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WM 2026

DFB-Team: Positionskämpfe vor WM 2026 - Spielt sich Deniz Undav in die Startelf?

Aktualisiert:

von Luis Woppmann

ran Fußball

Fußball WM: So reagiert das Netz auf die Nachnominierung von Assan Ouedraogo

Videoclip • 01:32 Min


Beim deutschen Nationalteam sind eine Woche vor dem WM-Auftakt zwar die Kader-Tickets, nicht aber die Stammplätze vergeben. Wir blicken detaillierter auf die Positionskämpfe.

Die deutsche Nationalmannschaft hat das vorletzte Testspiel vor der WM 2026 gegen Finnland mit 4:0 gewonnen. Bundestrainer Julian Nagelsmann zeigte sich zufrieden über die Leistung seiner Mannschaft: "Es war wichtig, sich jetzt gut aus Deutschland zu verabschieden, nochmal ein paar Tore zu erzielen und die Fans mitzunehmen. Ich habe sehr viele gute Dinge gesehen, insgesamt können wir noch mehr an unsere Stärken glauben und müssen nicht so schnell ungeduldig werden."

Kurz vor der Generalprobe gegen die USA am Samstagabend (ab 20:30 Uhr im Liveticker) spitzt sich der Kampf um die Startelfplätze weiter zu. Einige Stars dürfen sich relativ sicher sein, beim ersten Turnierspiel gegen Curacao (Sonntag, 14. Juni, ab 19 Uhr live auf Joyn) von Beginn an auf dem Platz zu stehen.

Auf einigen Positionen herrschen jedoch weiterhin verbitterte Konkurrenzkämpfe. Wir sehen uns die aktuelle Situation an.

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Tor: Ohne Testspieleinsatz vor Turnierstart - Neuer ist die Nummer eins

Manuel Neuer ist nach seiner Rückkehr die Nummer eins und gesetzt. Oliver Baumann würde im Falle eines Neuer-Ausfalls im Tor stehen. Alexander Nübel komplettiert das Trio als Nummer drei, während Jonas Urbig als reiner Trainingstorhüter kein Teil des offiziellen Kaders ist.

Allerdings: Nachdem er bereits das erste Testspiel gegen Finnland verpasste, wird Neuer auch gegen die USA noch nicht im Tor stehen. "Es geht ihm gut. Er ist auf dem Weg zu bester Fitness, trotzdem wollen wir morgen noch kein Risiko eingehen und der Struktur noch die Zeit geben und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass es dann durch das Turnier perfekt verläuft und nichts passiert", erklärte Nagelsmann.

Und weiter: "Die Wade hatte ein paar Vorverletzungen. Richtung erstes Gruppenspiel wird er topfit sein und auch nächste Woche ins Mannschaftstraining einsteigen.“

Rechtsverteidigung: Kimmich wird dringend gebraucht

Joshua Kimmich ist wie schon bei der EM als Rechtsverteidiger eingeplant und wird in dieser Rolle gesetzt sein. Nagelsmann hat keinen gelernten Rechtsverteidiger nominiert, wodurch es wohl im Verlauf des Turniers auch keinen Wechsel gibt.

Gegen Finnland zeigte der 31-Jährige, wie gut er die Rolle ausfüllen kann, und bereitete unter anderem den ersten Treffer von Deniz Undav per Flanke vor.

Sollte das zentrale Mittelfeld ohne Kimmich überhaupt nicht funktionieren, wären mit Malick Thiaw und Antonio Rüdiger zwei Innenverteidiger im Kader, die in der Vergangenheit zumindest vereinzelt rechts hinten ausgeholfen haben.

"Ich habe einige Spieler als Alternativen im Auge, sollte Josh ausfallen", verriet Nagelsmann beim Startschuss in Herzogenaurach. Namen wollte er allerdings nicht nennen.

Innenverteidigung: Rüdiger fordert Schlotterbeck heraus

Jonathan Tah hat sich durch seine starke Saison beim FC Bayern München ordentlich Kredit erspielt und dürfte in der Innenverteidigung gesetzt sein.

Sein Nebenmann wird voraussichtlich Nico Schlotterbeck, der mit seinem starken linken Fuß insbesondere für die Spieleröffnung ein Upgrade ist. Das Innenverteidigerduo konnte gegen Finnland bereits überzeugen und ließ kein Gegentor zu.

Schlotterbecks einziger ernsthafter Rivale ist Antonio Rüdiger. Der Routinier von Real Madrid ist nicht mehr in seiner absoluten Prime, hat in der Rückrunde in den Top-Duellen gegen Manchester City und die Bayern aber einen recht guten Eindruck gemacht.

Allerdings hat der 33-Jährige durch sein teilweise untragbares Verhalten - seien es grobe Fouls, fragwürdige Gesten oder Schiedsrichter-Beleidigungen - auch als Nationalspieler an Ansehen und Standing verloren.

Waldemar Anton und Malick Thiaw sind als Backups eingeplant.

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Linksverteidigung: Entfacht Nagelsmann ein Duell zwischen Raum und Brown?

"Manchmal glaube ich, du weißt selbst noch gar nicht, wie gut du bist. Du kannst eine ganz, ganz tolle WM spielen", lobte Nagelsmann Nathaniel Brown in seinem Nominierungsvideo. Dass der Bundestrainer damit durchaus recht behalten könnte, zeigte der 22-Jährige gegen Finnland.

Überraschenderweise erhielt der Frankfurter den Vorzug gegenüber David Raum und konnte über 90 Minuten eine starke Leistung zeigen. Eigentlich galt der 28-Jährige im Vorfeld als gesetzter Stammspieler - Nagelsmann könnte das Duell um die Linksverteidigerposition allerdings erneut entfacht haben.

Für den Leipziger spricht unter anderem seine DFB-Historie: Bei der WM 2022 und EM 2024 konnte er bereits internationale Turniererfahrung sammeln. Zudem gilt er als absoluter Stamm- und Führungsspieler bei RB Leipzig.

Brown ist hingegen ein Neuling im Kreis der Nationalmannschaft, konnte aber in dieser Saison erstmals Champions-League-Erfahrung mit Eintracht Frankfurt sammeln.

Zentrales Mittelfeld: Wer spielt neben Pavlovic?

Aleksandar Pavlovic hat zwar erst zehn A-Länderspiele, ist im zentralen Mittelfeld aber wohl gesetzt. Der 22-Jährige spielte im Test gegen Finnland durch und steuerte dabei eine Vorlage bei. Bei Bayern München ist er mittlerweile als Partner neben Joshua Kimmich auf der Doppelsechs nicht mehr wegzudenken.

Doch wer wird sein Nebenmann? Gegen Finnland bekam Felix Nmecha die Chance und machte seine Sache durchaus ordentlich. Der BVB-Star war zuletzt einige Wochen verletzt, ist aber rechtzeitig für die WM-Vorbereitung fit geworden.

Allerdings hatte Nagelsmann im März in einem Interview mit dem "kicker" auf die Frage, ob ein Duo aus Pavlovic und Nmecha eine Möglichkeit für die WM sei, geantwortet: "Wir brauchen für den offensiveren Part ein etwas anderes Profil, aber einer von beiden hat auf jeden Fall gute Chancen, zu spielen."

Die beste Option wäre dann wohl Leon Goretzka, welcher in dieser Saison noch mit Pavlovic beim FC Bayern zusammen spielte. Der 31-Jährige kennt daher das Zusammenspiel mit dem Youngster, hat in der abgelaufenen Saison aber endgültig seinen Stammplatz beim deutschen Rekordmeister verloren. Allerdings kann er mit seiner Erfahrung aus 69 A-Länderspielen überzeugen.

Angelo Stiller und Pascal Groß sind wohl eher Backups für Pavlovic. Beide können als Ballverteiler überzeugen, sind jedoch physisch und in Sachen Geschwindigkeit limitiert. Folgerichtig wird wohl immer einer aus dem Duo Goretzka und Nmecha auf dem Platz stehen.

Die Nachnominierung von Assan Ouedraogo für den verletzten Lennart Karl könnte aber für neuen Schwung im zentralen Mittelfeld sorgen. Der Leipziger bringt noch einmal ein ganz anderes Profil mit und könnte vor allem in der Offensive für Impulse sorgen.

Quartier bei der WM 2026: DFB-Team residiert im "The Graylyn Estate"

  • "The Graylyn Estate": Deutschlands Quartier für die WM 2026 steht fest
    Die deutsche Nationalmannschaft hat für die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko eine Bleibe gefunden. Das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann wird in der Kleinstadt Winston-Salem (Bundesstaat North Carolina) residieren, wohnt während der Endrunde im Hotel "The Graylyn Estate".

    The Graylyn Estate

  • Deutschlands WM-Quartier: Riesen-Areal über 55 Hektar
    Die Anlage des "The Graylyn Estate" erstreckt sich über 55 Hektar, bietet zahlreiche Sport- bzw. Freizeitmöglichkeiten für die Gäste des Hotels.

    The Graylyn Estate

  • Bauten im Südstaaten-Stil
    Geprägt ist die Anlage von den zahlreichen Steinhäusern, ebenso gibt es einen riesigen Park, in dem sich die deutschen Nationalspieler während der Endrunde im Sommer 2026 in ihrer Freizeit aufhalten können.

    The Graylyn Estate

  • Turmbauten als Hingucker
    Neben den Steinhäusern sind auch die vielen Türme auf dem Areal des "The Graylyn Estate" ein echter Hingucker.

    The Graylyn Estate

  • Training auf dem Gelände der Wake Forest University
    Zum Training bittet Julian Nagelsmann seinen WM-Kader im Sommer 2026 dann auf dem nahe dem Hotel befindlichen Gelände der Wake Forest University. Hier trainieren und spielen normalerweise die Fußball-Teams der Wake Forest University, die Demon Deacons.

    Wake Forest Athletics

  • Nähe zwischen Hotel und Trainingsplätzen als als wichtiger Faktor
    Bei der Suche nach einem geeigneten Domizil für die WM war die Nähe zwischen Hotel und Trainingseinrichtungen ein wichtiger Faktor, wie Nagelsmann bestätigte. "Wir können sie fußläufig und mit dem Fahrrad in weniger als zehn Minuten erreichen. Das ist ein entscheidender Faktor", sagte der Bundestrainer.

    Wake Forest Athletics

  • Nagelsmann mit Trainingseinrichtungen zufrieden
    Der DFB-Tross um Nagelsmann, Rudi Völler und Andreas Rettig inspizierte die Trainingsplätze persönlich.

    Wake Forest Athletics

  • Drei Trainingsplätze für das DFB-Team
    "Wir haben hier drei Fußballplätze in einem sehr, sehr guten Zustand, die alle Ansprüche, die wir aus sportlicher Sicht stellen, erfüllen", sagte Nagelsmann.

    Wake Forest Athletics

  • DFB-Delegation schaut sich auch im Innenraum der Uni um
    Nagelsmann, Völler und Co. bekamen bei ihrem USA-Besuch auch Einblick in die Räumlichkeiten der Wake Forest University, die das DFB-Team während der Trainingseinheiten nutzen darf.

    Wake Forest Athletics

  • Welche Temperaturen erwartet das DFB-Team in North Carolina?
    In Winston-Salem, einer Stadt mit ungefähr 250.000 Einwohnern, sind im Juni Temperaturen zwischen 25 bis 30 Grad zu erwarten, verbunden mit einer hohen Luftfeuchtigkeit.

    ©WFU/Ken Bennett

  • Abschiedsfoto mit Vertretern der Uni und der Stadt Winston-Salem
    Zum Abschied des Vorabbesuchs  der DFB-Delegation gab es noch ein gemeinsames Bild mit Vertretern der Wake Forest University und der Stadt Winston-Salem.

    Wake Forest Athletics


Offensives Mittelfeld: Wer übernimmt den Platz von Lennart Karl?

Im offensiven Mittelfeld scheint es so, als wären bereits zwei Plätze vergeben. Trotz einer enttäuschenden Saison beim FC Liverpool ist Florian Wirtz gesetzt, und auch Jamal Musiala wird voraussichtlich in der Startformation stehen. Gegen Finnland konnten beide jeweils mit einem Tor überzeugen.

Um den letzten verbleibenden Platz konkurrieren nach dem Ausfall von Lennart Karl nun Leroy Sane und Jamie Leweling. Auf dem Papier hat Leweling dabei die besten Chancen: Der Stuttgarter konnte in dieser Saison glänzen und mit 16 Scorern alleine in der Bundesliga sehr überzeugen.

Allerdings musste der 25-Jährige bei der Länderspielpause im März verletzungsbedingt passen, sein letztes Spiel für die DFB-Elf war im November. Gegen Finnland ließ ihn Nagelsmann 90 Minuten auf der Bank, gegen die USA wird Leweling dagegen vermutlich zeigen dürfen, was in ihm steckt - ob ein DFB-Einsatz in diesem Jahr allerdings für die Startelf reicht, wird sich zeigen.

Leroy Sane erhielt zumindest gegen Finnland den Vorzug vor dem Stuttgarter und durfte ab der 73. Minute ran. Nach dem Spiel lobte Nagelsmann den Kurzauftritt des 30-Jährigen: "Ihr habt alle auch die Einwechslung von Leroy Sané gesehen - das war top. Er bringt eine unfassbare Dynamik. Die eine Situation hat Jamal (Musiala; Anm. d. Red.) sehr gut 'verteidigt', sonst hätte Leroy ein Tor gemacht."

Interessant wird sein, ob Nagelsmann in Ouedraogo auch eine Option für den Flügel sieht. Alternativ könnte der Bundestrainer auch Kai Havertz auf die rechte Seite stellen, wie er es Ende März im Testspiel gegen Ghana bereits erfolgreich probte. Damals erzielte Havertz ein Tor.

Maximilian Beier und Nadiem Amiri sind wohl als Backups für die Flügel- bzw. Zehnerposition eingeplant.

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Angriff: Kann die Undav-Gala Nagelsmann umstimmen?

Deniz Undav konnte gegen Finnland glänzen und war bis zu seiner Auswechslung an allen drei Toren beteiligt. Bereits in der letzten Länderspielpause im März konnte er das Spiel gegen Ghana nach seiner Einwechslung mit einem späten Tor entscheiden.

Damals hatte Nagelsmann noch kritisiert, dass Undav bis zu seinem Tor keine nennenswerten Aktionen hatte und sein Treffer mit "70 Minuten in den Knochen schwer geworden wäre." Zudem hatte er darauf verwiesen, dass es sehr unwahrscheinlich sei, dass sich an den im Vorfeld besprochenen Rollen für das Turnier noch etwas ändern würde.

Nach dem Spiel gegen Finnland folgte allerdings eine überraschende Kehrtwende vom Bundestrainer. So sagte er im Hinblick auf Undavs Leistung: "Wenn du zwei Tore machst und dann noch einen vorlegst, dann spielst du dich nie aus der Mannschaft." Wie sich Nagelsmann beim WM-Auftakt gegen Curacao entscheiden wird, hängt wohl auch mit dem Testspiel gegen die USA zusammen.

Undavs härtester Konkurrent in der Spitze ist Kai Havertz, der trotz der Leistungen des VfB-Stürmers wohl derzeit die Nase vorn hat. Der Arsenal-Star hat international viel Erfahrung und vereint fußballerisches Können mit einer gewissen physischen Präsenz. Sollte Havertz aber auf die rechte Seite ausweichen, wäre der Weg für Undav frei.

Nagelsmann betonte zuletzt seine Wichtigkeit für die Mannschaft: "Wir brauchen Kai, sein Tor im Champions-League-Finale war außergewöhnlich. Man hat seine Bedeutung gesehen, seinen Fleiß in der Defensive, seine brutale Kopfballstärke auch defensiv bei Standards."

Der 26-Jährige verpasste einen Großteil dieser Saison verletzungsbedingt, konnte aber nach seiner Rückkehr direkt überzeugen und sich beim englischen Meister wieder in die Startelf spielen.

Premier-League-Kollege Nick Woltemade hätte zum ernsthaften Herausforderer aufsteigen können, spielte aber in weiten Teilen dieser Saison keine große Rolle bei Newcastle. Dafür bringt der 24-Jährige vor allem durch seine Größe ein anderes Profil mit als Undav und Havertz.

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