Formel 1
Formel 1: George Russell könnte die Chance seines Lebens verspielen - ein Kommentar
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von Chris Lugertran Mehr Sport
Formel 1: Fans unzufrieden bei Antonelli-Sieg in Suzuka
Videoclip • 02:01 Min
George Russell hadert beim Formel-1-Rennen in Suzuka mit seinem Schicksal. Doch fernab von Glück oder Pech läuft der Brite aktuell Gefahr, teamintern ins Hintertreffen zu geraten - und die größte WM-Chance seiner bisherigen Karriere zu verspielen. Ein Kommentar.
George Russell konnte sein Pech kaum fassen. "Unglaublich!", funkte er lautstark in Richtung seines Renningenieurs, als beim Formel-1-Rennen in Japan das Safety Car auf die Strecke gerufen wurde. Für Russell, der gerade erst in der Box war, hätte das Timing kaum schlechter sein können.
Denn so konnte sein Teamkollege Kimi Antonelli die Gunst der Stunde nutzen und seinerseits mit viel weniger Zeitverlust stoppen, was das Rennen zugunsten des Italieners kippen ließ. Der Youngster überholte Russell in der Box und zog nach dem Restart auf und davon.
Am Ende wurde Russell sogar nur Vierter und verlor die WM-Führung an seinen aufstrebenden und immer selbstbewusster werdenden Stallgefährten. Zwar sind erst drei Rennen rum, doch der Verlust der Spitzenposition darf durchaus auch als Sinnbild verstanden werden.
Denn während Antonelli immer besser wird, hat es Russell verpasst, nach seinem überzeugenden Sieg beim Saisonauftakt in Australien ein Momentum zu erzeugen. Statt die Hackordnung früh festzulegen und als klare Nummer 1 bei Mercedes die Saison zu bestreiten, droht ihm ein teaminternes WM-Duell.
Und nicht nur das: Russell droht die größte WM-Chance seiner bisherigen Karriere zu entgleiten.
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Pech? Russell einfach zu langsam
Nach Jahren als zweite oder dritte Kraft im Feld, ohne Aussicht auf den Titel, ist Mercedes wieder ganz vorn. Und Russell, so schien es, könnte sich eigentlich nur selbst schlagen. Jetzt aber läuft ihm ausgerechnet der Teamkollege langsam, aber sicher den Rang ab.
Zweimal in Folge zog Russell im Qualifying den Kürzeren gegen Antonelli, der reine Speed spricht mit jedem Rennen mehr für den Italiener. Und das sollte dem Briten zu denken geben.
Natürlich hätte Russell in Suzuka ohne das Safety Car gewinnen können. Aber dass er sich zu diesem Zeitpunkt überhaupt vor Antonelli befand, lag vor allem am miserablen Start seines Teamkollegen. Was zwar dessen Unvermögen war, für Russell aber auch eine Form von Glück.
Insofern wäre es sehr einfach, wenn sich Russell in die Ausrede flüchtet, er habe schlicht Pech gehabt. In Japan und auch teilweise zuvor schon in China war er einfach langsamer als Antonelli, Punkt.
Und das darf Russell nicht passieren. Nicht mit so viel mehr Erfahrung auf dem Konto. Schon seit dem Beginn seiner Formel-1-Karriere bei Williams gilt Russell als Mega-Talent, der Wechsel ins Mercedes-Team sollte langfristig seine Bestimmung als kommender Weltmeister erfüllen.
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Russell bald nur noch die Nummer 2?
Und nie schien die Chance so groß wie in diesem Jahr. Alle Zutaten sind da - doch Russell selbst läuft Gefahr, sich die Suppe zu versalzen. Bekommt er nach der fünfwöchigen Formel-1-Pause nicht die Kurve, könnte Russell teamintern bald zur Nummer 2 absteigen.
Offiziell würde Mercedes das vermutlich nicht kommunizieren. Doch sollte er weiter konstant hinter Antonelli ins Ziel kommen, würden die Ergebnisse ihre ganz eigene Sprache sprechen und für Klarheit sorgen.
Zumal die Konkurrenz zuletzt immer näher an Mercedes herangerückt ist. Ein Szenario wie in der Vorsaison, als McLaren sich stur weigerte, eine Nummer 1 zu benennen, weshalb beinahe keiner von beiden Fahrern den WM-Titel geholt hätte, wird es bei Mercedes nicht geben.
Noch kann Russell das Blatt wenden, doch der Druck steigt. Die kommenden Monate werden zeigen, ob er sein langjähriges Versprechen tatsächlich einlösen kann. Oder ob er nur als sehr guter Fahrer in die Geschichte eingehen wird, der aber nicht liefern konnte, als er die Chance seines Lebens hatte.
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