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FC Schalke 04

S04-Aufstieg zeigt: Fußball-Romantik existiert! Wie die bewegenden Märchen der Schalke-Helden wahr wurden

Aktualisiert:

von Mike Stiefelhagen

2. Bundesliga

Schalke 04: Diese Kommentare zur Muslic-Anstellung sind schlecht gealtert

Videoclip • 01:27 Min


Der FC Schalke 04 ist zurück in der Bundesliga. Vom Fast-Absturz bis zum "Königsblauen Wunder": dem nahezu plötzlichen Aufstieg. Die Geschichten der Menschen im Verein zeigt: es ist mehr als nur ein sportlicher Turnaround.

Vor einem Jahr war der FC Schalke 04 noch ein Verein am Rand des sportlichen Fiaskos.

Schulden, keine intakte Mannschaft, eine zerrüttete Führung, Spott in der Kurve und es drohte der Abstieg in die 3. Liga. Und das als eine der mitgliedstärksten Vereine (210.000) der Welt.

Die Bundesliga war weit weg. Das letzte Champions League-Spiel wirkte wie ein alter Traum. Der totale Downfall drohte. Die Existenz im Profifußball bedroht. Alles was man hatte war das gemeinsame Leid, die Vergangenheit und Galgenhumor.

Das ist jetzt vorbei! Der S04 ist wieder da. Da "wo, er auch hin gehört", wie Kapitän Kenan Karaman verkündete. Der Bundesliga-Aufstieg bereits am 32. Spieltag perfekt. Die dreijährige Bundesliga-Abstinenz endet. Und das hätte vor einem Jahr beziehungsweise zu Saisonbeginn niemand ernsthaft gedacht.

Es ist wie ein Märchen. Nur wahr. Dieser Aufstieg ist nicht nur eine sportliche Erfolgsgeschichte. Er lebt von Menschen, die vorher Zweifel, Brüche und Rückschläge erlebt hatten. Genau deshalb ist diese Mannschaft emotional so besonders.

Wie die Einzelfälle hinter diesen famosen Triumph zeigen.

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Frank Baumann: Der leise Architekt des Schalker Neustarts

Mit ihm kam der Umschwung. Frank Baumann ist kein Lautsprecher. Aber er ist eine der wichtigsten Figuren bei diesem Aufstieg. Schalke brauchte nach Jahren voller Personalwechsel, Krisen und öffentlicher Unruhe jemanden, der Ordnung schafft. Baumann tat dies stoisch.

Sein erster großer Meilenstein war die Verpflichtung von Miron Muslic. Das war rückblickend der Schlüssel zur Saison. In Deutschland kaum bekannt, mit Plymouth Argyle in die dritte englische Liga abgestiegen. Er kostete den klammen Klub sogar 700.000 Euro Ablöse. Baumann setzte auf ihn, trotz der medialen Skepsis. Er gab ihm Rückhalt. Er ließ ihn arbeiten. Und er baute um ihn herum eine Mannschaft, die nicht nur Qualität hatte, sondern auch Charakter. Er arbeitete mit Muslic eng zusammen, damit dieser seine Spieler bekam. Mithilfe diverser KI-Tools wurden Spieler ermittelt, die passten und die "Schalke-DNA" verkörperten.

Die Liste der Top-Transfers ist lang: Soufiane El-Faouzi, Nikola Katic, Hasan Kurucay, Timo Becker. Baumann gab nur 3,4 Millionen im Sommer aus. Holte teilweise "No Names" ablösefrei. Verkaufte dafür unter anderem Tayln Bulut (Besiktas) und nahm 8,75 Millionen ein. Im Winter holte er Maximilian Lüftl aus Hannover dazu. Er wurde zum Leiter Scouting und Transfers. Fand Spieler wie Adil Aouchiche. Edin Dzeko kam. Moussa Ndiaye wurde geliehen. Fast jeder Transfer saß perfekt.

Baumann setzte nicht auf Namen. Sondern Charakter. Und Leidenschaft. So wie Einsatzwillen. Den Reste formte Muslic. Und nicht vergessen: auch die Baumann-Verpflichtung wurde kritisch gesehen. Immerhin galt er nach seiner Bremer Zeit gescheitert und war lange ohne Verein. Mehrere Kandidaten wie Fredi Bobic, Oliver Ruhnert, Rachid Azzouzi, Igli Tare oder Jörg Schmadtke sagten ab.

Baumann kam. Und übernahm. Und reparierte seinen Ruf. Aus Baumann wurde ein Baumeister.

Miron Muslic: Das Flüchtlingskind, dass Schalke wieder eine Identität gab

Miron Muslic war vor dieser Saison kein Name, der auf Schalke automatisch Euphorie ausgelöst hätte. Er war ein Niemand. Manch einer nannte ihn sogar "nicht authentisch" und lag damit weit daneben. Muslic ist erfrischend echt. Er erdete einen taumelnden Verein. Und das Wort passt. Denn Muslic verein-te. Der Bosnier, der mit neun Jahren kriegsbedingt nach Österreich flüchtete, setzt auf klare Regeln. Seine Spielidee war eindeutig. Er gab Struktur, als sie am nötigsten war. Auf seine mutigen Worte folgten Arbeit, Intensität und Zusammenhalt.

Schalke spielte unter ihm nicht immer spektakulär. Aber Schalke wurde stabil, zweikampfstark und mental belastbar. Besonders wichtig war seine taktische Flexibilität. In der Rückrunde scheute er sich nicht vor Veränderungen. Die Umstellung auf eine Viererkette wurde zu einem wichtigen Baustein des Aufstiegs. Gleichzeitig entwickelte Schalke eine defensive Stabilität, die dem Klub lange gefehlt hatte.

Er formte aus Mannschaft, Führung und Fans wieder eine Einheit. Auch wenn einige Experten an Schalke zweifelten und Umstellungen kritisierten: Muslic betrieb Pionierarbeit. Und behielt Recht.

Er verlieh Schalke vergessen geglaubten Glanz zurück. Der Arenaring war keine Gefahr mehr für die eigenen Spieler, sondern symbolisierte die Umrandung des neuen Hexenkessels für jeden ankommenden Gegner. Schalke wurde unangenehm zu bespielen. Dank seines Inputs. Auf und neben dem Platz. Mit ihm kam kein Hype. Mit ihm entstand er.

Kenan Karaman: Der Kapitän des langen Leidens

Von der letzten S04-Mannschaft, die abstieg, sind nur noch Kenan Karaman und Henning Matriciani Teil des aktuellen Kaders. Und Matriciani ist aussortiert. Karaman schulterte alles. Seine Tore verhinderten zu großen Stücken den Abstieg ins Nichts. Er verlängerte den Vertrag, als andere gingen. Er ist nicht der geborene Kapitän, aber wuchs gezwungenermaßen in die Rolle rein. Seine Aufstiegstränen zeigen, was er erleben musste.

Vor Schalke war er ein Wandervogel. Fand in Hoffenheim, Düsseldorf, Hannover oder bei Besiktas nie sein Zuhause. Und wurde in kurzer Zeit zu einer Schalke-Legende. Der 32-Jährige wurde in Gelsenkirchen vom begnadeten, verspielten Techniker zum Führungsspieler und echten Mann. Zum Malocher.

Zu Saisonbeginn fehlte er lange verletzt. Dann verpasste er kein Spiel mehr. Er pushte die Mannschaft. Er inszeniert sich nie als Einzelheld. Obwohl er es hätte können. Er steht für den gesamten Leidensweg der letzten Jahre und ist die wichtigste Schalke-Figur der letzten Jahre.

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Loris Karius: Totgesagte leben länger

Loris Karius muss ein Buch schreiben. Oder seine Geschichte verfilmen.

Seine Karriere wurde jahrelang auf einen Abend reduziert: Das Champions-League-Finale 2018 mit Liverpool gegen Real Madrid. Karius patzte auf der größten Fußballbühne der Welt folgenschwer und beendete damit zunächst seinen sportlichen Höheflug. Fehler. Spott. Zweifel. Danach folgten Stationen, bei denen er nie wieder dauerhaft in eine ähnliche Rolle kam wie zuvor. Zwischen 2021 und 2024 kam er auf keine 25 Pflichtspiele.

Er war vereinslos. Nicht mehr interessant. Für viele nicht mehr tauglich. Doch dann kam Schalke. Wo die Torhüter-Position seit Jahren verflucht schien.

Auf Schalke fand Karius mehr als nur einen neuen Klub. Er entstand eine neue Erzählung. Er wurde nicht als PR-Name gebraucht, sondern als Nummer eins. Und er lieferte. Karius wehrte 74 Prozent der Bälle auf sein Tor ab und spielte zwölfmal zu null. Beides sind Bestwerte in der 2. Bundesliga.

Damit wurde Karius zu einem Symbolspieler. Schalke war selbst gefallen. Schalke war selbst verspottet worden. Schalke hatte selbst mit dem eigenen Anspruch gerungen. In Karius fand dieser Verein einen Torwart, der diese Erfahrung kannte. Nicht theoretisch, sondern persönlich. Beide erlebten zeitgleich eine Reinkarnation.

Timo Becker: Das Traum-Comeback des Schalker Jungen

Timo Becker ist die Identifikationsfigur. Er steht für Heimat. Für Malocher-Fußball. Für die Verbindung zwischen Rasen und Tribüne. Nicht jeder Aufstieg braucht nur Stars. Manche Aufstiege brauchen Spieler, die wissen, was der Verein bedeutet.

Becker wurde auf Schalke ausgebildet und spielte bereits früher für die Profis. Er wurde aussortiert, war auch ein Symbol des sportlichen Niedergangs. Bei Holstein Kiel konnte er sein Potenzial ausschöpfen, stieg auf und entwickelte sich fantastisch. Privat blieb er Schalke treu. Besuchte weiterhin die Spiele, stand in der Kurve und machte nie einen Hehl um seine Vereinsliebe.

Im Sommer kam er zurück. Ablösefrei. Wurde Vize-Kapitän mit klarem Statement. Irgendwann Wiederaufstieg feiern. Er brauchte nur ein Jahr. Nicht als Zuschauer. Nicht als Fan. Sondern als Führungsspieler der Mannschaft. Mehr Romantik geht nicht.

Er gab der Mannschaft, was ihr jahrelang fehlte: Charakter.

Soufiane El-Faouzi: Vom Drittligaläufer zum "Ruhrpott-Iniesta"

Soufiane El-Faouzi ist eine Art Artefakt. Denn er wurde ausgegraben, um ausgestellt zu werden.

In der 3. Liga war er als Dauerbrenner bei Alemannia Aachen bekannt. Zumindest eine Saison lang. Er spulte die meisten Kilometer im gesamten Profibereich Deutschlands ab. Dass seine Qualität für die 2. Liga reichen kann, ahnte man im Ansatz. Aber weit gefehlt. Er kann viel mehr. Der 200.000-Euro-Einkauf avancierte zum absoluten Schlüsselspieler.

Er funktionierte sofort. Lief wieder im Schnitt 12,61 Kilometer pro Spiel in dieser Saison. Mit fünf Vorlagen die meisten im Team. Er war überall auf dem Platz. Erzielte im wichtigen Spiel gegen Mitkonkurrenten Elversberg ein Fallrückziehertor.

Vor seine Schalke-Ankunft war er ein unbeschriebenes Blatt. Jetzt haben ihn viele europäische Teams auf dem Zettel.

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Edin Dzeko: Der "Mini-Raul" macht Schalke wieder groß

Wie wir zu seiner Ankunft kommentierten: Edin Dzeko wurde Schalkes "Mini-Raul". Einer der besten Stürmer der letzten Jahrzehnte wurde plötzlich Schalker. Meister mit Wolfsburg. Titel mit Manchester City. Jahre bei der Roma. Champions-League-Finale mit Inter.

Der 40-jährige bosnische Nationalheld kam aber nicht nur, um Trikotverkäufe zu generieren. Auch hier gab es Experten, die den Transfers kritisch sahen. Dzeko sei zu alt. Ein Auslaufmodell, wie seine Zeit in Florenz  zu beweisen schien. Weit daneben.

Sein Wechsel klang zu romantisch für den modernen Fußball. Aber sportlich war Dzeko kein Marketingtransfer. Er wurde ein echter Faktor. Sechs Tore und drei Vorlagen in acht Spielen. Dazu gab er dem Team in der taktischen Umstellung einen wichtigen Push, nahm Aufmerksamkeit auf sich und gab Erfahrung weiter.

Emotional ist seine Geschichte sogar noch größer. Dzeko steht für eine Karriere aus Widerständen. Seine Kindheit in Sarajevo während des Krieges gehört zu seiner Lebensgeschichte. Dieser Hintergrund macht seinen späten Schalker Beitrag noch stärker. Ein Spieler, der schon so viel erlebt hat, stellt sich mit 40 noch einmal in den Dienst eines Krisenklubs.

Er musste das nicht machen. Er machte es trotzdem. Das ist genau die Art von Fußball-Romantik, die dieser Aufstieg erzählt.

Nikola Katic: Ein Bosnier kennt keinen Schmerz

Er war der absolute Wunschspieler von Muslic. Baumann verhandelte ewig, damit Nikola Katic ein Schalker wurde. Der S04 verteidigte im Jahr zuvor harmlos wie bodenlos. Mit Katic kam die Wende. Frei nach dem Motto: der Ball kann an mir vorbei, aber nicht der Gegner. Im ersten Spiel flog er direkt vom Platz. Mehrfach spielte er mit Turban durch Kopfverletzungen. Öfter auf Schmerztabletten. Kämpfte dauernd mit Knieproblemen, verpasste wenig Einsätze bis auf den Saisonendspurt.

Katic biss. Er hat Schmerzen verboten. Aus dem Wortschatz verbannt Er war Anker der Defensive. Gab laute Anweisungen. Half jungen Spielern und wuchtete sich in jeden Zweikampf, als wäre es sein Letzter. Der verlängerte Arm von Muslic brachte Feuer, während Kälte ihm nichts ausmachte. Im tiefsten Winter spielte er mit kurzen Ärmeln und wärmte sich in kurzer Hose auf. Handschuhe und Mütze mochte der Bosnier weniger als den anlaufenden Stürmer.

Sein Karriereweg führte ihn über mehrere Länder und Ligen. Er spielte in Kroatien, Schottland, der Schweiz und England. Diese Stationen formen einen Spieler. Katic implizierte den Schalkern das bosnische Gedankengut.

Hasan Kuruçay: Vom Bordstein zur Skyline

Hasan Kuruçay ist eine klassische Umweg-Geschichte.

Er wurde in Odense geboren, besitzt die dänische und türkische Staatsbürgerschaft und musste sich seine Karriere über verschiedene Stationen aufbauen. Eine war Eintracht Braunschweig. Sein Vertrag wurde dort nicht verlängert, obwohl Braunschweig nach wie vor gegen den Abstieg in die 3. Liga kämpft.

Er heuerte beim belgischen OH Leuven an. Ging dann ablösefrei nach Schalke. Die Zweifel an seiner Qualität waren groß, immer reichte es bei einem schwächeren Konkurrenten nicht. Wieder ein Trugschluss. Kurucay wurde Stammspieler. Ein beinharter Kämpfer, kopfballstark, sehr wichtig für die Spieleröffnung und das perfekte Pendant zu Katic.

Erst nicht gewollt und jetzt mit guten Chancen auf einen Stammplatz bei einem Erstligisten. Kurucay hat eine unfassbare Entwicklung genommen.

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Ron Schallenberg: Vom Verlierergesicht zum Anker

Ron Schallenberg litt wie fast kein Zweiter. Der ehemalige Paderborner musste ewig auf Positionen spielen, die ihm nicht lagen. Musste dabei noch die mangelnde Qualität seiner Mitspieler ausbügeln. Machte dabei selbst Fehler. Wurde mit runtergezogen und zu Unrecht fertig gemacht.

Muslic hauchte ihm neues Leben ein. Ließ ihn auf seiner Position spielen. Gab ihm ein gutes Umfeld. Aus Schallenberg wurde wieder ein Zweikampfmonster mit Blick nach vorne. Ein Sprachrohr. Ein Fels in der Brandung. Ein Schalkeberg.

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Moussa Sylla: Erst Abstellgleis, dann Überholspur

Moussa Sylla ist eine doppelte Geschichte. Einerseits ist er Teil des sportlichen Erfolgs. Andererseits erinnert seine Personalie daran, dass Schalke finanziell nicht sorgenfrei ist. Seine Tore verhinderten ebenfalls einen Abstieg im Jahr zuvor. In dieser Saison sollte er nach kleinem Leistungsabfall verkauft werden. Um nötiges Geld zu generieren.

Sylla war im Winter eigentlich schon weg. Wartete am Deadline Day vor der Geschäftsstelle auf das finale Go. New York City war interessiert. Alles war geklärt. Doch dann wollte der MLS-Verein nachverhandeln. Es wurde komisch. Schalke zog zurück. Und nahm kein Geld ein, was eigentlich gebraucht wurde.

Zumal Dzeko kam. Alles war im Hype. Sylla war irgendwie noch da. Musste auf die Bank. Der Franzose ließ sich davon nicht unterkriegen. Auch wenn das Wechseltheater sportlich seine Spuren in der Ausbeute hinterlassen hatte, trumpfte der Stürmer wieder auf. Traf mehrfach wichtig. Er war nicht beleidigt, er machte das Beste aus der Situation und identifizierte sich weiter mit dem Verein.

Ein Überbleibsel seiner einst vielversprechenden Vergangenheit. Sylla galt früh als großes Talent. Er wurde bei der AS Monaco ausgebildet, debütierte dort als Profi und spielte sogar in der Champions League. Doch aus dem frühen Versprechen wurde keine geradlinige Top-Karriere. Der Weg führte ihn über mehrere Stationen. Er musste sich neu beweisen. Auf Schalke fand er eine Bühne, auf der er wieder Bedeutung bekam.

Winterwahnsinn: Dejan Ljubicic und die Null-Euro-Helden des S04

Was Baumann und Lüftl im Winter gezaubert haben, lässt den Weihnachtsmann alt aussehen. Unabhängig von Dzeko, der sich den Schalkern angeboten hat. Adil Aouchiche ist der Undercover-Deal des Jahrs. Er kam ablösefrei durch eine versteckte Klausel von Sunderland. Insider-Infos von Lüftl machten es möglich. Er ist der Spieler der Rückrunde. Das einstige PSG-Talent wirbelte die ganze Liga durcheinander. Die linke Seite war unaufhaltsam.

Auch dank eines weiteren Top-Deals: Moussa Ndiaye. Beim FC Barcelona ausgebildet wurde er als Ersatz für den verletzten Vitalie Becker geholt. Und prompt Publikumsliebling. Und das als Leihspieler vom RSC Anderlecht. Wieder kostengünstig.

Abgerundet wird das mit der Deutschland-Rückkehr des Dejan Ljubicic. Er kostete zwar 750.000 Euro und brauchte eine gewisse Anlaufzeit, doch war am Ende mit seinen Scorern ebenfalls maßgeblich am Aufstieg beteiligt. Der Ex-Kölner kam von Dinamo Zagreb und hat jetzt erneut die Chance in der Bundesliga zu glänzen.

Jeder Wintertransfers schlug ein und jeder musste das auch. Ansonsten wäre dieser Weg nicht möglich gewesen.

In der Knappenschmiede lodert es wieder

Muslic setzte immer wieder auf die Jugend. Vitalie Becker ist eine Art Ziehsohn. Kaum einen anderen Spieler nahm er zu Beginn so hart ran, forderte ihn, schmiedete ihn, kritisierte ihn, lobte ihn. Mit dem Abgang von Derry John Murkin (Derby County) und den Leistungsschwankungen von Anton Donkor war die linke Abwehrseite mangelhaft. Muslic zog Becker hoch und machte aus ihm einen Top-Spieler, zumindest bis zu seiner Verletzung.

Gleiches passierte mit Mertcan Ayhan, der in der Innenverteidigung wöchentlich aufstockte und besser wurde. Jetzt schwer zu halten sein wird. Mika Wallentowitz, Peter Remmert, Zaid Tchibara - immer wieder kamen Rohdiamanten zum Einsatz. Waren aber auch schnell wieder raus, wenn sie nicht lieferten. Muslic entwickelte Talente nicht kurzfristig. Sondern auf lange Sicht. Ohne Druck. Aber mit Disziplin.

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Die Schalker Märchensammlung

Ein namensloser Trainer mit emotionaler Flüchtlingsgeschichte, ein Sportvorstand, der als "gescheitert" galt, ein Torwart, der für "Verlieren" auf der größten Bühne stand.

Ein Kapitän, der vorher nirgendwo ankam und durch die schwersten Zeiten ging und damit alle schulterte, ein Drittligaspieler, der plötzlich "Ruhrpott-Iniesta" genannt wurde, eine 40-jährige Weltklasse-Legende, die sich für Schalke noch einmal quälte.

Ein Schalker Junge, der nach Hause kam, traditionell zig Nachwuchsspieler aus der Knappenschmiede und schon fast verkaufte Stars, die Aufstiegshelden wurden.

Diese Geschichte hat im Detail alles, was das Fußballromantikerherz schneller schlagen lässt.

Der S04 ist wieder da.

"Echte Liebe" war hier kein Slogan. Es wurde "GE"-schmiedet und "GE"lebt.

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