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Olympia 2026 - Der große Absturz: Deutschlands Medaillen-Säulen bröckeln
Veröffentlicht:
von SIDran Olympia
Olympia 2026: Johannes Thingnes Boe über deutsches Biathlon-Debakel
Videoclip • 05:57 Min
Einstige Medaillenbänke wie die Nordisch-Sparte und Biathlon liefern kaum noch. Der Blick in die Zukunft macht wenig Hoffnung.
Als Vinzenz Geiger am Freitag seine Koffer packte, blieb der Platz für die erhofften Medaillen leer. Ohne jedes Edelmetall traten die deutschen Kombinierer die Heimreise von den Olympischen Winterspielen an, mit ihrer schwachen Bilanz waren die einstigen "Dominierer" aber nicht alleine.
Denn auch andere ehemalige Medaillenbänke des deutschen Olympiateams lieferten kaum - und der Blick in die Zukunft macht wenig Hoffnung.
Vor allem die nordische Sparte mit ihren Disziplinen Skispringen, Langlauf und Kombination war in Italien von früheren Erfolgen weit entfernt. Noch 2018 gab es, angeführt von Andreas Wellinger und Eric Frenzel, auf der Schanze und in der Loipe neun Medaillen zu bejubeln, 2022 immerhin noch sieben inklusive Geiger-Gold. Nun werden es nur zwei - eine weitere in den Langlauf-Marathons über 50 km am Wochenende wäre eine Sensation.
Es warten Herausforderungen
Horst Hüttel betrachtet diese Entwicklung mit Sorge. "Wir müssen da aufpassen, auch mit Blick auf den Nachwuchs", sagt der Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV). Hüttel ist für die Springer und Kombinierer zuständig, doch sein Blick geht darüber hinaus. "Auch im Biathlon wartet eine Herausforderung", sagt er.
Denn auch Franziska Preuß und Co. blieben unter den Erwartungen. Zwar war auch Pech dabei - viele vierte Plätze verhinderten wie auch bei den Skispringern eine bessere Bilanz. Doch die Tendenz bleibt. "Uns fehlen ein, zwei Athleten-Generationen, die wir - warum auch immer - nicht hatten", sagte Felix Bitterling, seit vier Jahren Biathlon-Sportdirektor des DSV, im ZDF.
Auf Hüttel wartet ein ganz ähnliches Problem. Größen wie Johannes Rydzek, Katharina Schmid, Katharina Hennig Dotzler und wohl auch Geiger werden in vier Jahren nicht mehr bei Olympia dabei sein. Bei den Skispringern ist das Altersniveau durch Wellinger (30), Pius Paschke (35) und Felix Hoffmann (28) ebenfalls hoch. Immerhin: Der neue Olympiasieger Philipp Raimund ist erst 25. Doch anders als in anderen Ländern drängen kaum Talente nach oben.
Dellen gab es immer wieder
Auch Hüttel sieht das Problem. "Man merkt, dass das Investment in manchen Ländern enorm hoch ist", sagt der Sportdirektor, den vor allem eine Frage umtreibt: "Wie gelingt es, junge, hungrige Athleten mit 18, 20, 22 in die Weltcup-Teams zu kriegen?" Lösen muss diese Aufgabe auch der neue Skisprung-Bundestrainer, der in Kürze vorgestellt wird.
Fest steht aber auch: Dellen gab es immer wieder. In der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre lagen alle drei nordischen Disziplinen am Boden, bei Olympia 1998 in Nagano war Team-Silber durch die Skispringer die einzige Medaille. Wenig später begann der durch Sven Hannawald und Martin Schmitt ausgelöste Boom. Schon 2002 gab es wieder neun nordische Medaillen, danach immer mindestens sechs. Bis 2026.
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