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Real Madrid im Alarmmodus: Diese Baustellen entscheiden den Umbruch

Veröffentlicht:

von Carolin Blüchel

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Real-Star vor OP: WM-Traum platzt wohl endgültig

Videoclip • 01:03 Min


Trainerfrage, Kabinenärger, wackelnde Stars: Nach zwei Jahren ohne Titel steht Real Madrid vor einem Sommer der Entscheidungen. Präsident Florentino Perez will die Kontrolle zurück - und macht die Planung zur Chefsache. ran beleuchtet die größten Baustellen.

Von Carolin Blüchel

Eine zweite titellose Saison in Folge ist bei Real Madrid kein Betriebsunfall. Es ist ein Notstand. Einer, der spätestens im Sommer behoben werden muss.

Und wer Florentino Perez kennt, weiß: Wenn der mächtige Präsident einmal die Geduld verliert, wird es ungemütlich bei den Königlichen.

Spätestens nach dem Viertelfinal-Aus in der Champions League gegen den FC Bayern war klar: Für Trainer Alvaro Arbeloa ist das Abenteuer wohl schon wieder zu Ende. Dabei hatte nicht viel zum Halbfinale gefehlt. Die Leistung der Real-Stars war königsklassenwürdig, mit etwas Glück hätte man auch weiterkommen können.

Doch das spielt in Madrid keine Rolle, wenn auch noch die letzte mögliche Titelhoffnung jäh zerplatzt.

Arbeloa noch schlechter als Alonso

Seitdem sind Arbeloas Tage gezählt. Bis zum Saisonende darf er noch weitermachen, danach ist Schluss. Der 43-Jährige hatte erst im Januar vom glücklosen Xabi Alonso übernommen, schaffte die erhoffte Kehrtwende aber nicht.

In der Liga liegt Real mit elf Punkten Rückstand hinter dem FC Barcelona, im Pokal flog man früh raus. Arbeloas Bilanz? Schlechter als die seines Vorgängers.

Vor allem schwache Ergebnisse gegen vermeintlich kleine Gegner kosteten Real die Saison.
Und die Kabine? Weiter ein Problemfall. Schon Alonso hatte die Stars nicht im Griff, Arbeloa ebenso wenig. Besonders eskalierte die Lage mit Dani Ceballos, der nach einem lautstarken Streit mit dem Trainer aus dem Kader flog. Mitspielern gegenüber soll er klargemacht haben, dass er nicht mehr mit Einsätzen rechne. Sein Abschied im Sommer gilt als sicher.

Arbeloa hat sich seinem Schicksal längst ergeben: "Ich mache mir überhaupt keine Sorgen und werde jede Entscheidung des Vereins voll und ganz akzeptieren."

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Perez macht die Trainersuche zur Chefsache

Der Präsident ist nicht nur unzufrieden, er ist wütend. Nach dem Champions-League-Aus soll Perez intern mit der Mannschaft abgerechnet haben. Er sprach von "Versagern". Zwei titellose Jahre seien "unerträglich".

Die Trainersuche wird daher zur Chefsache. Hatte im vergangenen Sommer noch Generaldirektor Jose Angel Sanchez die Entscheidung für Alonso getroffen, will Perez diesmal selbst bestimmen.

Es kursieren die großen Namen: Jürgen Klopp, Zinedine Zidane – und vor allem Jose Mourinho. Weil Klopp sich bewusst aus dem Trainergeschäft zurückgezogen hat und Zidane mit der französischen Nationalmannschaft in Verbindung gebracht wird, ist die Auswahl begrenzt.

Mourinho dementiert, gilt aber als Favorit

Mourinho gilt laut "The Athletic" als Wunschkandidat von Perez.

Die Idee dahinter ist naheliegend: Als der Portugiese 2010 erstmals bei Real anheuerte, beendete er die Dominanz des FC Barcelona, gewann Meisterschaft und Pokal und legte den Grundstein für die spätere Champions-League-Ära der Madrilenen. Kann das ein zweites Mal gelingen?

"The Special One" trainiert derzeit Benfica Lissabon. Obwohl er dort in der Liga noch kein Spiel verloren hat, ist der Titel außer Reichweite. Auf das Real-Interesse angesprochen, blockte er zuletzt ab:

"Niemand hat mit mir über Real Madrid gesprochen, das kann ich garantieren." Und weiter: "Ich habe noch ein Jahr Vertrag bei Benfica." Was er nicht sagt: Mourinho soll über eine Ausstiegsklausel in Höhe von drei Millionen Euro verfügen. Eine Summe, die Perez kaum abschrecken dürfte.

Das größere Problem ist ein anderes: Mourinhos Fußball gilt nicht mehr uneingeschränkt als zeitgemäß. Seit 2015 hat er bei Stationen wie Chelsea, Manchester United, AS Rom, Fenerbahce und nun Benfica keine Meisterschaft mehr gewonnen. Sein letzter Titel: die Conference League 2022 mit der Roma.

Auch intern gibt es Zweifel bei Real. Schon in seiner ersten Amtszeit kam es zu Konflikten mit Führungsspielern. Die spanische "AS" sieht das Unheil schon kommen: "Mourinho und Vinicius Junior in einer Kabine? Wenn das mal gut geht."

Kroos: Rückkehr des Architekten?

Parallel kursiert eine andere Idee: die Rückkehr von Toni Kroos. Der Weltmeister von 2014 hatte nach dem Champions-League-Triumph 2024 seine Karriere beendet. Seitdem fehlt im Spiel von Real sichtbar Struktur und Kontrolle.

Kroos soll spanischen Medien zufolge eine Rolle innerhalb der sportlichen Führung übernehmen. Als Berater und strategischer Kopf. Ein Modell, das bei Zinedine Zidane einst funktionierte, bevor er selbst zum Cheftrainer aufstieg und dreimal in Folge die Champions League gewann.

Allerdings dementierte "Sky Sport" zuletzt jeglichen Kontakt. Klar ist jedoch: Kroos lebt weiterhin in Madrid, betreibt dort eine Fußballakademie und pflegt ein sehr gutes Verhältnis zu Perez.

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Rüdigers Zukunft weiter unklar

Ein Umbruch wäre kein Umbruch, würde es nicht auch im Kader Bewegung geben. Im Sommer stehen daher einige Veränderungen an. Ceballos ist nach dem Eklat mit Arbeloa praktisch weg.

Bei Antonio Rüdiger ist die Lage deutlich komplexer: Noch vor wenigen Wochen schien ein Abschied wahrscheinlich, inzwischen soll es Gespräche über eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrags geben. Gleichzeitig soll dem Innenverteidiger laut dem Radiosender "Cadena Ser" ein lukratives Angebot vorliegen, mutmaßlich aus Saudi-Arabien. Folgt Rüdiger dem großen Geld oder bleibt er?

Sicher ist dagegen: David Alaba wird den Klub verlassen. In der Innenverteidigung entsteht damit ohnehin eine Lücke, die geschlossen werden muss. Sollte auch Rüdiger gehen, würde sich die Situation weiter verschärfen.

Abwanderungsgerüchte gab es auch um Aurelien Tchouameni. Nachdem der "Telegraph" über ein starkes Interesse von Manchester United berichtet hatte, reagierte man in Madrid. Nun soll sein Vertrag vorzeitig zu verbesserten Bezügen verlängert werden.

Bei Kapitän Dani Carvajal, der sportlich nur noch Reservist ist, stehen die Zeichen auf Abschied. Sein Vertrag läuft aus.

Um einen wirklich großen Namen verpflichten zu können, muss Real jedoch auch Einnahmen generieren. Auf der Liste möglicher Verkäufe stehen daher unter anderem Fran Garcia, Raul Asensio und womöglich auch Eduardo Camavinga, der zuletzt seinen Unmut über zu geringe Einsatzzeiten geäußert hatte.

Vinicius nicht unverkäuflich?

Im Frühjahr wurde sogar über einen möglichen Abgang von Vinicius Junior spekuliert. Hintergrund: ein mögliches Mega-Angebot aus der Saudi Pro League über eine Milliarde Euro.

Sportlich lieferte der Brasilianer mit 19 Toren und elf Vorlagen zwar solide Zahlen, blieb jedoch hinter seinen Bestwerten zurück. Vor allem aber gilt der Flügelstürmer als schwierige Persönlichkeit.

Unter Alonso hatte er Probleme, unter Arbeloa wurde es nicht ruhiger. Auch bei den Fans ist er in dieser Saison nicht unumstritten, wird für die Titelflaute mitverantwortlich gemacht. Und trotzdem will Real ihn eigentlich nicht abgeben.

Doch in einem Sommer, in dem der Klub Geld für den nächsten großen Umbruch braucht, ist der exzentrische Superstar - ungeachtet seines Potenzials  - nicht völlig unangreifbar.

Wie vor zwei Jahren steht Real am Anfang. Nur mit mehr Druck, mehr Unruhe - und einem Präsidenten, der die Geduld verloren hat. Der Sommer 2026 wird daher wohl kein normaler Transfersommer. Er wird ein Machtwort.

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