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FC Bayern München: Max Eberl unter Druck - Für ihn geht es um mehr als einen Umbruch

Aktualisiert:

von Justin Kraft

Bild: 2024 Getty Images


Für Max Eberl wird dieser Transfersommer eine entscheidende Rolle einnehmen – kann er dem FC Bayern München endlich seinen Stempel aufdrücken?

Von Justin Kraft

Es war sicher kein einfacher Start für Max Eberl. Als er im Frühling 2024 sein Amt als Sportvorstand beim FC Bayern München aufnahm, war die Erwartungshaltung riesig. Einerseits lag das an seinem Ruf, den er sich vor allem mit jahrelanger Arbeit bei Borussia Mönchengladbach aufgebaut hatte.

Andererseits lag es am über die Jahre immer wieder aufflammenden Interesse des Rekordmeisters. Eberl wurde häufig als Kandidat beim FCB ins Spiel gebracht – bis es im letzten Jahr dann klappte.

Entsprechend erhoffte man sich vom Wunschkandidaten auch, dass er den FC Bayern wieder in ruhiges Fahrwasser führt. Schon wenige Monate später landete Eberl aber auf dem Boden der Tatsachen: Seine Gestaltungsmöglichkeiten sind begrenzt, aber er selbst scheint sich auch schwer damit zu tun, dem FCB seinen Stempel aufzudrücken.

Mittlerweile stellt sich vor allem der Aufsichtsrat, was längst kein Geheimnis mehr ist, die Frage, ob diese Zusammenarbeit eine Zukunft hat. Für Eberl bedeutet das Druck. Auch deshalb, weil schwer zu erkennen ist, wohin er die Münchner führen möchte.

Das Wichtigste in Kürze

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Vieles erinnert derzeit an die Trainersuche im vergangenen Jahr – und das kann für den Sportvorstand gleichermaßen ein schlechtes wie gutes Omen sein.

Max Eberl: Erinnerungen an die zähe Trainersuche

Schon damals hatten viele den Eindruck, dass es dem FC Bayern an einer klaren Vorstellung davon fehlt, wohin die Reise überhaupt gehen soll. Zwar war es das klar erklärte Ziel, attraktiven und erfolgreichen Fußball zu spielen, aber die Kandidaten für die Trainerposition hätten unterschiedlicher kaum sein können.

Von Pressing-Pater Ralf Rangnick bis Kontroll-König Xabi Alonso waren zahlreiche Namen vertreten, die ganz unterschiedliche Ansätze haben. Zwar spricht grundsätzlich wenig dagegen, sich mehrere Ideen anzuhören, aber es verwunderte doch, wie weit die Gespräche und das Interesse teilweise gingen.

Es war mehr eine Suche nach bekannten und verfügbaren Namen und weniger eine nach einer klaren Idee – so zumindest der Eindruck, der vermittelt wurde. So ähnlich ist es gerade beim geplanten Umbruch in der Offensive.

Zunächst wollten die Münchner Florian Wirtz verpflichten. Eine nachvollziehbare Entscheidung, denn der ehemalige Leverkusener ist ein besonderer Spieler – wenngleich er als Zehner eine Position bekleidet, die beim FC Bayern gut besetzt ist. Nach der Absage folgte die logische Entscheidung, sich nach einem Linksaußen umzuschauen, der den wechselnden Leroy Sane ersetzen kann.

Nun aber schien Nick Woltemade in den Mittelpunkt der Bemühungen zu rücken. Ein interessanter Sinneswandel, der rein auf die Qualität des Spielers bezogen nicht ganz überraschend kommt. Aber erneut eine Abkehr von den Profilen, die man eigentlich in den Blick genommen hatte.

FC Bayern München: Leroy Sane ist weg - die Verträge beim FCB

  • Die Vertragssituation beim FC Bayern München
    Beim Rekordmeister stehen weitere richtungsweisende Personalentscheidungen an. Mit Neuer, Davies und Musiala konnte man sich im Laufe der vergangenen Saison auf neue Deals einigen. Einige Verträge von absoluten Leistungsträgern laufen nach der kommenden Spielzeit aus. ran zeigt, welche Bayern-Stars wie lange unter Vertrag stehen und wie die Chancen stehen. (Stand: 02. Juli 2025)

    IMAGO/Ulmer/Teamfoto

  • Jamal Musiala
    Vertrag bis 2030
    Die Hängepartie ist beendet! Jamal Musiala hat seinen Vertrag bis 2030 verlängert! Damit steigt Musiala in der Gehaltsliste des FC Bayern nach ganz oben auf und thront laut "BILD" mit 25 Millionen Euro Jahresgehalt gemeinsam mit Harry Kane ganz oben. Die Ausstiegsklausel liegt demnach bei 175 Millionen Euro. Ab 2029 fällt der Wert auf 100 Millionen Euro. Über ein Detail gibt es noch Unstimmigkeiten. "Sky" berichtet, dass die Klausel sofort gilt, "BILD" schreibt jedoch, dass die Ausstiegsklausel erst 2028 greift.

    imago

  • Alphonso Davies
    Vertrag bis 2030
    Es war ein langwieriges und zähes Ringen - mit Happy End. Im letzten Sommer war sich Alphonso Davies angeblich schon mit Real Madrid einig, jetzt verlängert er seinen Vertrag beim FC Bayern bis 2030. Der Kanadier verkündete die News mit einem eigenen Rap auf der Vereinshomepage: "Ich gehe nirgendwo hin. Ich bleibe bis 2030."

    Eibner

  • Manuel Neuer
    Vertrag bis 2026
    Manuel Neuer wird den Bayern über den Sommer hinaus erhalten bleiben, das gaben Verein und Spieler letzte Saison bekannt. In der kommenden Saison soll der Routinier wohl das eine oder andere Spiel pro Saison an Jonas Urbig abgeben, bleibt aber die Nummer eins im FCB-Tor.

    Laci Perenyi

  • Joshua Kimmich
    Vertrag bis 2029
    Auch mit dem Mittelfeldspieler hat man sich auf eine Verlängerung des Arbeitspapiers geeinigt. Die Verhandlungen haben sich lange gezogen, doch im März hat der Vize-Kapitän seine Unterschrift unter den Vertrag gesetzt.

    Jan Huebner

  • Thomas Müller
    Vertrag bis 2025 (Nach Turnier-Aus bei Klub-WM)
    Der Rekordmeister konnte sich mit seinem dienstältesten Profi nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen und so gab man die Trennung im Frühjahr bekannt. Für die aktuell laufende Klub-WM konnte man sich allerdings auf einen Anschlussvertrag einigen. Wo es danach für den 35-Jährigen weitergeht, steht noch nicht fest. Die Zeichen verdichten sich, dass es beim Partnerverein des FCB, dem LAFC aus Kalifornien, sein soll.

    2024 Getty Images

  • Daniel Peretz
    Vertrag bis 2028
    Durch den Transfer von Jonas Urbig wird es für Peretz beim FCB eng. "Sky" hatte berichtet, dass der 24-Jährige im Sommer verliehen werden soll.

    2024 Getty Images

  • Serge Gnabry
    Vertrag bis 2026
    Mindestens ein Flügelspieler soll die Bayern verlassen, auch ein Abgang von zwei Offensiv-Stars soll jedoch möglich sein. Neben Leroy Sane könnte es hier Gnabry treffen. Denn der deutsche Nationalspieler verdient rund 19 Millionen Euro. Außerdem könnte der Rekordmeister durch einen Gnabry-Verkauf noch Geld einnehmen.

    Laci Perenyi

  • Leon Goretzka
    Vertrag bis 2026
    Auch Leon Goretzka steht auf der Verkaufsliste des FC Bayern. Im Sommer soll ein endgültiger Abgang des Champions-League-Siegers in den Vordergrund rücken, obwohl er inzwischen sportlich wieder eine Rolle spielt. 17 Millionen Euro Jahressalär sind den Münchnern wohl zu viel.

    Chai v.d. Laage

  • Raphael Guerreiro
    Vertrag bis 2026

    DeFodi Images

  • Dayot Upamecano
    Vertrag bis 2026

    DeFodi Images

  • Tarek Buchmann
    Vertrag bis 2026

    IMAGO/Lackovic

  • Harry Kane 
    Vertrag bis 2027

    2025 Getty Images

  • Konrad Laimer
    Vertrag bis 2027

    2024 Getty Images

  • Kingsley Coman
    Vertrag bis 2027

    2024 Getty Images

  • Adam Aznou
    Vertrag bis 2027

    Chai v.d. Laage

  • Min-Jae Kim
    Vertrag bis 2028

    2025 Getty Images

  • Sacha Boey
    Vertrag bis 2028

    2024 Getty Images

  • Hiroki Ito
    Vertrag bis 2028

    Lackovic

  • Joao Palhinha
    Vertrag bis 2028

    2024 Getty Images

  • Aleksandar Pavlovic
    Vertrag bis 2029

    2024 Getty Images

  • Josip Stanisic
    Vertrag bis 2029

    Eibner

  • Michael Olise
    Vertrag bis 2029

    2024 Getty Images

  • Alexander Nübel
    Zweijährige Leihe zum VfB Stuttgart bis 2026. Vertrag in München bis 2029

    Getty Images

  • Jonas Urbig
    Vertrag bis 2029
    Durch Neuers Verletzung hat das Talent schon in der vergangenen Saison einige Einsätze erhalten. Ab der nächsten Saison soll er dem Routinier auch planmäßig einige Spiele abnehmen.

    IMAGO/Sven Simon

  • Paul Wanner
    Vertrag bis 2029

    IMAGO/Michael Weber

  • Arijon Ibrahimovic
    Für die kommende Saison ist er an den 1. FC Heidenheim ausgeliehen. Sein Vertrag in München läuft bis 2027.

    2023 Getty Images

  • Bryan Zaragoza
    Vertrag bis 2029

    Passion2Press

  • Armindo Sieb
    Leihe über zwei Jahre zum 1. FSV Mainz 05 bis 2026. Kaufoption in unbekannter Höhe. Vertrag in München bis 2027

    Chai v.d. Laage

  • Lovro Zvonarek
    Vertrag bis 2027

    DeFodi

  • Maurice Krattenmacher
    Für die kommende Saison ist er an die Hertha aus Berlin ausgeliehen. Sein Vertrag in München läuft bis 2027.

    Eibner


Hat der FC Bayern keinen Plan B nach Florian Wirtz?

Streng genommen ist es wieder eine Suche nach Namen und nach Spielern, die gerade in aller Munde sind. Unklar ist indes, was Eberl eigentlich will und für diesen Kader geplant hat. Was ist die sportliche Vision?

Klar ist: Der FC Bayern hatte diese Vision mit Wirtz. Dass ein solcher Spieler nicht nach München wechselt, ist ein Rückschlag, aber auch nicht außergewöhnlich. In diesem Segment setzen sich die Bayern nur selten gegen die europäische Elite durch. Was die Frage aufwirft: Was war der Plan B?

Ein Sommer-Transferfenster wird normalerweise schon im Winter geplant. Mit Tom Bischof und Jonas Urbig hat man zwei talentierte Spieler früh verpflichten können, jüngst kam noch Jonathan Tah dazu. In der Offensive konnten bisher aber nur Abgänge verbucht werden – obwohl die Vorbereitung auf die neue Saison schon zeitnah nach der Klub-WM wieder startet.

Die wiederum nutzt Max Eberl aktuell gern als Vorwand, um die Probleme öffentlich etwas vor sich her zu schieben. "Die Klub-WM spielen wir mit beiden. Da sind sie mit im Kader. Danach werden wir schauen, wie der Transfermarkt sein wird", erklärte der 51-Jährige zuletzt in Bezug auf mögliche Abgänge von Joao Palhinha und Minjae Kim.

Am Samstag verschärfte sich die Situation noch einmal durch die schwere Verletzung von Jamal Musiala. Ein Eckpfeiler der Offensive wird monatelang fehlen. Dass Eberl im Anschluss ankündigte, trotzdem nur "einige Anpassungen" vornehmen zu wollen, sorgte bei einigen Fans für Unverständnis.

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Noch hat Max Eberl Zeit

Eberl mag das große Problem haben, dass sein Budget stärker limitiert ist als in einigen anderen Transferphasen vor 2025. Es mag auch zu simpel sein, ihn einem Dauerfeuer an Kritik auszusetzen. Denn Fakt ist, dass er immer noch Zeit hat, den aktuellen Eindruck der mindestens leichten Kopflosigkeit zu korrigieren.

Manchmal kommt es auf dem Transfermarkt dann doch darauf an, dass ein Dominostein kippt und andere mit sich umfallen lässt. Auch über die Trainersuche im vergangenen Frühjahr und Sommer lässt sich retrospektiv sagen, dass das, was unter dem Strich bei herumkam, nicht ganz so schlecht für den FC Bayern war.

Vincent Kompany war ein Glücksgriff. So viele Zufälle es für die Verpflichtung gebraucht hat, so gut hat den Münchnern getan. Selbstredend ist auch jetzt noch genug Zeit, nach einigen Rückschlägen und dem längeren Ausfall von Musiala die Spieler zu finden, die den Rekordmeister nach vorn bringen und über die man am Ende sagen wird: Sie brachten die entscheidenden Impulse und sicherten Eberl schließlich auch seinen Job.

Kämpft Eberl beim FC Bayern um seinen Job?

Und doch ist der Anspruch eines Topklubs, möglichst früh Planungssicherheit zu haben. Möglichst schnell Ruhe im Kader zu haben, um sich auf die neue Saison vorzubereiten. In München aber fehlt an vielen Stellen Klarheit.

Vor allem fehlt aber auch das Gefühl, dass alle an einem Strang ziehen. Seit Monaten werden Verhandlungen und Gerüchte in die Öffentlichkeit gezogen – sei es durch Verantwortliche selbst in Interviews oder über Bande mit den Medien. Es würde nicht wundern, wenn das Interesse des FC Bayern an einem Spieler manches Mal schneller in der Berichterstattung auftauchte als Eberl den Verantwortlichen des anderen Klubs anrufen konnte.

Natürlich spielt auch das eine Rolle, wenn man die bisherige Arbeit des Sportvorstands bewerten will. In anderthalb Jahren einen Klub zu verändern, der nach wie vor maßgeblich von den Launen des Patriarchen am Tegernsee abhängig ist, ist vielleicht auch eine unmögliche Herausforderung.

Dennoch kann und darf das nicht die Ausrede für alles sein. Bisher gelang es Eberl nicht, den Klub in ruhiges Fahrwasser zu führen. Bisher gelang es ihm auch nicht, der Transferpolitik eine klare Handschrift zu verpassen und deshalb steht er bisher auch nicht zu Unrecht in der Kritik. Noch ist die Zeit da, einiges zu korrigieren. Für den FC Bayern und Max Eberl wäre ein erfolgreicher Transfersommer wohl gleichermaßen wichtig.

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