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Formel 1: Max Verstappen denkt an Rücktritt: Wie geht es für den Red-Bull-Star weiter?
Veröffentlicht:
von Franziska Wendlerran Mehr Sport
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Videoclip • 02:01 Min
Max Verstappen denkt über ein Ende seiner Formel-1-Karriere nach. Wie geht es mit dem viermaligen Weltmeister weiter?
"Lohnt sich das?"
Eine eigentlich einfache Frage, für Max Verstappen aber so viel mehr. "Lohnt sich das? Oder genieße ich es mehr, zu Hause bei meiner Familie zu sein? Meine Freunde öfter zu sehen, wenn man keinen Spaß am Sport hat?"
Die Fragen, die der Niederländer nach dem Großen Preis von Japan im "BBC"-Interview aussprach, sind alles andere als einfach zu beantworten. Und sie sorgen für viel Aufsehen.
Der viermalige Formel-1-Weltmeister macht sich im besten Rennfahreralter von 28 Jahren Gedanken darüber, ob er seine Karriere in der "Königsklasse des Motorsports" vorzeitig beenden soll. Ob er statt ständigen Reisen seine Zeit nicht lieber mit Freundin Kelly, Tochter Lily und Stieftochter Penelope verbringen sollte. Familienglück statt Nervenkitzel.
Max Verstappen: Kein Fahrspaß mehr in der Formel 1
Der Nervenkitzel hält sich für den Superstar aktuell ohnehin sehr in Grenzen. Eine Tatsache, geschuldet den neuen Regularien der Formel 1.
Der klassische Verbrennungsmotor darf seit dieser Saison nur noch 50 Prozent der Leistung liefern, die andere Hälfte kommt aus einer Batterie. Diese steht aber nicht unbegrenzt voll zur Verfügung. Inzwischen geht es um Energie-Management, die Zeiten von dauerhaft Vollgas sind vorbei.
"Die Art und Weise, wie man hier fahren muss, ist nicht schön. Das ist wirklich das Gegenteil von Fahrspaß. Und irgendwann ist es einfach nicht mehr das, was ich machen will", konstatierte Verstapen nach dem Japan-GP, den er auf einem enttäuschenden achten Platz und mit mehr als einer halben Minute Rückstand auf Rennsieger Kimi Antonelli abgeschlossen hatte.
"Ich denke über alles nach, was hier in der Boxengasse vor sich geht", schilderte der Niederländer seine Gefühlslage.
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Fährt Max Verstappen mit Sebastian Vettel in Le Mans?
Dass Verstappen nach vier WM-Titeln grundsätzlich die Lust am Rennfahren verloren hat, kann aber beim besten Willen nicht behauptet werden. Erst in der Woche zuvor fuhr er in der Langstreckenserie auf dem Nürburgring, nur eine Disqualifikation konnte dabei seinen Sieg verhindern.
"Auf einer Skala von 1 bis 10 war der erste Stint mit Christopher Haase definitiv eine 10, was den Spaßfaktor betrifft", hatte Verstappen nach dem Rennen gestrahlt.
Und auch andere Projekte begeistern den Niederländer. So peilt er die 24 Stunden in Spa und Le Mans an. Letztere könnte er sogar mit dem ebenfalls viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel in einem Team bestreiten, der Verstappen kürzlich diesbezüglich ein Angebot machte.
"Ich würde das natürlich liebend gerne machen. Aber natürlich nur unter der Voraussetzung, dass wir in der Lage sind, um den Sieg zu kämpfen", zeigte sich der Red-Bull-Pilot von der Idee angetan und wettkampflustig.
Papa Verstappen sorgt sich um die Motivation
Die Leidenschaft für Motorsport und Fahren am Limit ist bei Verstappen ungebrochen, die Leidenschaft für die Formel 1 dagegen merklich abgekühlt.
"Das Fahren in diesen Autos fordert ihn nicht. Ehrlich gesagt, befürchte ich, dass Max seine Motivation verliert", äußerte Vater Jos Verstappen im Interview mit dem niederländischen "Telegraaf" jüngst seine Bedenken.
"Man hört immer wieder, dass es eine Frage der Gewöhnung ist, aber ich bin mir sicher, dass Max so keinen Spaß daran haben wird. Früher dachte er, Formel 1 zu fahren sei das Größte überhaupt. Aber jetzt bin ich ziemlich pessimistisch. Ich würde gern sagen, dass es nicht so ist, aber ich sehe darin ein Problem mit Blick auf seine Zukunft", so Verstappen Senior weiter.
Die Zukunft von "Mad Max" in der Königsklasse ist offener denn je. Zwar drohte er bereits in der Vergangenheit mit einem frühzeitigen Karriereende, die Drohungen und Überlegungen gewinnen im Angesicht der ungeliebten Neuerungen aber an Intensität.
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Zieht Verstappen eine Ausstiegsklausel?
Wenn das Auto "unfahrbar" ist - so bezeichnete er den Red-Bull-Boliden im Japan-Qualifying - dann hält sich der Spaß merklich in Grenzen. Die neuen Regeln tun dann nur ihr Übriges.
Bis 2028 steht der Niederländer noch bei Red Bull unter Vertrag. Dass er diesen in Gänze erfüllt, darf in jedem Fall angezweifelt werden. Vielleicht kommt in diesem Zuge auch schon bald die viel zitierte Ausstiegsklausel ins Spiel.
Zum bis dato letzten Stichtag am 1. Juli 2025 musste der Rennstall dafür sorgen, dass Verstappen mindestens auf Rang drei der WM-Wertung rangiert, was dem Team auch glückte.
Für 2026 soll die Klausel dem Vernehmen nach aber noch einmal verschärft worden sein. So heißt es aus dem Umfeld des Teams, dass der 28-Jährige in diesem Jahr deutlich leichter aus seinem Vertrag käme, müsste er doch mindestens Zweiter in der WM werden.
Ein Vorhaben, welches nur schwer zu erreichen sein dürfte, liegt er aktuell doch nur auf Rang neun und Besserung ist nicht in Sicht.
Verstappen zu Mercedes?
Sollte Verstappen tatsächlich seine Klausel ziehen, dann käme wohl ausschließlich Mercedes als neues Team in Frage. Die Silberpfeile fahren aktuell der Konkurrenz davon, Teamchef Toto Wolff wollte Verstappen in der Vergangenheit zudem schon mehrfach verpflichten, der Niederländer kam aber stets nicht aus seinem Vertrag heraus.
"Max ist natürlich jemand, der auch seine Emotionen hat. Ihm geht es am meisten um den Spaß beim Rennfahren. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das im Moment nicht der Fall ist", äußerte sich Wolff jüngst bereits bei "Sky Sport" zu den Aussagen von seinem einstigen Wunsch-Piloten.
Einen Verstappen-Wechsel zu den Silberpfeilen schloss er aber aus. "Wäre schon gut, wenn wir den Max insgesamt aus der Formel 1 nicht verlieren. Bei uns ist alles safe mit unseren beiden Fahrern, das werden wir nicht ändern."
Doch in der Formel 1 kann sich vieles schnell ändern – das wissen Wolff und Verstappen.
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