1. Runde im DFB-Pokal
VfB Stuttgart: Abhängigkeit von Nick Woltemade zu groß? Drei Erkenntnisse zum K(r)ampf in Braunschweig
Aktualisiert:
von Justin KraftTrainer Sebastian Hoeness Hoeneß (VfB Stuttgart) - 1. Hauptrunde DFB Pokal Saison 2025-2026 Eintracht Braunschweig vs. VfB Stuttgart im Eintracht Stadion in Braunschweig - Fußball,Mann,Männer,Deutschland,26.08.2025 *** Coach Sebastian Hoeness Hoeneß VfB Stuttgart 1 Main Round DFB Cup Season 2025 2026 Eintracht Braunschweig vs VfB Stuttgart at Eintracht Stadium in Braunschweig Soccer,Man,Men,Germany,26 08 2025
Bild: Christian Schroedter
Der VfB Stuttgart tut sich im DFB-Pokal bei Eintracht Braunschweig sehr schwer. Drei Erkenntnisse deuten auf eine schwere Saison hin.
Von Justin Kraft
Nach Abpfiff wollte Sebastian Hoeneß von einer Analyse erstmal nichts wissen. "Heute zählt nur das weiterkommen", sagte er bei "Sky" und ergänzte: "Damit mache ich es mir heute mal sehr einfach."
In einem langen Gespräch wurde deutlich, dass sich der Trainer des VfB Stuttgart natürlich noch nicht beeindrucken lassen möchte vom Negativtrend. Die Stichprobe ist mit erst drei Pflichtspielen noch sehr klein.
Doch der 43-Jährige weiß genau, wie dieses Geschäft tickt. Und er weiß auch, dass das kommende Bundesliga-Spiel gegen Borussia Mönchengladbach eine immense Bedeutung hat. "Wir müssen schleunigst in die Spur kommen", erklärte er.
Das Wichtigste in Kürze
Gefallen konnte es ihm nicht, wie seine Mannschaft im DFB-Pokal bei Eintracht Braunschweig auftrat. In nahezu allen Mannschaftsteilen stottert der Motor – und auch für ihn selbst könnte diese Saison richtungsweisend werden.
VfB Stuttgart: Defensiv nicht gut genug
Im Supercup gegen den FC Bayern München (1:2) zwei Gegentore zu kassieren, ist kein Untergang. Aber auch zum Ligastart bei Union Berlin (1:2) am vergangenen Wochenende und jetzt im Pokal in Braunschweig (Sieg im Elfmeterschießen) präsentierte sich die Abwehr der Schwaben abermals löchrig. Zwei Gegentore waren es in Berlin-Köpenick, drei in der regulären Spielzeit des Pokals und noch eins oben drauf in der Verlängerung.
Sowohl in der Abstimmung als auch auf individuellem Niveau ist das bisher zu wenig. Einfache Fehler im Spielaufbau oder im Stellungsspiel führen dazu, dass die Gegner zu leicht an hochkarätige Chancen kommen. Selbst Erfolgsgarant Alexander Nübel wirkt nicht immer sattelfast, sah vor allem beim ersten Gegentor am Dienstagabend nicht gut aus.
Braunschweig hatte 24 Abschlüsse, kam laut "Fotmob" auf etwas mehr als 1,8 erwartete Tore. Das ist bei allem Verständnis für die besondere Pokalsituation und eine lange Reise unter der Woche einfach zu viel gegen einen Zweitligisten. Will Stuttgart in dieser Saison erfolgreich sein, muss man entweder auf dem Transfermarkt nochmal die Abwehr verstärken, oder darauf hoffen, dass die vorhandenen Spieler noch einen gehörigen Satz nach vorn machen können.
Nick Woltemade ist weiterhin der Schlüsselspieler
Hätte der VfB Nick Woltemade für sehr viel Geld an den FC Bayern verkauft, wäre womöglich das Budget da, um die Abwehr entscheidend umzubauen. Das Problem ist aber: Der Stürmer ist nicht zu ersetzen. In den bisherigen Spielen war die Offensive des VfB meist zu blass, wenn Woltemade nicht auf dem Feld stand oder keine gute Form hatte.
In Braunschweig wurde der 23-Jährige erst kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit eingewechselt. Es ging sofort ein spürbarer Ruck durchs Team. Der DFB-Stürmer arbeitete viel, rieb sich an seinen Gegenspielern auf und sorgte dafür, dass Stuttgart mit mehr Qualität ins letzte Drittel kommt.
Zu Beginn wirkte Woltemade noch etwas unglücklich, dann aber traf er selbst technisch anspruchsvoll und legte kurz darauf beinahe noch die Entscheidung auf. Doch Ermedin Demirovic vergab aus guter Position. Ohne Woltemade ist das VfB-Spiel behäbiger, weniger überraschend und vor allem fehlt den vielen wendigen Spielern ein Fixpunkt, der die Gegenspieler auf sich zieht und so Räume für seine Mitspieler öffnet.
Kein Wunder also, dass der VfB trotz hohem Bayern-Angebot nicht schwach wurde. Woltemade könnte für sie noch zum Gamechanger werden.
Sebastian Hoeneß vor richtungsweisender Saison mit dem VfB Stuttgart
Doch zurück zu Hoeneß. Dem war die Erleichterung nach dem Sieg im Elfmeterschießen anzumerken. Ebenso wie ihm seit Monaten anzumerken ist, dass die Erwartungshaltung in Stuttgart deutlich gestiegen ist. Der Erfolg, den er mit seinem Trainerteam und der Mannschaft gebracht hat, hat die Schwaben hungrig gemacht.
Schon in der vergangenen Saison lief vieles nicht rund, aber der Pokalsieg hat eine ansonsten durchwachsene Saison retten können. Die Hoffnung war, dass man mit klugen Kaderanpassungen und einer entsprechenden Fehleranalyse wieder weiter oben in der Tabelle anklopfen kann.
Der Saisonstart bestätigt bisher die skeptischeren Stimmen, die befürchtet haben, dass der Höhenflug sich dem Ende neigt. Dabei geht es in Stuttgart durchaus um viel. Angelo Stiller, Woltemade und weitere Spieler stehen im Schaufenster, werden den VfB früher oder später verlassen. Es wird für den Klub darum gehen, möglichst viel Geld einzunehmen.
Bundesliga-Transfergerüchte: Kim rückt in den Fokus des FC Chelsea

Minjae Kim (FC Bayern)
Der FC Chelsea beschäftigt sich laut Bayern-Insider Christian Falk mit einer möglichen Verpflichtung von Abwehr-Star Minjae Kim. Zwar liege noch kein konkretes Angebot vor, jedoch haben die "Blues" angeklopft. Der FC Bayern würde sich demnach ab 30 bis 40 Millionen Euro gesprächsbereit zeigen. Auch Tottenham, AC Mailand und Inter Mailand seien am Südkoreaner interessiert, ...RHR-Foto

Minjae Kim (FC Bayern)
...noch deutet aber nichts konkret auf einen Abschied hin. Laut Falk ist Kim auch ohne Stammplatz mit seiner Rolle in München zufrieden. Die Bayern schätzen den Innenverteidiger als starken ersten Backup, selbst wenn dieser dafür ein sehr deftiges Gehalt bezieht. Stand jetzt habe Kim nicht die Absicht, die Bosse über einen Wechselwunsch zu informieren.Marco Canoniero

Yan Diomande (RB Leipzig)
Leipzig-Youngster Yan Diomande zählt zu den großen Entdeckungen der Saison. Dies hat offenbar auch Manchester United festgestellt, die laut der spanischen Zeitung "Sport" Interesse am 19-Jährigen haben sollen. Demnach hätte der Flügelspieler die ManUnited-Bosse mit seiner "Schnelligkeit und Dribbelfähigkeit" beeindruckt. Allerdings läuft sein Vertrag bei RB bis Sommer 2030, sodass die mögliche Ablöse sehr hoch ausfallen dürfte.AFP/SID/RONNY HARTMANN

Victor Osimhen (Galatasaray Istanbul)
Victor Osimhen steht nun wohl doch auf dem Zettel des FC Bayern. Der Rekordmeister prüft laut "FussballTransfers", ob ein Transfer des nigerianischen Torjägers möglich sein könnte. Osimhen wurde dem FC Bayern bereits im Winter angeboten, allerdings lehnte Max Eberl einen Transfer damals noch ab. Nun beschäftigen sich die Münchner Verantwortlichen erneut mit dem Angreifer. Auch Osimhen selbst kann sich einen Wechsel nach München offenbar gut vorstellen. Neben dem FC Bayern zeigen allerdings auch andere Klubs Interesse - darunter mehrere Vereine aus Saudi-Arabien.IMAGO/Buzzi

Luka Vuskovic (Hamburger SV)
Kann der HSV Innenverteidiger Luka Vuskovic halten? "Ich bin Überzeugungstäter. Natürlich glaube ich auch fußballromantisch an Dinge, die schwer vorzustellen sind", sagte Hamburgs Trainer Merlin Polzin der "Bild". Der Kroate ist von Tottenham Hotspur ausgeliehen und liegt bei einem Marktwert von 40 Millionen Euro. Dabei wähnt sich Polzin mit einem Trumpf in der Hand. "Wir wissen auch, was im November passiert..." Dabei spielt Polzin auf das Comeback von Lukas Bruder Mario Vuskovic nach Doping-Sperre an.IMAGO/HMB-Media

Said El Mala (1. FC Köln)
Köln-Juwel Said El Mala steht bei einigen Klubs auf dem Zettel, einer wirbt aber wohl besonders intensiv um die Dienste des 19-Jährigen: Brighton & Hove Albion mit Trainer Fabian Hürzeler. Laut "Sky" plant der Premier-League-Klub im kommenden Sommer einen weiteren Vorstoß. Schon in den vergangenen beiden Transferfenstern hat der Klub demnach erfolglos wegen eines möglichen Transfers angefragt. Sein Vertrag in Köln läuft noch bis 2030.IMAGO/Revierfoto

Rocco Reitz (Borussia Mönchengladbach)
Borussia Mönchengladbach könnte im Sommer 2026 wohl Rocco Reitz verlieren. Laut "Sky" soll RB Leipzig großes Interesse am 23-Jährigen haben. Dem Bericht nach hat Reitz in seinem Kontrakt offenbar eine Ausstiegsklausel in Höhe von 28 Millionen Euro. Zudem gibt es wohl auch weitere Interessenten wie Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen und Brighton & Hove Albion. Reitz' Vertrag bei den "Fohlen" läuft noch bis Sommer 2028.2025 Getty Images

Jeremy Monga (Leicester City)
Beim englischen Zweitligisten sorgt der erst 16-jährige Jeremy Monga für Aufsehen. Entsprechend sind schon einige Topklubs auf den Teenager aufmerksam geworden. Laut "Teamtalk" gehören auch der FC Bayern und Borussia Dortmund zu den Interessenten an Monga. Demnach sollen auch beide Klubs schon Gespräche mit dem Offensivspieler geführt haben, ...2025 Getty Images

Jeremy Monga (Leicester City)
... der aufgrund der Statuten aber erst im Jahr 2027 nach Deutschland wechseln dürfte. Die Konkurrenz im Werben um den Engländer ist aber wohl riesig. Juventus Turin, Real Madrid und PSG haben wohl ebenfalls schon Kontakt zu Monga aufgenommen, auch die englischen Topklubs Liverpool und Tottenham seien hinter dem Toptalent her, heißt es.2025 Getty Images

Julian Ryerson (Borussia Dortmund)
Landet ein BVB-Stammspieler beim FC Barcelona? Wie "Sky" berichtet, hat Barca offenbar ein Auge auf Julian Ryerson geworfen. Der Norweger soll demnach ein günstiger Ersatz für Jules Kounde sein, der in Katalonien vor dem Abgang steht. Erste Gespräche sollen demnach bereits stattgefunden haben. Ob der BVB einem Abgang jedoch zustimmen würde, ist offen.2025 Getty Images
Und auch für Hoeneß geht es gewissermaßen darum, zu zeigen, dass er langfristig Erfolg haben kann. Dass er einer der Trainer ist, die nach einer Euphoriewelle die Ansätze finden, um in einer eingespielten Mannschaft die Abnutzungsmechanismen zu reduzieren. Denn genau das unterscheidet nachhaltig erfolgreiche Trainer von jenen, die kommen und dann bald wieder verschwinden.
Zuzutrauen ist ihm diese Entwicklung allemal. Ebenso wie dem VfB Stuttgart, der in den letzten Jahren seriöse und gute Arbeit auf vielen Ebenen geleistet hat. Aber spätestens nach diesem Zittersieg in der ersten Runde des DFB-Pokals ist auch klar, dass es eine lange Saison für alle Beteiligten werden kann.
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