NFL-HIGHLIGHTS AUF JOYN
NFL vs. NFLPA: Spielergewerkschaft kritisiert angebliche Spielplan-Erweiterung - Commissioner Roger Goodell rudert zurück
Aktualisiert:
von Mike StiefelhagenBild: IMAGO/Imagn Images
Die Spielergewerkschaft NFLPA kritisiert die geplante Erweiterung des NFL-Spielplans. Commissioner Roger Goodell rudert - erstmal - zurück.
Von Mike Stiefelhagen
Die NFL plant offenkundig eine Erweiterung des Spielplans und mehr Spiele im Ausland. Statt 17, soll es bald 18 Spiele in der Regular Season geben.
Diesen Plan bestätigte auch der Owner der New England Patriots, Robert Kraft, jüngst in einem Interview.
Die Spielergewerkschaft NFLPA reagiert im Rahmen des Super Bowl (in der Nacht von Sonntag auf Montag ab 0.30 Uhr im Liveticker) kritisch auf die Zukunftspläne.
Interimsdirektor David White sagt deutlich: "Unsere Mitglieder haben keinerlei Interesse an einem 18. Regular-Season-Spiel."
Spielergewerkschaft NFLPA vs. NFL-Pläne
Und weiter: "Das 18. Spiel ist für uns keine Kleinigkeit. Es ist ein sehr ernstes Thema. Es ist etwas, das aus Verhandlungen hervorgeht. Nichts wird voranschreiten, bevor die Spieler nicht die Möglichkeit hatten, all diese Faktoren zu berücksichtigen. Sie sollen sie sorgfältig abwägen und dann dem 18. Spiel zustimmen, oder eben nicht," so White, der immer wieder Bedenken über die Belastung und Gesundheit der Spieler zum Ausdruck bringt.
Die aktuelle Situation scheint auch den Stars laut White bewusst zu sein: "So wie die Lage derzeit ist, haben die Spieler sehr deutlich gemacht, dass sie dafür keinerlei Interesse haben."
Patriots-Besitzer Robert Kraft verrät Zukunftspläne der Liga - Mehr Spiele, einmal pro Jahr ins Ausland
NFL-Commissioner Roger Goodell ruderte während der Super Bowl-Woche zu diesem Thema zurück, nachdem besagter Kraft von einer geplanten Erweiterung gesprochen hat. Das 18. Spiel steht laut Goodell demnach "keineswegs fest".
Derzeit können die NFL-Besitzer den Regular-Season-Spielplan nicht ausweiten. Die Liga und die Spielergewerkschaft müssen sich zuerst darauf einigen, die Verhandlungen vor dem Auslaufen des Tarifvertrags im März 2031 wieder aufzunehmen.
NFLPA-Präsident verneint Gespräche über Spielplan-Erweiterung
NFLPA-Präsident Jalen Reeves-Maybin erklärte im Beisein von White und Goodell, dass es bislang keinerlei formelle Gespräche oder Verhandlungen über ein zusätzliches Spiel gegeben habe:
"Es gibt 31 Teambesitzer, und sie alle haben unterschiedliche Agenden und Meinungen zu bestimmten Themen. Vielleicht ist das ein Versuch, Einfluss zu nehmen. Wir haben keine Gespräche über 18 Spiele aufgenommen. Das ist nichts, worauf sich die Spieler freuen oder das sie wirklich vorantreiben wollen. Wir leisten jedes Jahr sehr viel Arbeit und liefern ein gutes Produkt ab - und wir sehen dafür einfach keinen Bedarf."
Neben den Sorgen um die Gesundheit und Sicherheit der Spieler erklärten White und Reeves-Maybin auch, dass sie Zweifel an der Erweiterung der International Games und den damit verbundenen Reisen hege. Zumal jedes Team die Reisen anders plant, was einer Gewerkschaft Probleme bereite, wenn sie gleiches Recht für alle fordert:
"Manche Teams reisen Tage im Voraus an, andere fliegen erst am Tag davor, wieder andere bleiben in der Nähe des Trainingsgeländes. Einige Spieler haben nach dieser Reise lange Pendelzeiten, während sie noch mit Jetlag kämpfen, und so weiter. Und dann geht es um die Spiele danach und darum, ob es wirklich eine Phase der vollständigen Regeneration für die Körper gibt. Auch das ist uneinheitlich. All das muss berücksichtigt werden, wenn wir überhaupt darüber sprechen, noch weiterzugehen oder mehr internationale Spiele auszutragen," so White.
NFL-Commissioner Rodger Goodell pusht Internationalisierung weiter voran
Davon unbeeindruckt fügte Goodell hinzu, dass er sich langfristig einen internationalen Spielplan mit 16 Spielen wünsche.
"Ich denke, das ist eine wichtige Marke, die wir anstreben sollten. Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg. Nicht nur wegen unseres eigenen Interesses, sondern auch wegen des großen Wunsches der Menschen, diese Spiele in ihren Städten zu haben. Einige der großartigsten Städte der Welt fragen danach."
Die NFL hat für 2026 neun internationale Spiele angekündigt, darunter Begegnungen in Australien, Frankreich und Mexiko.
Abschlusspunkt der NFLPA-Pressekonferenz war das Thema Rasen. Denn immer wieder beschweren sich die Spieler über diverse Untergründe in verschiedenen Stadien. Das Metlife Stadium in New York) und das Acrisure Stadium in Pittsburgh sind Negativbeispiele.
Während Executive Vice President Jeff Miller und Chief Medical Officer Dr. Alan Sills erklärten, dass die Daten der NFL eine nahezu identische Verletzungsrate auf Kunstrasen (0,43) und Naturrasen (0,42) zeigen, sagte White am Dienstag, dass "90 Prozent" der Spieler es bevorzugen würde, auf Naturrasen zu spielen.
Es gibt in der Offseason somit viele Punkte, die zwischen den Parteien zu diskutieren sind.
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