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Real Madrid: Dani Carvajal neuestes Opfer des "Fluchs der Kapitänsbinde"? Vom Nationalheld zum Ausgemusterten
Veröffentlicht:
von Daniel Kuglerran Fußball
Real Madrid: Florentino Perez mit kurioser Pressekonferenz - Fans sind gespalten
Videoclip • 01:46 Min
Dani Carvajal steht am Scheideweg bei Real Madrid. Der Kapitän wurde bei den "Königlichen" zum Leistungsträger, droht nun jedoch das neueste Opfer des "Fluchs der Kapitänsbinde" zu werden.
Bei Real Madrid hängt der Haussegen gewaltig schief.
Nach der zweiten titellosen Saison in Folge brodelt es sowohl in der Kabine als auch an der Spitze des Klubs bedenklich.
Die Schlagzeilen überschlagen sich gefühlt täglich. Erst kam es in der vergangenen Woche zum Prügel-Eklat um Federico Valverde und Aurelien Tchouameni. Wenige Tage nach der Pleite im "Clasico" beim FC Barcelona kündigte Präsident Florentino Perez bei einer wirren Pressekonferenz dann vorgezogene Neuwahlen an und rechnete mit Kritikern ab.
Ein großer Umbruch ist trotz der Krisen-Saison zwar nicht zu erwarten, einzelne personelle Veränderungen wird es im Kader der "Königlichen" jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit geben.
Zu den Stars, deren Tage im Bernabeu gezählt sein könnten, zählt auch ein Name, der vor nicht allzu langer Zeit noch als ernsthafter Ballon-d'Or-Kandidat gehandelt wurde: Dani Carvajal.
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Dani Carvajal bei Real Madrid: Aufstieg zum Leistungsträger und Ballon-d'Or-Anwärter
448 Spiele. 14 Tore. 65 Assists. Vier Mal spanischer Meister. Zwei Mal Pokalsieger. Sechs Mal Champions-League-Sieger.
Die Erfolgsgeschichte des Rechtsverteidigers, der aus der Real-Jugend stammt und bis auf eine einjährige Leihe zu Bayer Leverkusen in der Saison 2012/2013 ausschließlich für die "Königlichen" auflief, ist beachtlich. Insgesamt sammelte er im weißen Dress ganze 26 Titel.
Der heute 34-Jährige war einer der absoluten Leistungsträger der goldenen Jahre bei Real. Ein ruhiger und verlässlicher Anführer in der zweiten Reihe hinter den großen Stars um Cristiano Ronaldo, Gareth Bale und Co.
2024 hatte Carvajal sogar gute Chancen auf die höchste individuelle Auszeichnung im Spitzenfußball. Nach einer herausragenden Saison mit dem Titelgewinn in La Liga, dem Gewinn der Champions League (Torschütze und Man of the Match beim 2:0 im Finale gegen Borussia Dortmund) und dem Europameistertitel mit Spanien landete er jedoch nur auf Platz vier bei der Vergabe des Ballon d'Or, den sich stattdessen Landsmann Rodri von Manchester City sicherte.
Danach sollte es jedoch zum Bruch kommen und sportlich rapide bergab gehen. Zunächst hatte dies jedoch keine sportlichen Gründe, sondern lag an Verletzungspech. Im Oktober 2024, wenige Wochen vor Bekanntgabe des Ballon-d'Or-Gewinners, zog sich der Defensivspezialist einen Kreuzbandriss zu, kam gerade einmal auf zwölf Einsätze und verpasste die restliche Saison.
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Real Madrid: Dani Carvajal spielt unter Alvaro Arbeloa keine Rolle
Nach seiner Genesung zählte Carvajal zu Saisonbeginn unter dem damaligen Trainer Xabi Alonso noch zum Stammpersonal. Dabei ist jedoch auch zu beachten, dass Positionskonkurrent Trent Alexander-Arnold, der vergangenen Sommer vom FC Liverpool kam, zwischenzeitlich ausfiel. Über die folgenden Monate zog er sich jedoch zwei weitere Verletzungen zu, die den Spanier bis zum Jahresende zurückwarfen und viele Einsätze kosten sollten.
Nach dem jähen Ende der Ära Alonso bei Real übernahm dann im Januar Alvaro Arbeloa. Der Trainerwechsel sollte sich für den Routinier zum persönlichen Debakel entwickeln.
Unter Arbeloa spielte Carvajal in der Rückrunde kaum noch eine Rolle. Startelfeinsätze wurden zu einer echten Seltenheit, auch wenn der erfahrene Leader längst wieder fit war. Der Verteidiger verlor seinen Stammplatz endgültig und verkam zum Bankdrücker, der hauptsächlich nur zu Kurzeinsätzen kam oder häufiger auch gar nicht eingesetzt wurde. So etwa auch bei den Viertelfinal-Spielen in der Champions League gegen den FC Bayern München, als er über die volle Distanz zuschauen musste.
In den spanischen Medien wurde in den vergangenen Monaten spekuliert, dass die Demontage des Real-Kapitäns auch persönliche Gründe haben könnte. War Carvajal doch einst nach seiner Rückkehr aus Leverkusen der Grund dafür, dass Arbeloa 2013 seinen Stammplatz hinten rechts bei den "Königlichen" verlieren und den Klub schließlich 2016 verlassen sollte.
"Die Geschichte einer von Eifersucht zerfressenen Beziehung", schrieb etwa die spanische Zeitung "Sport".
Nachdem der Routinier in der laufenden Saison bis zum 35. Spieltag auf wettbewerbsübergreifend gerade einmal auf 20 Einsätze und magere 885 Einsatzminuten für Real kam, folgte dann der nächste persönliche Tiefpunkt, der aber eigentlich keinen mehr überrascht haben dürfte.
WM 2026: Dani Carvajal nicht im vorläufigen Spanien-Kader
Carvajal wurde nicht in den vorläufigen Kader der spanischen Nationalmannschaft von Trainer Trainer Luis de la Fuente für die WM 2026 berufen. Insgesamt 55 Spieler stehen auf der Liste, die der Verband RFEF am Montag bei der FIFA eingereicht hat. Neben dem Real-Star fehlt mit Stürmer Alvaro Morata auch ein weiterer großer Name.
Damit geht eine Ära bei "La Roja" zu Ende. Beide Spieler gehörten seit über einem Jahrzehnt zum festen Spielerstamm der Nationalmannschaft und gewannen gemeinsam 2023 die Nations League sowie 2024 die EM in Deutschland.
Die Nicht-Nominierung für die Weltmeisterschaft kommt derweil nicht mehr unerwartet, wurden beide Altmeister doch bereits Ende des vergangenen Jahres nicht mehr berücksichtigt.
Auch wenn der Schritt sportlich nachvollziehbar ist, wird die Entscheidung von de la Fuente in den spanischen Medien im Hinblick auf die Erfahrung im Kader und das Teamgefüge durchaus kritisch gesehen.
Im Vergleich zum Aufgebot beim EM-Sieg vor zwei Jahren fehlen mit Carvajal (51 Länderspiele), Morata (87 Länderspiele) und dem inzwischen zurückgetretenen Jesus Navas (56 Länderspiele) gleich drei der vier damaligen Kapitäne des Jahres.
Ebenjene Kapitänsrolle droht Carvajal nun auch bei Real zum Verhängnis zu werden.
Real Madrid: "Fluch der Kapitänsbinde" - Dani Carvajal nächstes Opfer?
Denn wie es für Carvajal nach den diversen Rückschlägen der vergangenen Jahre nun weitergeht, steht noch in den Sternen.
Dass seine Zukunft weiterhin in Madrid liegen wird, darf jedoch arg bezweifelt werden. Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus, die Zeichen stehen auf Abschied.
Sinnbildlich dafür steht auch die Entwicklung des Kapitänsamts bei Real in den vergangenen Jahren. War die Rolle als Anführer der "Königlichen" lange Zeit mit der unumstößlichen Hierarchie in der Umkleidekabine und der natürlichen Nachfolge von erfahrenen Spielern an der Spitze der Mannschaft verbunden, ist diese nicht erst in den vergangen Spielzeit zu einer Zwischenstation vor dem eigenen Abschied aus dem Klub verkommen.
Sergio Ramos war bis 2021 Kapitän und musste den Klub in jenem Sommer verlassen - der Auftakt des Spielführer-Wechselspiels in Madrid. Marcelo übernahm in der Folge die Kapitänsbinde, verabschiedete sich dann aber bereits 2022. Auf ihn wiederum folgte Karim Benzema, 2023 sollte jedoch auch er gehen. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war ein klares Muster erkennbar - und es sollte nahtlos so weitergehen.
Nacho Fernandez, ein weiteres Produkt aus der eigenen Jugend, durfte daraufhin ebenfalls die Spielführerbinde tragen, ehe auch für ihn nur ein Jahr später im Sommer 2024 seine Ära bei den "Königlichen" endete. Nachfolger wurde Luka Modric, doch auch seine Amtszeit sollte nur eine Spielzeit betragen. 2025 wechselte der Kroate zur AC Mailand. Seit dieser Saison hat Carvajal die Binde.
Die spanische Zeitung "Marca" spricht deshalb treffend vom "Fluch der Kapitänsbinde" bei Real. Carvajal könnte nun das neueste Opfer werden.
Ob unter Arbeloa oder einem anderen Trainer - es sieht alles danach aus, als hätte die Ernennung zum Spielführer auch bei Carvajal den Anfang vom Ende in Madrid eingeläutet.
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