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Saisonstart in der Nacht auf Freitag

NFL: Travis Kelce vor endgültigem Absturz? Die wichtigsten Storylines vor Saisonstart

Aktualisiert:

von Chris Lugert

NFL, American Football Herren, USA Kansas City Chiefs at Arizona Cardinals Aug 9, 2025; Glendale, Arizona, USA; Kansas City Chiefs tight end Travis Kelce (87) against the Arizona Cardinals during a preseason NFL game at State Farm Stadium. Glendale State Farm Stadium Arizona USA, EDITORIAL USE ONLY PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xMarkxJ.xRebilasx 20250809_mjr_su5_005

Bild: Imagn Images


Die NFL-Saison 2025 steht in den Startlöchern, sämtliche Prognosen werden nun einem Realitätscheck unterzogen. ran schaut auf die wichtigsten Storylines der Saison.

Von Chris Lugert

Fast sieben Monate Wartezeit sind vorbei, endlich startet die NFL in ihre neue Saison. Mit dem Division-Duell zwischen dem amtierenden Super-Bowl-Champion Philadelphia Eagles und den Dallas Cowboys beginnt in der Nacht von Donnerstag auf Freitag (ab 2:20 Uhr im Liveticker) die Spielzeit 2025.


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Hinter den Teams liegt eine turbulente Offseason, die in zahlreichen Fanlagern die Erwartungen hat steigen lassen.

Woanders hingegen herrschen Fragezeichen oder auch klare Zweifel an der eigenen Wettbewerbsfähigkeit. Sämtliche Überlegungen werden ab sofort dem Praxistest unterzogen.

ran hat vor dem Kickoff die wichtigsten Storylines herausgesucht, auf die sich der Fokus in diesem Jahr ganz besonders richten wird.

1. Schaffen die Eagles den Repeat?

Die entscheidende Frage zum Start jeder NFL-Saison ist natürlich die nach dem Champion. Und zwar nicht nur nach dem kommenden, sondern auch die Einschätzung der Situation des amtierenden Meisters.

Die Philadelphia Eagles waren das kompletteste und beste Team der Vorsaison, mit dem besten Running Back, der besten Defense und einem guten Quarterback. Der Super-Bowl-Sieg war die logische Folge. Doch die NFL ist schnelllebig, Umstände verändern sich am laufenden Band.

Einige Bausteine der Defense haben das Team verlassen, neben dem Abgang von Pass Rusher Josh Sweat war vor allem in der Secondary ein Aderlass zu verzeichnen. Darius Slay, C.J. Gardner-Johnson, Isaiah Rodgers und Avonte Maddox haben die Franchise verlassen.

General Manager Howie Roseman, der wohl beste Kaderplaner der NFL, hat dennoch wieder ein schlagkräftiges Team auf die Beine gestellt. Doch es gibt einen Grund, warum Titelverteidigungen in der NFL eher selten sind. Und gerade die AFC hat enorme Qualität, spätestens im Super Bowl wird es also brenzlig.

Zudem bleibt die Frage, ob Saquon Barkley noch einmal eine derartige Saison abliefern kann. Schon wenige Prozent Einbruch können massive Auswirkungen haben.

ran-Prognose: Die Eagles haben eine Ausnahmesaison hinter sich, diese lässt sich so nicht noch einmal wiederholen. Der Repeat klappt nicht.

2. Kann Travis Kelce sportlich noch helfen?

Ja, Travis Kelce ist immer noch Footballprofi. Auch wenn zuletzt der Eindruck entstehen konnte, der Tight End habe sich gedanklich bereits in die Rolle als zukünftiger Ehemann von Taylor Swift verabschiedet.

Nicht wenige hatten erwartet, dass der 35-Jährige bereits nach der Saison 2024 seine glorreiche Karriere beenden wird. Und hätten die Kansas City Chiefs den Super Bowl gegen die Eagles gewonnen, hätte er das wohl auch getan.

Jetzt stellt sich die Frage: Was glaubt er, in der kommenden Spielzeit noch erreichen zu können? Sein Leistungsabfall im Vorjahr war bereits eklatant, längst ist er nicht mehr der dominante Spieler der Vergangenheit. 823 Yards und drei Touchdowns in der Regular Season waren die schlechtesten Werte seit seiner Rookiesaison.

Eigentlich müssten die Chiefs den Fokus ihrer Offensive allmählich auf andere Spieler lenken, um Kelce nur noch vereinzelt einzubinden, damit er in diesen wenigen Momenten aber seine Qualitäten noch ausspielen kann. Doch es fehlen die Alternativen, zumal Rashee Rice die ersten sechs Spiele gesperrt fehlen wird.

Die Workload, die von Kelce verlangt wird, dürfte also erneut massiv sein, zumindest in den ersten Wochen. Doch genau das könnte zum Problem für die gesamte Offense werden.

ran-Prognose: Vieles deutet darauf hin, dass Kelce seine letzte Saison spielen wird. Der Abgang wird aber nicht schmerzhaft werden: Kelce ist nur noch ein Schatten seiner selbst.

3. Erlebt Aaron Rodgers ein letztes Hurra?

Es sollen also die Pittsburgh Steelers sein. Die letzte Station für Aaron Rodgers, ein letztes Zucken am Ende einer großen Karriere. Nach dem Missverständnis mit den New York Jets will Rodgers nicht leise durch die Hintertür abtreten, sondern auf der großen Bühne, am besten mit einer Playoff-Teilnahme.

Rein statistisch stehen die Chancen dafür nicht schlecht. Head Coach Mike Tomlin hat weiterhin keine einzige Losing Season bei den Steelers zu verantworten, selbst mit Quarterbacks wie Kenny Pickett passierte ihm das nicht. Warum also in aller Welt sollte es mit einem künftigen Hall of Famer geschehen?

Womöglich, weil bei Rodgers der Name größer ist als seine Fähigkeiten anno 2025. Er spielte bei den Jets nicht zwingend schlecht, aber auch keineswegs herausragend. In New York hatte er jedoch eine insgesamt bessere Offense, mit besseren Playmakern und einer besseren O-Line.

Die Steelers hingegen haben auf Wide Receiver einen D.K. Metcalf und dahinter lange nichts. Die Offensive Line ist eher in der zweiten Hälfte der Liga anzusiedeln. Und ein überragendes Laufspiel als Entlastung ohne Najee Harris ist auch nicht zwingend planbar. Die Umstände für Rodgers könnten also besser sein.

ran-Prognose: In einer starken AFC North retten die Steelers soeben den Winning Record von Tomlin und beenden die Saison mit einer Bilanz von 9-8. Für die Playoffs reicht das in der AFC aber nicht.

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4. Macht Ben Johnson Caleb Williams zu einem Top-Quarterback?

Der Hype um Caleb Williams bei den Chicago Bears geriet in der Vorsaison mehr als nur ins Stocken, vielmehr wurde er bei voller Fahrt mit der Notbremse gestoppt. Der zunächst amtierende Head Coach Matt Eberflus konnte als defensiv-orientierter Coach die Entwicklung des Rookies nicht vorantreiben. Das soll jetzt ganz anders werden.

Denn Williams bekommt in Ben Johnson einen der besten Playcaller der NFL an seine Seite, der zuletzt sogar einen Quarterback wie Jared Goff zumindest in die erweiterte MVP-Diskussion entwickelt hat. Und Goff ist als Gesamtpaket nicht auf dem Level von Williams, der ja nicht grundlos den Hype um seine Person entfachte.

Allerdings ist auch Johnson selbst jetzt ein Rookie, denn nach erfolgreichen Jahren als Offensive Coordinator bei den Detroit Lions trägt er jetzt erstmals die Gesamtverantwortung für eine Franchise. Und schon häufiger - auch in der jüngeren NFL-Geschichte - war zu beobachten, dass herausragende Koordinatoren nicht zwingend tolle Head Coaches sind.

Dennoch ist Johnson der auf dem Papier wohl beste Head Coach, den Williams in der aktuellen Phase seiner Karriere bekommen konnte. Wenn jemand bewiesen hat, dass er aus den vorhandenen Qualitäten seiner Spieler das Optimum herausholen kann, dann Johnson. Kein Wunder, dass der Hype Train in Chicago wieder rollt.

ran-Prognose: Caleb Williams macht in seiner zweiten Saison einen deutlichen Sprung und führt die Bears sogar in die Playoffs!

5. Gehen die Packers mit Micah Parsons den Schritt Richtung Super Bowl?

Es war der Trade der Offseason, womöglich auch der Trade der vergangenen Jahre: Micah Parsons wechselt von den Dallas Cowboys zu den Green Bay Packers. Während sich Dallas damit von jedem Anspruch Richtung Spitze der Liga verabschiedet hat, ist das Gefühl im hohen Norden von Wisconsin ganz anders.

Denn die einhellige Meinung mit Blick auf die Packers war stets: Es ist ein Kader mit Talent, dem zum ganz großen Wurf aber die Spieler fehlen, die auf Premium-Positionen zur Elite gehören. Sprich: Es fehlte ein klarer Nummer-1-Receiver und ein klarer Nummer-1-Pass-Rusher. Letzteren haben die Packers jetzt.

Parsons dürfte die gesamte Defense der Packers auf ein neues Niveau heben und so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, dass die Spieler dahinter - zum Beispiel ein Rashan Gary - mehr Raum bekommen dürften, um selbst den nächsten Schritt zu machen. Aber reicht das schon zum Super Bowl?

Die NFC ist im Vergleich zur AFC deutlich offener, ohne die herausragenden Teams an der Spitze, von den Eagles mal abgesehen, die aber auch Fragezeichen haben (siehe oben). Letztlich kann eine herausragende Defense in Kombination mit einer guten Offense schon genügen, um das Endspiel zu erreichen.

ran-Prognose: Dank Micah Parsons haben die Packers eine Top-3-Defense in der NFL und schaffen so den Sprung in den Super Bowl.

6. Werden die Raiders die Hauptattraktion der NFL?

Von einer starken Defense sind die Las Vegas Raiders weit, weit, weit, weit entfernt. Maxx Crosby ist überragend, der Rest - nun ja, nicht. Aber mal ehrlich: Wer geht in Las Vegas schon ins Stadion, um eine starke Defense zu sehen? Vegas steht für Glitzer und Entertainment. Und das gibt es auch bei den Raiders. Und zwar in der Offense.

Geno Smith wurde als Quarterback neu verpflichtet, im Draft kam Running Back Ashton Jeanty an Nummer sechs. Dazu spielt der aktuell vielleicht beste Tight End der Liga - Brock Bowers - in Schwarz-Silber. Die Raiders wollen ins Gespräch kommen, indem sie Punkte erzielen - und zwar viele.

Dafür soll auch Offensive Coordinator Chip Kelly sorgen, der im Playcalling alle Freiheiten bekommt. Head Coach Pete Carroll wurde aus dem Ruhestand geholt, er soll den Laden als Ganzes managen und der Defense zumindest eine gewisse Basis geben. Die gewünschte Identität der Raiders aber ist klar.

Was wenig überrascht, wenn Tom Brady im Hintergrund als Minderheitseigner gewisse Strippen zieht. Prominente Namen und ein offensiv ausgerichtetes Spiel sollen das Image der chronisch erfolglosen Franchise, das zwar eine tolle Fanbase, aber auch kaum mehr zu bieten hat, aufpolieren.

ran-Prognose: Die Offense der Raiders liefert ohne Ende Spektakel, am Ende reicht es für die Top-5 in Sachen erzielte Punkte. Die Playoffs aber bleiben ein Wunschtraum.

7. Schließt Cam Ward die Baustelle der Titans auf Quarterback?

In einer insgesamt eher dürftigen Quarterback-Klasse im Draft 2025 ragte Cam Ward frühzeitig heraus, die Tennessee Titans sicherten sich die Dienste des Spielmachers mit dem ersten Pick. Die Hoffnung in Nashville ist groß, dass die Baustelle auf der wichtigsten Position damit behoben wurde.

Seit dem Abschied von Ryan Tannehill nach der Saison 2023 klafft eine Lücke auf Quarterback, Will Levis konnte diese nicht schließen. Ward bringt viele Tools mit, um direkt in der NFL funktionieren zu können. Fünf Jahre College-Erfahrung bringt er mit, das können nicht viele Rookie-Quarterbacks vorweisen.

Zudem bauten die Titans einen Kader, der Ward helfen sollte. Calvin Ridley als gestandene Nummer eins dürfte das bevorzugte Target sein, in Tyler Lockett kam ein Routinier aus Seattle. Running Back Tony Pollard dürfte ein solides Laufspiel anführen, was Ward entlasten sollte.

ran-Prognose: Cam Ward führt die Titans zu sechs Siegen und empfiehlt sich mit guten Lösungen als Dauerlösung.

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8. Wie stark brechen die Lions ein?

Erfolg macht sexy, das gilt gerade für Assistenztrainer in der NFL. Und die Detroit Lions waren in den vergangenen Jahren unter Head Coach Dan Campbell durchaus erfolgreich, auch wenn es nicht für den Super Bowl reichte. Das Problem daran: Die beiden Koordinatoren wurden  nach der vergangenen Saison abgeworben.

Ben Johnson ist in Chicago (siehe oben), Aaron Glenn ist neuer Head Coach der New York Jets. Die Nachfolger? John Morton (Offensive) und Kelvin Sheppard (Defensive). Neulinge in diesem Bereich, die zwar in gewachsene Strukturen kommen, aber dennoch die Verantwortung tragen, Woche für Woche ihre Units vorzubereiten.

Bei Morton kommt zudem das Problem hinzu, dass er den Verlust von Schlüsselspielern verkraften muss. Die Lions gehen mit einer nominell schwächeren Offensive Line in die Saison, die gerade für Quarterback Jared Goff aber ein wesentlicher Bestandteil und ein wichtiger Stabilitätsanker war.

Defensiv hat sich nicht allzu viel verändert, außerdem kehrt Pass Rusher Aidan Hutchinson nach seiner schweren Verletzung zurück. Sheppard sollte also eigentlich wenig Anlaufprobleme haben, offensiv hingegen sind die Fragezeichen größer. Noch einmal 15 Siege zu holen, ist utopisch.

ran-Prognose: Die Lions brechen offensiv massiv ein, ohne Ben Johnson erlebt Jared Goff einen Absturz. Mit zehn Siegen reicht es aber soeben noch für die Playoffs.

9. Bekommt Shedeur Sanders seine Chance als Starter?

Der Absturz von Shedeur Sanders im NFL Draft 2025 und die Folgen daraus bestimmten die Headlines in der gesamten Offseason. Als Fünftrundenpick bei den Cleveland Browns ist Sanders aktuell weit davon entfernt, eine prägende Rolle in der Liga einzunehmen. Stattdessen ist er offiziell nur die Nummer drei bei den Browns.

Routinier Joe Flacco ist der Starter, erster Ersatz ist Sanders' Rookie-Kollege Dillon Gabriel. Es müsste also viel zusammenlaufen, damit Sanders in dieser Saison zu Beginn eines Spiels die Offense aufs Feld führen darf. Allerdings ist wohl bei keiner anderen Franchise der Weg einer Nummer drei zum Starter so kurz.

Denn weder Flacco noch Gabriel sind unerreichbar für einen talentierten Quarterback. Und auch wenn Sanders wohl nie das Top-3-Prospect war, das manch einer noch im März in ihm sah, so entsprach der Absturz in Runde fünf des Drafts nicht seinen Fähigkeiten. Da spielten auch menschliche Aspekte eine Rolle.

Dass er dann doch zu den Browns ging, war wohl eine Entscheidung der Owner und weniger vom Front Office um General Manager Andrew Berry und Head Coach Kevin Stefanski. Das ist das Problem für Sanders: Gepickt wurde er von einem Team, dessen Offensiv-Coaches mit seinem Profil nichts anfangen können.

ran-Prognose: Sanders darf in der zweiten Saisonhälfte als Starter ran, enttäuscht aber komplett und wird wenig später entlassen.

10. Können die Commanders ihr Niveau halten?

Die Washington Commanders waren ohne Zweifel das Überraschungsteam der Vorsaison. Im ersten Jahr des neuen Regimes um Head Coach Dan Quinn und mit Rookie-Quarterback Jayden Daniels gelang direkt der Sprung ins NFC Championship Game. Damit wurde die Latte direkt weit nach oben gelegt.

Nach oben gibt es kaum noch Spielraum, stattdessen spricht vieles dafür, dass die Commanders unsanft auf dem Boden der Tatsachen landen werden. Gründe gibt es viele. Offensive Coordinator Kliff Kingsbury und Daniels harmonierten prächtig, profitierten aber auch davon, dass gegnerische Teams quasi kein Material hatten.

Das ist jetzt anders, die Defenses dürften ganz genau wissen, worauf es ankommt, um die Commanders zumindest ein bisschen mehr unter Druck zu setzen. Dass Star-Receiver Terry McLaurin das komplette Training Camp wegen seines Vertragsstreiks verpasst hat, hilft auch nicht.

Dazu wurde die Defense nicht zwningend besser, und dann gibt es noch softere Faktoren wie Spielglück und Verletzungspech. Ersteres hatten die Commanders reichlich, Letzetres kaum. Gleicht sich das stochastisch an, könnte es für Washington auch recht schnell unangenehm werden.

ran-Prognose: Die Commanders können die Vorsaison nur in Ansätzen bestätigen, das Niveau in allen Bereichen nimmt leicht ab. Doch das genügt bereits: Die Playoffs finden ohne Washington statt.

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