Bundesliga
Vincent Kompany beim FC Bayern München: Nagelprobe für die "Notlösung"
Aktualisiert:
von Martin Volkmar
Bild: Imago IMages
Nach wenigen Wochen ist die Begeisterung über Bayern-Trainer Vincent Kompany bei Fans, Spielern und Führung groß. Das hilft auch Max Eberl, der die Verpflichtung des Trainers gegen interne Widerstände durchdrückte. Nun kommt es zum ersten Härtetest.
von Martin Volkmar
Man kann es sich in diesen so beschwingten Tagen beim FC Bayern im ohnehin zum Oktoberfest von sich selbst berauschten München kaum vorstellen, dass es jemals Zweifel an Vincent Kompany gegeben haben könnte.
Nach sechs Siegen in den ersten sechs Pflichtspielen mit sagenhaften 29:5 Treffern (also im Schnitt mehr als vier Treffern pro Partie) ist die Stimmung vor dem Bundesliga-Topspiel gegen Double-Sieger Bayer Leverkusen (Samstag, ab 18.30 Uhr im ran-Liveticker) hervorragend.
Was viele auf das nicht mal dreimonatige Wirken des neuen Cheftrainers zurückführen, der von Fans und Medien gefeiert wird.
Doch auch im Klub ist man begeistert von Kompany, das hört man sowohl von den Spielern als auch den Funktionären – inklusive des mächtigen Aufsichtsrats mit den Bossen Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Herbert Hainer.
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Vincent Kompany überzeugt bei Bayern
Der Belgier mache bisher auch abgesehen vom sportlichen Erfolg mit seiner Persönlichkeit und seinem Auftreten einen rundum überzeugenden Eindruck, heißt es.
Dies war nicht immer so, wie Claudio Pizarro kürzlich eingeräumt hat. "Anfangs waren viele nicht begeistert von dieser Trainerwahl", erklärte der FCB-Botschafter über Kompany, der für viele als "Notlösung" galt.
Dass auch Hoeneß zunächst skeptisch gewesen sein soll, wird auf Seiten des nach wie vor entscheidenden Mannes im Verein allerdings vehement zurückgewiesen.
Max Eberl leistete Überzeugungsarbeit
Auch Gerüchte, er und Rummenigge hätten stattdessen nach der unerwarteten Absage von Ralf Rangnick eine Rückkehr von Sextuple-Erfolgscoach Hansi Flick bevorzugt, sind demnach aus der Luft gegriffen.
Direkten Kontakt soll es lediglich zwischen Max Eberl und Flick gegeben haben, doch der Sportvorstand setzte dann gemeinsam mit Sportdirektor Christoph Freund voll auf Kompany – und seinen verbliebenen Wunschkandidaten auch gegen Widerstände im Klub durch.
Wie viel Überzeugungsarbeit Eberl letztlich im Bayern-Aufsichtsrat für den gerade aus der Premier League abgestiegenen Coach leisten musste, darüber gibt es unterschiedliche Aussagen..
Aktuell allerdings sind die anfänglichen Kompany-Skeptiker nirgendwo mehr zu finden, im Gegenteil.
FC Bayern vs. Bayer: Ein Härtetest
Was natürlich auch Eberl hilft, nachdem dieser aufgrund der langen Trainersuche mit den Absagen von Xabi Alonso, Julian Nagelsmann und Rangnick sowie den Fehlschlägen bei einigen Transferzielen (u.a. Tah, Olmo, Simons, Doue) auch intern in der Kritik stand.
Die aber ist nach dem besten Saisonstart seit langem und dem torreichen Angriffsfußball erstmal verstummt.
Jeder weitere Sieg stärkt daher nicht nur Kompany, sondern auch dessen "Entdecker" Eberl.
Umso größer ist die Spannung, ob die sehr offensive Taktik trotz der dadurch teilweise anfälligen Defensive auch beim ersten echten Härtetest gegen Leverkusen erfolgreich sein wird.
FC Bayern gegen Bayer Leverkusen: Erinnerungen an Schmach
Beim letzten Aufeinandertreffen im Februar hatten Bayers Überflieger die Bayern nach allen Regeln der Kunst ausgekontert und Alonso gegen den damaligen FCB-Coach Thomas Tuchel sein vorzeitiges Meisterstück abgeliefert.
Am Samstag werden Millionen Zuschauer weltweit beobachten, ob Kompany und seine Mannschaft ein Gegenmittel gefunden haben und sich für die schmachvolle 0:3-Pleite revanchieren können.
Geht das schief, könnten die Zweifel an Kompany – und auch Eberl – schneller wachsen als man es sich bei der momentanen Hochstimmung vorstellen kann.
Dies zeigen zahlreiche Beispiele der jüngeren Vergangenheit bei Bayern, in der hochkarätige Übungsleiter wie Carlo Ancelotti, Tuchel, Nagelsmann und auch Niko Kovac anfangs gefeiert und später gefeuert wurden.
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