Formel 1
Formel 1: Lewis Hamilton schadet Ferrari und sollte aufhören - ein Kommentar
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von Oliver Jensenran Mehr Sport
Formel 1: Fans feiern Antonellis WM-"Fiebertraum" - und grillen Ferrari!
Videoclip • 02:02 Min
Lewis Hamilton fordert bei Ferrari Teamwork, lebt aber genau das Gegenteil davon aus und sorgt für Unruhe. Für den siebenfachen Weltmeister ist es Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen. Ein Kommentar.
Es klang wie eine Drohung, als Lewis Hamilton bei der Rennunterbrechung beim Großen Preis der Formel 1 in Mexiko sagte: "Wir haben große Probleme, große, große Probleme." Als er seinen Wagen verließ, hatte er sich noch immer nicht abgeregt und stieß einen Roller in der Garage um.
Das Betriebsklima bei Ferrari hängt schief. Und das hängt vorwiegend mit dem 41-Jährigen zusammen. Bevor Hamilton zum italienischen Rennstall kam, lieferten sich Charles Leclerc und Carlos Sainz zwar ebenfalls heiße Duelle und waren nicht immer einer Meinung, doch die Marke Ferrari stand im Vordergrund.
Seit der Ankunft von Hamilton im vergangenen Jahr hat sich dies komplett gedreht. Hamilton persönlich sorgt mit seinen Launen persönlich dafür, dass er im Fokus steht - und zwar aus völlig unterschiedlichen Gründen.
2025 haderte er noch mit dem Auto und stellte sich selber in Frage, sodass ein Karriereende zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich erschien. Nun ist der Routinier jedoch schneller unterwegs und erwartet plötzlich, unantastbar zu sein.
Der Grund für seinen jüngsten Ärger: Leclerc überholte Hamilton in Runde eins, verließ dabei die Strecke und kürzte ab. Normalerweise hätte Leclerc die Position zurückgeben müssen. Dies ging aber nicht, weil auch Hamilton von der Strecke abkam und Max Verstappen auf Platz zwei vorbeirutschte.
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Hamilton lebt das Gegenteil von Teamwork
Leclerc wurde dafür mit einer Fünf-Sekunden-Strafe belegt. Hamilton war das nicht genug. Im Boxenfunk und später im Interview nach dem Rennen forderte er, dass Leclerc eine Zehn-Sekunden-Strafe aufgebrummt bekommen müsste. Teamwork sieht anders aus.
Das Kuriose: Hamilton stellte später bei der Pressekonferenz noch einmal klar, dass das Team im Vordergrund stehen sollte. "Als Team zu arbeiten, gehört zu unserem Job und zu unserem Vertrag", sagte er. Dabei tat er genau das Gegenteil, indem er eine höhere Zeitstrafe für seinen Teamkollegen forderte.
Er ist nicht das erste Mal, dass er sich selber über das Team stellt. Der siebenfache Weltmeister hielt sich nicht immer an interne Absprachen, wie sich zum Beispiel in Baku 2025 zeigte. Leclerc ließ Hamilton damals mit frischeren Reifen vorbei, damit dieser Lando Norris angreifen konnte. Weil das nicht gelang, sollte Hamilton den Platz zurückgeben - tat es aber nicht.
Lewis Hamilton sorgt bei Ferrari für viel Unruhe
Bild: DeFodi Images
Lewis Hamilton: Kein Respekt vor Ferrari
Das Verhältnis zwischen Hamilton und Leclerc lässt sich vermutlich nicht mehr kitten. Die Abneigung scheint ähnlich groß zu sein wie zwischen Hamilton und Nico Rosberg 2016, als sich die damaligen Mercedes-Piloten in Barcelona beide gegenseitig von der Rennstrecke kegelten. Nur eben mit dem Unterschied, dass sie damals um den WM-Titel fuhren.
Dabei ist ein Stallkrieg nicht zwingend notwendig, wenn zwei Teamkollegen miteinander konkurrieren. Kimi Antonelli und George Russell waren in diesem Jahr das beste Beispiel dafür.
In der kommenden Saison werden die Karten neu gemischt. Ferrari könnte ein Kandidat für den WM-Titel zu sein. Die Pole Position von Hamilton in Mexiko hat dies erneut unter Beweis gestellt. Doch wenn sich zwei Teamkollegen bekriegen, anstatt an das Team zu denken, sind große Erfolge nicht möglich. Dafür ist die Leistungsdichte einfach zu groß.
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur kritisierte völlig zurecht, dass beide Piloten "kein Respekt für das Team" gezeigt hätten.
Die "Scuderia" muss in Kürze entscheiden, auf welchen Fahrer sie in Zukunft setzen möchte: Auf den 28-jährigen Leclerc, der erst im Juni einen neuen mehrjährigen Vertrag unterzeichnet hat, oder auf den 41-jährigen Hamilton, der in sein letztes Vertragsjahr geht?
Bei allem Respekt vor den Leistungen des siebenfachen Weltmeisters: Hamilton selbst sollte erkennen, dass er nicht die Zukunft des italienischen Rennstalls sein kann und einen Schlussstrich ziehen, bevor seine große Karriere im Chaos endet.
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