noch überrumpelt. Eine Entscheidung, die auch den Druck auf Nagelsmann massiv erhöht.

Denn klar ist: Für eine solche Entscheidung muss es gute Argumente geben. Jeder Patzer von Neuer wird auf ihn zurückfallen, ein frühes Aus bei der WM könnte fatale Folgen haben. Und unrealistisch ist das nicht. Schon im Achtelfinale könnte es zum Duell mit Frankreich kommen.

Die aktuellsten Fußball-Videos


DFB-Team: Nagelsmann heizt die Diskussionen an, statt sie zu beruhigen

Nagelsmann muss der Öffentlichkeit nun schlüssig erklären, warum er diese 180-Grad-Drehung vollzogen hat. Anders als 2024 bei Toni Kroos ist sein größtes argumentatives Problem, dass Neuer nicht so viel besser ist als seine Konkurrenz, wie es seine Fürsprecher gern darstellen.

Zwar ist er auch nicht so schlecht, wie es manche seiner Kritiker gern erzählen, doch für diesen Move hätte Nagelsmann einen deutlich klareren Leistungsvorsprung des Torwarts gebrauchen können.

Stattdessen ist Neuer bereits seit vielen Monaten der Mittelpunkt kontroverser Diskussionen. Laut Medienberichten sollen sich vor allem seine Teamkollegen vom FC Bayern für ihn stark gemacht, geradezu gefordert haben, dass es das Comeback gibt. Die große Frage allerdings: Wie sieht das der Rest des Teams?

Nagelsmann riskiert mit einer solchen Entscheidung, dass er die Glaubwürdigkeit bei jenen Spielern verliert, die keine so klare Meinung zu dem Thema haben oder vielleicht sogar auf der Seite Baumanns stehen.

Oder konkreter formuliert: Er riskiert eine Spaltung im Team. Vor allem dann, wenn Neuer nicht wie gewünscht performen sollte.

In der Champions League zeigte der Bayern-Torwart gegen Real Madrid und Paris Saint-Germain je zwei gute und zwei schlechtere Auftritte. Darunter auch der eine oder andere klare Patzer.

Erlaubt er sich bei der WM nur einen schlechten Moment, wird das auf Nagelsmann zurückfallen. Noch stärker als es bei einem Baumann-Fehler der Fall gewesen wäre.

- Anzeige -
- Anzeige -

DFB-Team: Kaderenthüllung wird zur Farce

Der Auftritt im "Sportstudio" setzte dem Schauspiel am vergangenen Wochenende die Krone auf. Nagelsmann wäre vermutlich besser damit gefahren, den Termin abzusagen, statt öffentlich Spekulationen anzuheizen, indem er nirgends Klarheit schafft.

Kommunikativ ist die gesamte Kaderenthüllung zu einer Farce geworden. Das betrifft nicht nur die Causa Neuer und auch nicht nur Nagelsmann.

Stück für Stück wurden in den vergangenen Tagen durch verschiedene Medienberichte große Teile des Kaders geleakt. An solchen Vorgängen sind derart viele Parteien beteiligt, dass der DFB das kaum kontrollieren kann.

Und doch passt es ins Bild, das Bundestrainer und Verband gerade abgeben. Nach der WM wird man auf jeden Fall auf diese Woche zurückblicken. Anders als 2024 ist die Erwartungshaltung in Deutschland wieder größer.

DFB-Team: Nagelsmann spielt mit dem Feuer

Die Probleme, die der Bundestrainer sportlich beispielsweise durch das Formtief mancher ehemaliger Leistungsträger wie Jamal Musiala oder Nick Woltemade hat, sind bereits groß genug. Nun macht er selbst noch zusätzliche Baustellen auf.

Der ehemalige FCB-Coach spielt mit dem Feuer. Seine Entscheidungen ließen zuletzt häufig Kontinuität vermissen – auch Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß merkte das kritisch an. So manches wirkt wie eine kurzfristige Verzweiflungstat.

Natürlich ist auch das Gegenteil möglich. Neuer spielt eine hervorragende WM, Deutschland kommt sehr weit im Turnier und Nagelsmann kann hinterher sowohl diesem Kommentarschreiber als auch vielen anderen Kritikern sagen, dass sie keine Ahnung haben.

Und doch wirkt sein Vorgehen gerade so, als würde er in Las Vegas alles auf Rot setzen.

Auch interessant: Chronik der Torwart-Achterbahn: So kam es zur sensationellen Neuer-Wende

Weitere News zur Fußball-WM

- Anzeige -
- Anzeige -